Welche energieeffiziente Altbausanierung Pflicht ist

 - 

(verpd) In der Regel steht es jedem Hausbesitzer frei, ob er sein Haus saniert und beispielsweise eine alte Heizanlage gegen eine energieeffizientere austauscht oder Decken und Wände zusätzlich isoliert oder nicht. Doch es gibt auch Ausnahmen.

Die derzeit gültige Novelle zur Energieeinspar-Verordnung, die EnEV 2014, schreibt jedem Immobilienbesitzer mit einem Wohnhaus, das einen Öl- und Gasheizkessel hat, vor, diesen spätestens 30 Jahre nach dem Einbau auszutauschen. Es gibt hierzu allerdings eine ganze Reihe von Ausnahmen: Zum Beispiel sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel von der Austauschpflicht ausgenommen.

Was für selbst bewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser gilt

Außerdem müssen die obersten Geschossdecken bis Ende 2015 gedämmt sein, wenn sie nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen. Laut Deutscher Energie Agentur (Dena) sind hier alle „Decken beheizter Räume, die an ein unbeheiztes Dachgeschoss angrenzen“ gemeint. Laut Energieexperten kann man jedoch bei Holzbalkendecken aller Baualtersklassen und bei massiven Geschossdecken von Häusern, die ab 1996 erbaut wurden, davon ausgehen, dass der Mindestwärmeschutz erfüllt ist.

Alle genannten Sanierungsmaßnahmen sind für einen Besitzer eines Ein- oder Zweifamilienhauses nicht Pflicht, wenn er in diesem Haus am 1.2.2002 mindestens eine Wohnung selbst bewohnt hat. Wird jedoch das Haus verkauft oder vererbt, muss der neue Eigentümer die Vorgaben innerhalb von zwei Jahren erfüllen.

Wer sein Eigenheim energetisch sanieren möchte, kann unter Umständen verschiedene staatliche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Wichtig ist bei fast allen Förderungen, dass der Hausbesitzer vor Beginn der Sanierungsmaßnahmen einen Antrag stellt. 

Staatlicher Zuschuss für die Energieberatung

Unter anderem gibt es einen staatlichen Zuschuss von bis zu 800 € für Hausbesitzer mit einem Ein- oder Zweifamilienhaus oder maximal 1.100 € für Immobilienbesitzer von Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten, die sich von einem Energieexperten vor Ort beraten lassen.

Um diese Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch zu nehmen, ist es wichtig, einen von der BAFA anerkannten Energieberater vor Sanierungsbeginn zurate zu ziehen. Der Energieberater kümmert sich auch darum, dass die Förderung geleistet wird.

Mehr Informationen zum Thema energieeffizientes Sanieren gibt es auf der Internetseite www.die-hauswende.de, einer Kampagne unter anderem von der Deutsche Energie-Agentur (DENA). Weitere Details zu den Fördermöglichkeiten gibt es bei der BAFA, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) und der Dena.

Sanierungsmaßnahmen richtig abgesichert

Vor Beginn der Sanierungsmaßnahmen sollte der Hausbesitzer sich auch von einem Versicherungsfachmann beraten lassen, um sicherzugehen, dass auch ein ausreichender Versicherungsschutz besteht. Denn jede Änderung am Haus kann zu einer Erhöhung des Gebäudewertes führen. Daher sollte die Gebäudeversicherung entsprechend angepasst werden.

Auch Schäden am Baumaterial, zum Beispiel durch Hagel, Sturm oder durch mutwillige Beschädigung Dritter, lassen sich mit einer Bauleistungs-Versicherung abdecken.

Des Weiteren steht ein Bauherr für alle Gefahren, die von seiner Baustelle ausgehen, in der Haftung. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn ein vorbeigehender Passant durch einen bei Bauarbeiten herunterfallenden Dachziegel getroffen und schwer verletzt wird. Die Absicherung einer solchen Haftung ist je nach Hausart sowie Kosten der Sanierungsmaßnahmen in einer Privathaftpflicht-, einer Haus- und Grundbesitzer-Haftpflicht- oder einer separaten Bauherrenhaftpflicht-Versicherung möglich.

Weitere News zum Thema

  • So bleibt ein Schaden an der Photovoltaikanlage bezahlbar

    [] (verpd) Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es hierzulande rund 1,6 Millionen Photovoltaikanalgen, die auf Hausdächern, aber auch auf Feldern installiert sind. Alleine eine solche Stromerzeugungsanlage auf einem Wohngebäude kostet einige Tausend Euro. Es gibt allerdings diverse Risiken, die zu einer Beschädigung oder Zerstörung der Anlage führen können. Das daraus resultierende Kostenrisiko lässt sich jedoch mit bestimmten Versicherungspolicen absichern. mehr

  • Einbruchrisiko mit staatlicher Hilfe minimieren

    [] (verpd) Früher wurde der Einbau von Einbruchschutz-Maßnahmen nur dann staatlich gefördert, wenn gleichzeitig eine energetische Sanierung beziehungsweise ein seniorengerechter Umbau vorgenommen wurde. Mittlerweile werden aber auch Einzelmaßnahmen unterstützt und zwar entweder durch einen Zuschuss oder durch einen zinsgünstigen Kredit. mehr

  • Damit ein Brand im Betrieb nicht den Ruin bedeutet

    [] (verpd) Viele Firmeninhaber, die sich über die Folgen eines Brandes im Betrieb Gedanken machen, haben in erster Linie die daraus entstehenden Sachschäden am Geschäftsgebäude und der Einrichtung sowie an den Maschinen, Waren und Vorräten im Blick. Dabei ist das Schadenrisiko noch deutlich höher, denn wegen eines Brandes kommt es nicht selten auch zu Störungen des Betriebsablaufs bis hin zum Betriebs- oder Produktionsstillstand und damit unter anderem zu Ertragsausfällen. mehr

  • Kostspielige Untertreibung

    [] (verpd) Wer glaubt, dass es für ihn günstiger ist, wenn er bei der Beantragung einer Sachversicherung wie zum Beispiel einer Hausratpolice eine niedrigere Versicherungssumme angibt, als die zu versichernden Gegenstände tatsächlich wert sind, der irrt. Denn im Schadenfall kann diese Schummelei ein x-Faches von dem kosten, was die niedrigere Versicherungssumme an Prämienersparnis gebracht hätte. mehr

  • Jeder Dritte hat Angst vor einem Einbruch

    [] (verpd) Im Jahr 2016 haben die Hausratversicherer nach vorläufigen Zahlen für 140.000 verübten Wohnungseinbrüchen in Wohnungen oder Häusern, für die eine Hausratversicherung bestand, die Summe von 470 Millionen Euro an Versicherungsleistungen erbracht. Das geht aus dem Einbruch-Report des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hervor. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.