Steuerfreie Versicherungsleistungen im Schadenfall

 - 

(verpd) Viele Risiken, die beispielsweise das Hab und Gut betreffen, lassen sich mit einer Versicherungspolice finanziell absichern. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) verdeutlicht, wann Versicherungsleistungen nicht versteuert werden müssen.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zahlen die deutschen Schaden- und Unfallversicherer täglich mehr als 120 Millionen Euro an Versicherte und Geschädigte aus. Spätestens bei der Anfertigung der jährlichen Steuererklärung fragen sich viele, ob sie die erhaltene Versicherungsleistung versteuern müssen oder nicht.

Privat und steuerfrei

In der Regel gilt: Leistet eine Versicherung für beschädigte Gegenstände, die dem Privatbereich des Geschädigten zuzuordnen sind, muss diese Versicherungsleistung nicht versteuert werden. Zahlt beispielsweise eine Hausrat- oder Wohngebäude-Versicherung für beschädigte Gegenstände, die dem Privatbereich des Versicherten zuzuordnen sind, muss die Schadensleistung nicht dem Finanzamt angegeben beziehungsweise versteuert werden.

Hat beispielsweise ein Brand das Dach des selbst genutzten Einfamilienhauses und die privat genutzte Wohnungseinrichtung eines Versicherungskunden zerstört, muss er die entsprechenden Versicherungsleistungen der Wohngebäude- und Hausrat-Versicherungen nicht versteuern. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch die Versicherungsleistungen zum Beispiel für die Dachreparatur und der Schadenersatz für das zerstörte Inventar waren.

Auch ein Unfallgegner, der von der Kfz-Versicherung des Unfallverursachers die Autoreparatur für seinen privaten Wagen überwiesen bekommt, muss diese nicht versteuern. Erhält ein Unfallopfer aufgrund von schweren Unfallverletzungen eine Rente als Unterhaltsersatz und/oder ein Schmerzensgeld von der Kfz-Versicherung des Unfallverursachers, ist auch dieses Geld steuerfrei.

Wenn Dinge ersetzt werden, die steuerlich abgesetzt wurden

Steuerlich relevant sind laut GDV dagegen Versicherungsleistungen, sofern sie „Ersatz für steuerpflichtige Einnahmen oder steuerlich geltend gemachte Werbungskosten darstellen“. Auch Leistungen von Versicherungspolicen, deren Versicherungsprämien als Werbungskosten oder Betriebsausgaben von der Steuer abgezogen wurden, sind dem Finanzamt anzugeben.

Zahlt beispielsweise die Hausratversicherung nach einem Wohnungsbrand für ein ausschließlich beruflich genutztes Notebook, das der Arbeitnehmer im Rahmen der Werbungskosten als Arbeitsmittel steuerlich geltend gemacht hat, muss die Versicherungsleistung versteuert werden. Nur dann kann der Arbeitnehmer ein neues Notebook wieder als Arbeitsmittel von der Steuer absetzen beziehungsweise die Entschädigungsleistung mit den Kosten für das neue Gerät verrechnen und den übersteigenden Betrag wieder als Werbungskosten geltend machen.

Dies gilt auch, wenn zum Beispiel im Restaurant ein Tischnachbar versehentlich das Arbeitsnotebook eines Arbeitnehmers herunterwirft und die Privathaftplicht-Versicherung des Schädigers das Gerät ersetzt. Wurde das beschädigte oder zerstörte Notebook aufgrund einer anteiligen privaten Nutzung nur teilweise als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht, ist die Schadensersatzzahlung der Versicherung ebenfalls nur anteilig zu versteuern.

Besonderheit für Unternehmer und Vermieter

Hat ein Firmeninhaber oder Freiberufler zum Beispiel ein Notebook als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht, und erhält er von einer Versicherung aufgrund einer Beschädigung des Geräts eine Schadenersatzzahlung, muss er diese Leistung entsprechend verbuchen und versteuern. Dabei spielt es keine Rolle, ob er die Versicherungsleistung von einer Haftpflichtversicherung eines Schädigers oder von seiner eigenen Geschäfts- oder Elektronikversicherung bekommen hat.

Auch Leistungen aus der Geschäftsinhalts- und/oder einer Betriebsunterbrechungs-Versicherung sind zu versteuern.

Für Vermieter können Versicherungsleistungen unter Umständen steuerpflichtig sein: Vermieter können beispielsweise in einigen Gebäudeversicherungen optional einen Mietausfall mitversichern. Im Schadenfall erhält der Vermieter dann die entgangenen Mieteinnahmen ersetzt, wenn zum Beispiel eine vermietete Wohnung nach einem Brand längere Zeit unbewohnbar ist. Diese Versicherungsleistung ist steuerpflichtig, da sie ein Ersatz darstellt für die Mieteinnahmen, die ebenfalls zu versteuern gewesen wären.

Weitere News zum Thema

  • Die Landkreise mit den meisten Wohnungseinbrüchen

    [] (verpd) In einigen kreisfreien Städten und Landkreisen wird deutlich mehr in Häuser und Wohnungen eingebrochen als in anderen. Vergleicht man die Anzahl der Einbrüche pro 100.000 Einwohner, so hat Dortmund die höchste und der Landkreis Hildburghausen die niedrigste Einbruchsquote. Konkret ist das Risiko, in Dortmund Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, fast 40-mal höher als im Landkreis Hildburghausen. Deutliche regionale Unterschiede gibt es aber auch bei den Aufklärungsquoten derartiger Delikte durch die Polizei. mehr

  • Rund 25.000 Blitz- und Überspannungsschäden pro Monat

    [] (verpd) Letztes Jahr ersetzten die deutschen Hausrat- und Wohngebäudeversicherer ihren Kunden die Schäden, die durch rund 300.000 Blitzeinschläge und Überspannungen verursacht wurden. Damit ist zwar die Anzahl derartiger Schadenereignisse im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, doch die durchschnittliche Höhe je Schaden hat einen neuen Rekordwert erreicht. mehr

  • Die teuersten Naturkatastrophen im ersten Halbjahr

    [] (verpd) Zwar wurden im ersten Halbjahr 2017 insgesamt weniger Naturkatastrophen-Ereignisse verzeichnet, allerdings hat allein in Deutschland eine schwere Unwetterserie zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2017 zu rund 600 Millionen Euro versicherten Schäden geführt. mehr

  • Eigenschutz für die heimischen vier Wände

    [] (verpd) Feuer, Wasser, Gas – es gibt diverse Risiken, die eine Wohnung oder ein Haus schwer beschädigen oder sogar komplett zerstören können. Eine unabhängige Institution erklärt online, wie man eine Immobilie vor solchen Schäden schützen kann. Der Webauftritt widmet sich auch dem Thema Einbruch-Diebstahl und räumt dabei mit so manchem Vorurteil auf. mehr

  • Überschwemmungsschäden: Fast alle Häuser sind versicherbar

    [] (verpd) Deutschlandweit sind nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) nur vier von zehn Wohngebäuden gegen Überschwemmungsschäden versichert. Dabei gibt es keine Region hierzulande, die nicht von Starkregen oder Hochwasser betroffen sein kann. Außerdem gibt es keine Garantie, dass der Staat im Schadenfall den Betroffenen mit Zuschüssen hilft. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.