Rohrbruch – eine Frage der Verantwortlichkeit

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(verpd) Die Verpflichtung eines Wasserversorgungs-Unternehmen zur ordnungsgemäßen Unterhaltung der Frischwasserzuleitung erstreckt sich bis zur Wasseruhr des Abnehmers. Kommt es dieser Verpflichtung nicht nach und wird dadurch im Bereich vor der Wasseruhr ein Schaden verursacht, so ist der Versorger auch dann zum Schadenersatz verpflichtet, wenn sich die Schadstelle innerhalb des Anwesens des Geschädigten befindet.

Das hat das Oberlandesgericht Koblenz in einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 1 U 1281/12).

Eine Immobilienbesitzerin befand sich auf einem längeren Auslandsaufenthalt, als es zu einem Wasserschaden in ihrer Garage kam. Ursache war eine korrodierte Frischwasserzuleitung, durch welche das Wasser ausgetreten war. Mit dem Argument, dass sich das schadhafte Rohr noch vor der Wasseruhr befand und daher das Wasserversorgungs-Unternehmen für den Schaden verantwortlich sei, forderte die Klägerin von diesem Schadenersatz.

Der Versorger weigerte sich jedoch zu zahlen. Nach seiner Meinung ist er nämlich ausschließlich für Rohre außerhalb von Gebäuden verantwortlich. Dem schloss sich das in erster Instanz angerufene Koblenzer Landgericht an. Es wies die Schadenersatzklage als unbegründet zurück. Zu Unrecht, urteilten nun die Richter die Koblenzer Oberlandesgericht. Sie gaben der Berufung der Klägerin dem Grunde nach statt und wiesen den Rechtsstreit zur Entscheidung über die Höhe der Klageforderung an die Vorinstanz zurück.

Hinter der Wasseruhr ist Schluss

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme befand sich die Schadstelle im Bereich oberhalb des Garagenbodens – und zwar vor der Wasseruhr. Dieser Leitungsteil steht nach Überzeugung des Gerichts im Eigentum der Beklagten. Daher trifft sie eine uneingeschränkte Kontroll- und Unterhaltungspflicht. Ihre haftungsrechtliche Verantwortung endet nämlich erst hinter der Messeinrichtung.

„Zumindest bei einem regelmäßig stattfindenden Austausch der Wasseruhr hätte die zuführende Frischwasserleitung von einem Mitarbeiter der Beklagten auf ihre Schadhaftigkeit kontrolliert werden können und müssen“, so das Gericht.

Der Klägerin kann nach Meinung der Richter folglich auch kein Mitverschulden wegen unterlassener eigener Kontrolle vorgeworfen werden. Denn sie durfte sich darauf verlassen, dass die Beklagte ihrer Kontrollpflicht nachkommen wird. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Als Immobilienbesitzer abgesichert

Wer als Immobilienbesitzer sichergehen möchte, dass er nicht nur recht hat, sondern auch sein Recht bekommt, sollte eine Wohnungs- und Grundstücks-Rechtsschutz-Police haben. Eine solche Police würde bei vorheriger Leistungszusage die Kosten für einen derartigen Rechtsstreit übernehmen.

Dabei sind nicht nur die Anwalts- und Gerichtskosten für Streitigkeiten, bei denen ein Dritter, im genannten Gerichtsfall das Wasserversorgungs-Unternehmen, das Gebäude oder das Grundstück beschädigt hat, absicherbar.

Auch die Prozesskosten für Streitigkeiten wegen einer unzulässigen Umzäunung oder Grenzbepflanzung durch den Nachbarn oder über wiederkehrende Haus- und Grundstücksabgaben wie Grundsteuer oder Abwassergebühren sind beispielsweise mit abgedeckt. Üblicherweise besteht der Versicherungsschutz nach einer Wartezeit von meist drei Monaten nach Vertragsabschluss.

Welche Rohrbruchschäden die Gebäudeversicherung übernimmt

Übrigens: In einer Gebäudeversicherung kann der Immobilienbesitzer Leitungswasserschäden durch frostbedingte oder sonstige Rohrbruchschäden von Zu- und Ableitungen innerhalb des versicherten Gebäudes und von Zuleitungen auch innerhalb des versicherten Grundstücks absichern. Wenn vereinbart, sind auch Rohre und Installationen unterhalb der Bodenplatte eines Hauses versichert.

Außerhalb des Gebäudes und innerhalb des Grundstücks besteht in der Regel Versicherungsschutz, sofern die Zuleitungen zur Versorgung des Gebäudes oder der Anlage dienen und man als Grundstücks- und Immobilienbesitzer für diese Leitungen die Gefahr trägt. Dies traf im genannten Gerichtsfall nicht zu, hier haftete der Wasserversorger für die beschädigte Zuleitung.

Optional können häufig auch die Ableitungen inner- und außerhalb des versicherten Grundstücks gegen einen kleinen Aufpreis in den Versicherungsschutz einer Gebäudeversicherung mit eingeschlossen werden.

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