Naturkatastrophen – Ein oft unterschätztes Risiko

 - 

(verpd) Schätzungen eines Rückversicherers zufolge ist das Naturkatastrophen-Risiko weltweit mit etwa 137 Milliarden Euro jährlich unterversichert. Davon entfallen allein auf Deutschland circa 1,9 Milliarden Euro an Schäden, die innerhalb eines durchschnittlichen Jahres durch Naturkatastrophen entstehen und nicht durch einen passenden Versicherungsschutz abgesichert sind.

Die Geschädigten müssen zum größten Teil alleine diese Schadenskosten tragen. Doch auch bei anderen Sachgefahren besteht ein hohes Absicherungsdefizit.

In einer aktuellen Studie schätzt ein international agierender Rückversicherer die weltweite Deckungslücke bei Naturkatastrophen – also die Differenz zwischen versichertem und gesamtem Schaden – pro Jahr auf 153 Milliarden US-Dollar oder umgerechnet 137 Milliarden Euro.

Die Zahlen basieren auf einem „durchschnittlichen“ Katastrophenjahr. Grundlage der Schätzungen sind historische Daten und Modellrechnungen zum Schadenpotenzial der Naturkatastrophen-Risiken. Die drei größten Naturgefahren sind dabei Erdbeben, Überschwemmungen und Stürme.

Hohe Sachwerte ohne passenden Versicherungsschutz

Für Europas größte Volkswirtschaft, Deutschland, errechnet der Rückversicherer eine geschätzte jährliche Deckungslücke von 2,1 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro). Für Österreich und die Schweiz beläuft sie sich auf jeweils 400 Millionen US-Dollar (je rund 358 Millionen Euro). Mehr als die Hälfte der ermittelten Summe fällt auf die USA, Japan und China, die gemeinsam eine Deckungslücke von 81 Milliarden US-Dollar (73 Milliarden Euro) aufweisen. In den Schwellenländern seien durchschnittlich 80 bis 100 Prozent der wirtschaftlichen Schäden nicht versichert.

In den vergangenen 40 Jahren hat sich die Deckungslücke „stetig ausgeweitet“, obwohl auch die Summe der Schadenzahlungen in diesem Zeitraum stark zugenommen habe, wird in der Studie konstatiert. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und anhaltender Urbanisierung habe der Wert der gefährdeten Sachwerte global stärker zugenommen als die Versicherungsnachfrage, erläutert der Rückversicherer.

Laut Studienautoren betrug der kumulative Sachschaden infolge von Naturkatastrophen in den vergangenen zehn Jahren weltweit 1,8 Billionen US-Dollar (1,6 Billionen Euro). Davon sind nach Angaben des Rückversicherers nur rund 30 Prozent versichert gewesen. Die gesamte Deckungslücke betrug laut Studie demnach 1,3 Billionen US-Dollar (1,2 Billionen Euro).

60 Milliarden Euro Deckungslücke bei anderen Sachrisiken

Die Studie befasste sich außerdem mit der Unterversicherung von Sachschadenrisiken, wie Feuer, Wasserschaden und Einbruch, die nicht unter die Naturkatastrophen fallen. Auch hier besteht laut der Studie eine hohe Unterversicherung, also eine große Differenz zwischen tatsächlich eingetretenen und versicherten Schäden. Entsprechend einer konservativen Schätzung besteht diesbezüglich eine zusätzliche Deckungslücke von 68 Milliarden US-Dollar (61 Milliarden Euro) bei allgemeinen Sachrisiken.

Viele der am stärksten unterversicherten Länder weisen ein hohes Wirtschaftswachstum auf, führt der Rückversicherer aus. Während die rasch wachsende Mittelklasse in diesen Ländern stetig wohlhabender wird, hinkt die Versicherungsnachfrage laut Studienautoren jedoch hinterher.

Dies verstärke die Unterversicherung. Insgesamt ergibt sich bei den allgemeinen Sachschäden und den modellierten Naturkatastrophen-Schäden zusammen eine weltweite Deckungslücke bei Sachrisiken von 221 Milliarden US-Dollar (198 Milliarden Euro) pro Jahr.

