Milliardenschäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2016

 - 

(verpd) Weniger Naturkatastrophen-Ereignisse, aber eine weltweit höhere Schadensumme meldet ein Rückversicherer für das erste Halbjahr 2016 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2015. Allein im Mai und Juni 2016 entstanden in Europa Schäden durch Unwetter in Höhe von 5,4 Milliarden Euro, fast die Hälfte davon in Deutschland.

Nach einer internationalen Schadensbilanz eines Rückversicherers für das erste Halbjahr 2016 gab es weltweit 350 Schäden durch Naturkatastrophen und damit 50 weniger als in der ersten Jahreshälfte 2015. Die Schadenhöhe dieser in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gezählten Schäden belief sich weltweit auf rund 70 Milliarden US-Dollar – umgerechnet circa 63,3 Milliarden Euro. Das ist rund ein Fünftel mehr, als die 400 Schäden im ersten Halbjahr 2015 an Schadenskosten verursachten, damals lag die Schadenhöhe bei 59 Milliarden Dollar (53,3 Milliarden Euro).

Die Gesamtschäden lagen laut Experten über dem inflationsbereinigten Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre (63 Milliarden Dollar; 56,9 Milliarden Euro), aber unter dem der vergangenen zehn Jahre (92 Milliarden US-Dollar; 83,1 Milliarden Euro).

Rund 40 Prozent der Schäden versichert

Von den gesamten Schäden im ersten Halbjahr waren 27 Milliarden Dollar (24,4 Milliarden Euro) durch entsprechende Versicherungspolicen abgedeckt. Im Vorjahr waren bis Juni versicherte Schäden in Höhe von 19 Milliarden Dollar (17,2 Milliarden Euro) registriert worden. Die versicherten Schäden entsprachen der Höhe nach dem inflationsbereinigten Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre und lagen über jenem der vergangenen 30 Jahre, dieser Wert belief sich nämlich auf 15 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 13,8 Milliarden Euro.

Schadentreiber waren nach Angaben des Rückversicherers schwere Erdbeben in Japan und Ecuador, Unwetter in Europa und den USA sowie Waldbrände in Kanada. Schwergewitter mit Hagel, Starkregen und Sturzfluten verursachten in den USA und in Europa Gesamtschäden von mehr als 20 Milliarden US-Dollar (über 18 Milliarden Euro).

Die höchsten Schäden verursachten zwei Erdbeben im April auf Kyushu, der südlichsten der vier japanischen Hauptinseln. Der Gesamtschaden betrug 25 Milliarden Dollar (22,6 Milliarden Euro), wovon 5,9 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) versichert waren.

Deutschland war stark betroffen

Den Gesamtschaden durch Unwetter in Europa im Mai und Juni wurde mit 5,4 Milliarden Euro beziffert. Davon waren 2,7 Milliarden Euro versichert. Knapp die Hälfte der Schadensumme, nämlich 2,6 Milliarden Euro Gesamtschäden und 1,2 Milliarden Euro versicherte Schäden, entfiel auf Naturkatastrophen-Schäden in Deutschland.

Das deckt sich mit der Schadenschätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) für die Schäden durch die Sturmtiefs Elvira und Friederike zwischen Ende Mai und Anfang Juni.

Nach Aussagen eines Sprechers des Rückversicherers haben wissenschaftliche Studien ergeben, dass „Starkniederschläge in einzelnen Regionen Europas in den vergangenen Jahrzehnten häufiger geworden sind. So nahmen von 1951 bis 2010 Starkniederschlag-Ereignisse im Frühjahr, die sich früher rechnerisch einmal in 20 Jahren ereigneten, bereits um den Faktor 1,7 zu. Daran dürfte der Klimawandel einen Anteil haben“.

Individuelle Absicherung gegen Naturkatastrophen

Wie die Schadensbilanz zeigt, war nur ein Teil der gesamten Schadensumme, die auf Naturkatastrophen zurückzuführen ist, durch entsprechende Versicherungspolicen finanziell abgesichert. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Privatpersonen, aber auch Unternehmer ihr Hab und Gut absichern können.

