Wenn die Schneedecke auf dem Dach zu schwer wird

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(verpd) Ausgiebige Schneefälle sind nicht nur für Autofahrer, sondern teils auch für Immobilienbesitzer eine Gefahr. Denn je nach Dicke oder Beschaffenheit der Schneedecke muss das Dach eine enorme Last tragen.

Daher sollten Haus- und Wohnungsbesitzer bei starkem Schneefall das Dach regelmäßig im Blick haben, um möglichen Schäden vorzubeugen.

Je dicker die Schneedecke, desto höher ist die Schneelast, die ein Hausdach tragen muss. Auch die Beschaffenheit des Schnees, ob es sich beispielsweise um leichten Pulverschnee oder um schweren Nassschnee handelt, spielt dabei eine Rolle. Eine zehn Zentimeter dicke Schneeschicht kann beispielsweise je nach Vereisung und Wassergehalt mehr als 100 Kilogramm pro Quadratmeter wiegen.

Üblicherweise ist die Statik der Hausdächer bereits entsprechend der je nach Region geltenden Schneelastzone ausgelegt. Bleibt jedoch für die jeweilige Region ungewöhnlich viel Schnee auf den Dächern liegen und ist der Schnee zudem recht nass, weil er beispielsweise taut oder sich dicke Eisplatten gebildet haben, kann es sein, dass die Belastbarkeitsgrenze des Daches erreicht wird. Verschobene Dachziegel, Verformungen des Dachstuhls bis hin zum Dacheinsturz sind dann möglich. Auch Photovoltaikanlagen können durch einen zu hohen Schneedruck beschädigt werden.

Kein Risiko eingehen

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sollten Hausbesitzer jedoch nicht selbst auf das Dach klettern und in Eigenregie versuchen, den Schnee herunterzuschaufeln, da die Gefahr, selbst dabei zu verunfallen, zu hoch ist. Zudem kann ein unsachgemäßes Schneeräumen insbesondere bei Photovoltaikanlagen zu Anlageschäden führen, beispielsweise wenn die empfindlichen Module durch die scharfen Kanten einer Schneeschaufel beschädigt werden.

Laut GDV besteht zudem bei einer Dachneigung von mehr als 30 Grad für eine Solarstromanlage nur eine geringe Gefahr durch Schneelast, da ab diesem Neigungswinkel der Schnee in der Regel von alleine abrutscht.

Hausbesitzer, die sich nach einem ergiebigen Schneefall nicht sicher sind, ob das Dach die Schnee- und Eislasten noch trägt, sollten laut GDV einen örtlichen Dachdecker-Innungsbetrieb um Rat fragen oder sich an die Feuerwehr wenden. Das gilt auch, wenn der Hausbesitzer aufgrund einer Sichtprüfung bereits Schäden am Dachstuhl, der Dachstuhl-Unterkonstruktion, der Dacheindeckung und der Dachentwässerung vermutet.

Schutz für Haus und Hausrat

Schäden durch eine zu hohe Schneelast gelten als Natur- oder auch Elementarschäden. Die Kosten der Gebäudeschäden, die durch eine solche Naturgefahr verursacht werden, kann der Immobilienbesitzer jedoch mit einer Elementarschaden-Versicherung absichern.

Ein solcher Versicherungsschutz deckt dabei nicht nur Schäden durch Schneedruck, sondern auch durch andere Naturrisiken wie Hochwasser, Starkregen, Lawinen, Erdbeben oder Erdsenkung ab.

Eine Elementarschaden-Versicherung kann meist optional in die Gebäudeversicherung mit eingeschlossen werden. In vielen Hausratpolicen lassen sich ebenfalls Elementarrisiken gegen einen kleinen Aufpreis mit absichern, damit auch das Wohnungsinventar gegen Naturgefahren abgesichert ist. In einigen Photovoltaik-Versicherungspolicen sind Schneelastschäden teils ohne Aufpreis automatisch versichert.

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