Bedarfsgerechte Absicherung

Um sich als Einzelner gegen die finanziellen Schäden infolge von Naturgewalten und sonstigen Sachrisiken wie Feuer zu schützen, bietet die Versicherungswirtschaft auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Sachversicherungen an. Schäden am Auto, die durch Brand, Hagel, Blitz oder Sturm verursacht werden, lassen sich durch eine Teilkaskoversicherung, die automatisch auch in der Vollkaskoversicherung enthalten ist, absichern.

Immobilienbesitzer können zum Beispiel Schäden an ihrem Haus durch Brand, Sturm, Blitzeinschlag und bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser mit einer Wohngebäudeversicherung abdecken. Schäden am Hausrat durch diese und weitere Risiken wie Einbruch-Diebstahl können mithilfe einer Hausratversicherung abgesichert werden. Firmen, die eine Geschäftsinhalts-Versicherung abgeschlossen haben, erhalten Schäden, die am Inventar ihres Betriebes durch Sachrisiken wie Brand, Einbruch-Diebstahl, Sturm, Hagel und Blitzschlag entstanden sind, erstattet.

Neben den üblichen versicherten Gefahren der Sachversicherungen können meist optional auch die sonstigen Naturgewalten, wie zum Beispiel Starkregen, Überschwemmung, Erdsenkung, Erdrutsch, Lawinen, Schneelast und Erdbeben mitversichert werden. Dies ist meist gegen einen kleinen Aufpreis durch den Einschluss einer erweiterten Elementarschadendeckung in der Sachpolice, also beispielsweise in der Wohngebäude- und/oder der Hausratversicherung möglich.

Weitere News zum Thema

  • Wenn Schätze zu Hause aufbewahrt werden

    [] (verpd) Das Inventar einer Wohnung wie Möbel, Elektrogeräte, Kleidung und Vorräte ist in einer Hausratversicherung im Versicherungsfall, also zum Beispiel bei einem Brand, bis zur vereinbarten Versicherungssumme abgesichert. Für bestimmte Wertsachen wie teuren Schmuck, wertvolle Münzsammlungen und Antiquitäten besteht ein Versicherungsschutz durch die Hausrat-Police meist nur bis zu einer bestimmten Höhe. Allerdings können auch solche Kostbarkeiten umfassend abgesichert werden. mehr

  • Unfälle beim Heizen mit Gas sind vermeidbar

    [] (verpd) Gas wird hierzulande in rund der Hälfte aller Haushalte zum Heizen und/oder Kochen verwendet, wobei die Nutzung eine relativ sichere Angelegenheit ist, wie Experten bestätigen. Dennoch sollte jeder einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um das Unfallrisiko klein zu halten. mehr

  • Zeitgemäßer Premiumschutz für den Hausrat

    [] (verpd) Der Versicherungsschutz für den Hausrat sollte auch der aktuellen Lebenssituation gerecht werden. In vielen älteren Hausrat-Versicherungsverträgen sind jedoch Risiken und Gegenstände, die in heutigen Haushalten mittlerweile gang und gäbe sind, noch nicht abgesichert. mehr

  • Wertvolles Equipment im Firmenfahrzeug

    [] (verpd) Werkzeuge und Waren in Montage- oder Auslieferungsfahrzeugen sind verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Eine Kfz-Kaskoversicherung übernimmt jedoch die Schäden oder den Verlust, zum Beispiel aufgrund eines Diebstahls, am Autoinhalt nicht. Es gibt jedoch eine Versicherungslösung, bei der das Equipment eines Firmenwagens nicht nur bei einer Beschädigung durch Unfall, Brand oder Einbruch-Diebstahl, sondern sogar auch aufgrund einer Vollbremsung abgesichert ist. mehr

  • Schutz bei einem ungeplanten Maschinen- oder Anlagenausfall

    [] (verpd) Funktioniert eine Maschine oder Anlage plötzlich nicht mehr, kostet das nicht nur Zeit und Geld für Reparaturen und Ersatzteile oder für einen kompletten Ersatz. Nicht selten kommen noch weitere Kosten und Ertragseinbußen hinzu. Dieses häufig unberechenbare Kostenrisiko lässt sich jedoch mit Versicherungspolicen absichern und wird damit kalkulierbar. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.