So können sich Senioren vor Verbrechen schützen

 - 

Obwohl statistisch gesehen Senioren verhältnismäßig selten als Verbrechensopfer polizeilich erfasst werden, gibt es Delikte, die häufig bei dieser Personengruppe verübt werden. Der sogenannte Enkeltrick, die betrügerische Kaffeefahrt oder auch die für einen Raub vorgetäuschte Hilfsbedürftigkeit gehören hier dazu. Eine neue Broschüre zeigt, was Ältere beachten sollten, um nicht zum Opfer zu werden.

Die von der Polizei herausgebachte Broschüre „Der goldene Herbst“ wendet sich an alle Senioren und deren Angehörigen. Darin wird beschrieben, welche Verbrechen insbesondere Ältere betreffen, wie man derartige kriminelle Machenschaften bereits im Vorfeld erkennt und was man im Falle des Falles dagegen tun kann.

Der Enkeltrick

Beschrieben wird unter anderem eine besonders hinterhältige Form des Betruges, der sogenannte Enkeltrick. Die Betrüger rufen dabei ihr Opfer an, geben sich als Enkel, sonstiger Verwandter oder Bekannter aus. Die Kriminellen täuschen bei einem oder mehreren Anrufen einen finanziellen Engpass oder eine Notlage, wie einen Unfall im Ausland, vor und bitten ihr Opfer kurzfristig um Bargeld.

Sobald sich der Angerufene bereit erklärt, den geforderten Betrag zu zahlen, wird ein Bote angekündigt, der sich mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt. In der Vergangenheit haben sich Kriminelle so bereits Beträge von über 20.000 € im Einzelfall erschlichen. Experten gehen davon aus, dass durch den Enkeltrick im Jahr ein Schaden von rund 10 Millionen Euro entsteht.

Die Polizei rät, grundsätzlich bei derartigen Anrufen misstrauisch zu sein, keine Details über familiäre und finanzielle Verhältnisse bekannt zu geben und bei Familienangehörigen Rücksprache zu halten. Zudem sollte man nie Geld an unbekannte Personen übergeben. Kommt einem der Anruf verdächtig vor, ist es sinnvoll, umgehend die Polizei unter der Notrufnummer 110 zu informieren.

Teure Hilfsbereitschaft

Häufig wird vielen Älteren ihre Hilfsbereitschaft auch auf anderem Wege zum Verhängnis. Einige Diebe und Betrüger klingeln direkt an der Haustüre ihres ausgewählten Opfers und versuchen durch einen Vorwand in die Wohnung zu gelangen, um zu stehlen. Kriminelle geben dazu beispielsweise vor, dass sie einen Unfall gehabt hätten und in der Wohnung einen Arzt anrufen wollen oder dass ihnen übel ist und sie ein Glas Wasser möchten.

Einige Verbrecher geben sich aber auch als Polizist, Gerichtsvollzieher, Handwerker, Paket- oder Postmitarbeiter aus und versuchen so, in die Wohnung ihres Opfers zu gelangen. Grundsätzlich sollte man immer nur unter Verwendung einer vorgelegten Türsperre wie einem Kastenschloss mit Sperrbügel die Türe öffnen und keine Fremden in die Wohnung lassen.

Nur Handwerker, die von einem selbst bestellt worden sind, sollten auch Zugang zur Wohnung bekommen. Bei vermeintlichen Amtspersonen ist es wichtig, deren Amtsausweis auf Richtigkeit zu prüfen. Im Zweifelsfall ist es besser durch einen Anruf bei der Behörde – die Behördennummer sollte man selbst im Telefonbuch nachschlagen! – zu klären, ob der Besucher auch tatsächlich vom jeweiligen Amt geschickt wurde.

Beratungsstellen in Deutschland

Wie Senioren sich gegen diese und andere Delikte wie Einbruch-Diebstahl, Onlinebetrug, Taschendiebstahl, überteuerte Kaufangebote bei Kaffeefahrten, aber auch Gewalt schützen können, wird ausführlich in der Broschüre „Der goldene Herbst“ besprochen.

Der von der Polizei herausgegebene 52-seitige Ratgeber kann online vom Webauftritt der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes heruntergeladen werden. Die Broschüre oder eine entsprechende Beratung ist zudem bei den ortsnahen polizeilichen Beratungsstellen erhältlich.

Ist man trotz aller Vorsicht doch Opfer eines Verbrechens geworden, sollte man dies umgehend der Polizei melden, damit nicht noch andere den Kriminellen zum Opfer fallen. Bei wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Schäden infolge eines Verbrechens könnte es sein, dass dem Betroffenen nach dem Opferentschädigungs-Gesetz Versorgungsansprüche zustehen. Die Versorgungsämter und Opferhilfeeinrichtungen wie Weisser Ring e.V. informieren über diese Möglichkeiten.

Weitere News zum Thema

  • Wenn Kunden nicht zahlen

    [] (verpd) Selbst eine gut gehende Firma kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten kommen, wenn ein Großteil ihrer Forderungen, die sie gegenüber ihren Kunden aufgrund Warenlieferungen oder erbrachten Dienstleistungen hat, nicht bezahlt wird. Wie sich Unternehmen davor schützen können. mehr

  • Der passende Versicherungsschutz für die eigene Immobilie

    [] (verpd) Jeder, der ein Haus hat oder sich anschaffen möchte, sollte auch an die möglichen Risiken, die zur Beschädigung oder Zerstörung der Immobilie führen können, denken, und die finanziellen Folgen entsprechend absichern. Anderenfalls kann beispielsweise ein Blitzschlag oder ein sonstiger Unwetterschaden schnell zum finanziellen Ruin führen. mehr

  • Wie Unternehmer Einbrecher abschrecken können

    [] (verpd) 2015 verzeichnete die Polizei rund 89.000 Einbruchdiebstähle in Gewerbeobjekte. Der Gesamtschaden durch Einbrecher beträgt jährlich mehrere Hundert Millionen Euro. Ein umsichtiges Verhalten und geeignete Vorkehrungen könnten jedoch einige Schäden verhindern oder zumindest die Schadenhöhe reduzieren. Tipps dazu gibt es von der Versicherungswirtschaft und der Polizei. mehr

  • Wovor sich Unternehmen am meisten fürchten

    [] (verpd) Betriebsunterbrechungen werden global betrachtet aus Unternehmenssicht am meisten gefürchtet. Weiter zugenommen hat nach einer aktuellen Studie eines Versicherers die Gefahrenwahrnehmung von Cybervorfällen, die in Deutschland sogar erstmals als größtes Geschäftsrisiko gesehen werden. mehr

  • Katastrophenwarnung per Handy

    [] (verpd) Wer rechtzeitig darüber informiert ist, dass ein Unwetter, zum Beispiel Sturm oder Hagel oder eine sonstige Katastrophe zu erwarten ist, kann sich und eventuell auch sein Hab und Gut entsprechend absichern und das Schadenrisiko auf ein Minimum reduzieren. Entsprechende Apps auf Smartphones und Tablets machen dies möglich. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.