Mit ein paar Mausklicks das Hochwasserrisiko abschätzen

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Ein geografisches Informationssystem soll bald für jedermann den Gefährdungsgrad des eigenen Gebäudes durch Naturgefahren sichtbar machen. Die deutsche Versicherungswirtschaft hat jüngst ein Modellprojekt zur Erkennung von Hochwassergefahren in Sachsen gestartet. Es basiert auf dem System zur Risikoeinschätzung „Zürs“.

Mit einem Pilotprojekt zur Erkennung von Hochwassergefahren macht die deutsche Versicherungswirtschaft erstmals ihr umfangreiches Informationssystem der Öffentlichkeit zugänglich.

Zunächst wurde „Zürs“ (Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) als öffentlich Testversion „Zürs public“ Ende April in Sachsen freigeschaltet. Ziel ist es, die Webseite www.zuers-public.de letztlich bundesweit freizuschalten.

„Naturgefahrenrisiko auf einen Blick“

Vielen Bürgern sei nicht bewusst, dass sie zur Absicherung gegen Naturgefahren ihre Gebäudeversicherung um eine Elementarschaden-Versicherung erweitern müssen.

Zürs public solle den Menschen das Naturgefahrenrisiko bewusst machen und sie dazu anhalten, durch schadenverhütende Maßnahmen und durch entsprechenden Versicherungsschutz darauf zu reagieren, erklärte Bernhard Gause, Mitglied der Hauptgeschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

„Mit Zürs public erkennen die Sachsen das Naturgefahrenrisiko auf einen Blick und können es dadurch besser bewerten.“ Fast 99 Prozent der Gebäude in Deutschland sind nach Aussage von Dr. Robert Pohlhausen, Vorsitzender des GDV-Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung, problemlos gegen Elementargefahren versicherbar.

Adresse eingeben und die Gefahrenlage wird sichtbar

Zürs public ist Teil einer Informationskampagne für mehr Naturgefahrenschutz, die vom Land Sachsen, der Verbraucherzentrale Sachsen und der deutschen Versicherungswirtschaft im Frühjahr dieses Jahres ins Leben gerufen worden war. Für das Pilotprojekt wurden Daten des Freistaats und der Versicherungswirtschaft zusammengeführt.

Der Nutzer muss bei Zürs public lediglich die entsprechende Adresse eingeben. Angezeigt werden neben der Hochwassergefährdung auch Gefahren durch Starkregen, Sturm/Hagel und Blitz/Überspannung.

Eingangs wird darauf hingewiesen, dass aus den Darstellungen und Texten weder Rechtsansprüche begründet noch abgeleitet werden können. Der GDV, die VdS Schadenverhütung GmbH (VdS) und die Länder übernehmen keine Haftung für Vollständigkeit und Inhalt.

Über 20 Millionen Hauskoordinaten eingespeist

Seit der ersten Zürs-Version von 2001 wurden bis heute mehr als 20 Millionen Hauskoordinaten in das System eingestellt. Zudem wurden rund 200000 Kilometer Fließgewässer darin aufgenommen. Schließlich gingen Überschwemmungsdaten von mehr als 200 Wasserwirtschafts-Behörden aus allen Bundesländern in Zürs ein.

Auslöser für die Informationskampagne in Sachsen war das schwere Sommerhochwasser im Jahr 2010, das hohe Schäden angerichtet hatte.

Das Überschwemmungsrisiko wird jetzt für jeden Wohnort ausgewiesen. Nach einer erfolgreichen Testphase in Sachsen sollen weitere Bundesländer in das Informationssystem integriert werden.

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