Unerwünschte Graffiti

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(verpd) Die Meinungen gehen auseinander – für die einen ist es Kunst, für die anderen sind Graffiti an Hauswänden einfach nur ärgerliche Schmierereien. Die Kosten für die Beseitigung sind hoch und müssen eigentlich von dem Verursacher getragen werden. Doch der ist zumeist nicht zu ermitteln. Immobilienbesitzer können sich mit einer geeigneten Versicherung vor diesem Kostenrisiko schützen.

Unabhängig vom künstlerischen Wert oder ihrer Schönheit sind Graffiti, die ohne Genehmigung oder Auftrag des Gebäudeinhabers auf eine Wand gesprayt wurden, im juristischen Sinn eine Sachbeschädigung, wie aus den Paragrafen 303 und 304 StGB (Strafgesetzbuch) hervorgeht. Der Sprayer muss nicht nur für die Beseitigung seiner Tags, also zum Beispiel der Schriftzüge und Figuren aufkommen, sondern ihm droht auch eine Geld- und/oder Haftstrafe. Außerdem haftet er für den gesamten Schaden, auch wenn er als Einziger von einer Gruppe erwischt wird.

Betritt der Sprayer für das Graffitisprayen auch noch ein fremdes Grundstück, kommt der Sachverhalt des Hausfriedensbruchs gemäß Paragraf 123 StGB erschwerend hinzu. Auch wenn junge Täter, sofern sie erwischt werden, noch unter das Jugendstrafrecht fallen und milde behandelt werden, bedeutet dies nicht, dass sie nicht für den materiellen Schaden aufkommen müssen. Dieser Schaden kann nämlich als zivilrechtliche Forderung über 30 Jahre im Nachhinein geltend gemacht werden.

Kostenabsicherung für Immobilienbesitzer

So weit zur Theorie, denn in der Praxis werden die allermeisten Sprayer nicht erwischt, sodass die Kosten, die für die Beseitigung der Schmierereien anfallen, in aller Regel beim Hausbesitzer hängen bleiben. Übrigens entstanden allein der Deutschen Bahn im Jahr 2015 Kosten für die Entfernung der unerwünschten Graffiti in Höhe von 34 Millionen Euro. Das sind 34 Millionen Euro, für die eigentlich die Verursacher hätten haftbar gemacht werden können, wenn sie erwischt worden wären.

Geschädigte müssen für die Reinigung pro Quadratmeter Hauswand mit Reinigungskosten von rund 100 Euro oder mehr rechnen. Hinzu kommen eventuell noch Anfahrts- und Gutachterkosten, denn in vielen Fällen muss erst einmal durch einen Sachverständigen geklärt werden, wie sich das jeweilige Graffiti wieder entfernen lässt.

Hausbesitzer können dieses Risiko in vielen Fällen jedoch vorab in einer Wohngebäude-Versicherung mit einschließen, sofern in der Police Graffitischäden noch nicht abgesichert sind. Denn neben den versicherbaren Schadensursachen Brand, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Sturm und/oder Hagel bieten einige Versicherer optional den Einschluss weiterer Risiken wie beispielsweise die Beschädigung durch unerlaubt angebrachte Graffiti gegen Aufpreis mit an.

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