Unwetterschäden durch Hagel, Blitz und Sturm am Auto lassen sich beispielsweise durch eine Teilkaskoversicherung absichern. Hausbesitzer, die gegen Schäden an der Immobilie durch Brand, Blitzeinschlag, Sturm und Hagel abgesichert sein möchten, benötigen eine Gebäudeversicherung. Die gleichen Risiken sind zur Absicherung des Hausrates in einer Hausrat-Police oder zum Schutz des Firmeninventars in einer Geschäftsinhalts-Versicherung versichert.

Während Brand-, Sturm- und Hagelschäden üblicherweise in einer Gebäude-, Hausrat- oder auch Geschäftsinhalts-Police versichert sind, sind mögliche Naturkatastrophen wie Überschwemmung, Schneelast, Lawinen, Erdrutsche oder Erdbeben häufig nicht abgedeckt. Doch auch die meisten dieser Gefahren können gegen einen Prämienaufschlag in einen bestehenden Sachversicherungs-Vertrag im Rahmen einer Elementarschaden-Versicherung mitversichert werden.

Weitere News zum Thema

  • So bleibt ein Schaden an der Photovoltaikanlage bezahlbar

    [] (verpd) Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es hierzulande rund 1,6 Millionen Photovoltaikanalgen, die auf Hausdächern, aber auch auf Feldern installiert sind. Alleine eine solche Stromerzeugungsanlage auf einem Wohngebäude kostet einige Tausend Euro. Es gibt allerdings diverse Risiken, die zu einer Beschädigung oder Zerstörung der Anlage führen können. Das daraus resultierende Kostenrisiko lässt sich jedoch mit bestimmten Versicherungspolicen absichern. mehr

  • Einbruchrisiko mit staatlicher Hilfe minimieren

    [] (verpd) Früher wurde der Einbau von Einbruchschutz-Maßnahmen nur dann staatlich gefördert, wenn gleichzeitig eine energetische Sanierung beziehungsweise ein seniorengerechter Umbau vorgenommen wurde. Mittlerweile werden aber auch Einzelmaßnahmen unterstützt und zwar entweder durch einen Zuschuss oder durch einen zinsgünstigen Kredit. mehr

  • Damit ein Brand im Betrieb nicht den Ruin bedeutet

    [] (verpd) Viele Firmeninhaber, die sich über die Folgen eines Brandes im Betrieb Gedanken machen, haben in erster Linie die daraus entstehenden Sachschäden am Geschäftsgebäude und der Einrichtung sowie an den Maschinen, Waren und Vorräten im Blick. Dabei ist das Schadenrisiko noch deutlich höher, denn wegen eines Brandes kommt es nicht selten auch zu Störungen des Betriebsablaufs bis hin zum Betriebs- oder Produktionsstillstand und damit unter anderem zu Ertragsausfällen. mehr

  • Kostspielige Untertreibung

    [] (verpd) Wer glaubt, dass es für ihn günstiger ist, wenn er bei der Beantragung einer Sachversicherung wie zum Beispiel einer Hausratpolice eine niedrigere Versicherungssumme angibt, als die zu versichernden Gegenstände tatsächlich wert sind, der irrt. Denn im Schadenfall kann diese Schummelei ein x-Faches von dem kosten, was die niedrigere Versicherungssumme an Prämienersparnis gebracht hätte. mehr

  • Jeder Dritte hat Angst vor einem Einbruch

    [] (verpd) Im Jahr 2016 haben die Hausratversicherer nach vorläufigen Zahlen für 140.000 verübten Wohnungseinbrüchen in Wohnungen oder Häusern, für die eine Hausratversicherung bestand, die Summe von 470 Millionen Euro an Versicherungsleistungen erbracht. Das geht aus dem Einbruch-Report des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hervor. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.