Lautstarker Lebensretter für wenig Euro

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(verpd) Vor rund 15 Jahren startete die Kampagne Rauchmelder retten Leben, die unter anderem vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) ins Leben gerufen wurde.

Und die Kampagne hat sich gelohnt, denn die Zahl der jährlichen Brandtoten hat sich mittlerweile auf etwa 400 pro Jahr halbiert, so der GDV. In der Zwischenzeit wurden in allen Bundesländern, abgesehen von Berlin und Brandenburg, Gesetze zur Installation von Rauchmeldern erlassen.

Es gibt zahlreiche Ursachen, die zu einem Wohnungsbrand führen können. Rund ein Viertel aller Brände sind auf technische Fehler bei elektrischen Geräten oder auf durchgeschmorte Kabel zurückzuführen. Vor allem Geräte, die sich aufheizen, wie zum Beispiel Heizdecken, Bügeleisen oder Heizlüfter sind gefährlich. Aber auch Kabel, Steckdosen und Mehrfachstecker, die überlastet werden, sind problematisch – ebenso wie alle Geräte, die sich im Stand-by-Modus befinden.

Häufig ist die Brandursache in Hobbykellern, Dachböden oder Küchen zu finden. Es reicht schon eine nicht abgeschaltete Herdplatte oder ein eingeschalteter Backofen mit vergessenen Brötchen aus, um einen Brand zu verursachen. Leicht brennbare Materialien und Flüssigkeiten, eine heruntergefallene Zigarettenglut oder eine vergessene Kerze, die den Adventskranz entzündet, sind weitere, häufig vorkommende Brandursachen und -quellen.

Nachts ist man besonders gefährdet

Der Geruchssinn von Menschen, die schlafen, ist – ganz im Gegensatz zum Hörsinn – nicht oder kaum vorhanden. Deshalb wacht man auch nicht auf, wenn nachts ein Brand entsteht und sich innerhalb von kurzer Zeit die Räume mit giftigem Brandrauch füllen. Dies erklärt, warum rund 70 Prozent der Menschen, die bei einem Wohnungsbrand verletzt oder getötet werden, nachts vom Feuer überrascht wurden.

95 Prozent der Getöteten sterben dabei nicht an der direkten Einwirkung der Flammen, sondern an den Folgen der Rauchvergiftung, da dieser Rauch bereits nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit führen kann. Eine Flucht aus eigener Kraft ist dann nicht mehr möglich. „Im Brandfall verbleiben durchschnittlich vier Minuten zur Flucht. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass eine Rauchgasvergiftung schon nach zwei Minuten tödlich sein kann“, betont in diesem Zusammenhang Christian Rudolph, Vorstand des Forums Brandrauchprävention e.V.

Er ergänzt: „Ein Rauchmelder verschafft genau die entscheidenden Minuten Vorsprung, um sich in Sicherheit zu bringen.“ Der Brandmelder sorgt nämlich mit seinem sehr lauten und schrillen Alarm mit mindestens 85 dB(A) dafür, dass man bei einer entsprechenden Rauchentwicklung geweckt wird und sich und seine Angehörigen in Sicherheit bringen kann.

Gesetzliche Vorschriften mit Übergangszeiten

Dass Rauchmelder Leben retten, ist unstrittig. Kein Wunder also, dass die allermeisten Bundesländer mittlerweile eine Brandmelderpflicht haben. Lediglich in Berlin und in Brandenburg gibt es noch keine entsprechenden Vorschriften. Doch auch wenn es entsprechende Gesetze gibt, bedeutet es noch nicht, dass wirklich in allen Wohnräumen diese Melder installiert sind beziehungsweise sein müssen. Die Gesetzgeber in den Bundesländern haben nämlich zum Teil Übergangsregelungen, vor allem für Bestandsgebäude geschaffen.

So müssen beispielsweise bestehende Wohnungen in Bayern bis zum 31.12.2017 und in Thüringen bis zum 31.12.2018 mit einem Brandmelder nachgerüstet werden. In Sachsen, hier soll ab 1.1.2016 eine Brandmelderpflicht für Neu- und Umbauten gelten, gibt es für Bestandsgebäude gar keine Regelung. Egal ob Rauchmelder vorgeschrieben sind oder nicht, sollte es jedoch im eigenen Interesse sein, dass entsprechende Geräte installiert sind, denn das Piepen der Rauchmelder entscheidet oft über Leben und Tod.

„Wir hoffen, dass die Rauchmelderpflicht bald in allen Bundesländern eingeführt wird”, meint in diesem Zusammenhang auch Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Er erklärt: „Denn bis alle privaten Haushalte dann tatsächlich auch mit Rauchmeldern ausgestattet sind, dauert es noch einige Jahre, da die gesetzlichen Regelungen schrittweise umgesetzt werden.”

Wer für die Installation zuständig ist

In den allermeisten Fällen ist der Bauherr beziehungsweise der Eigentümer oder Vermieter in der Pflicht, das heißt er hat Sorge zu tragen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Brandmelder installiert und funktionsfähig sind. Er kann dabei die Kosten für Installation und Wartung auf den Mieter umlegen.

Das bedeutet: Für die Installationskosten ist eine anteilige Erhöhung der Miete um maximal elf Prozent der Investitionskosten jährlich möglich. Die Kosten für die Wartung können ebenfalls umgelegt werden. Sie sind dann in der Nebenkostenabrechnung entsprechend zu berücksichtigen. Der Vermieter kann außerdem über entsprechende Klauseln im Mietvertrag die Installation, die Wartung, das Ersetzen der Batterie und den Funktionstest auch auf den Mieter übertragen.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es in diesem Zusammenhang eine Besonderheit, denn hier ist der „Besitzer“ für die Installation der Rauchmelder verantwortlich – und der Besitzer ist der Mieter und zwar ab dem Zeitpunkt der Schlüsselübergabe. Erst wenn er diesen Schlüssel wieder an den Vermieter zurückgibt, ist dieser der Besitzer und muss für eine gesetzeskonforme Installation geradestehen.

Wo installieren?

Damit ein Rauchmelder korrekt funktioniert, muss er an der richtigen Stelle, nämlich an der Decke in einem Abstand von mindestens 50 Zentimetern zu den Wänden in waagrechter Position installiert werden. Ungeeignet sind Standorte in der Nähe von Luftschächten beziehungsweise solche mit einer starken Zugluft. Keinen Sinn macht ein Rauchmelder in Räumen, in denen Dampf, Staub oder Rauch entstehen.

Rauchmelder, die seit 2008 alle mindestens die EN 14604 erfüllen müssen, arbeiten mit Batterien, wobei die Geräte mit einem akustischen Signal auf einen notwendigen Batteriewechsel aufmerksam machen. Trotzdem sollte die Funktionsfähigkeit des Gerätes regelmäßig – einmal im Monat – überprüft werden. Für diesen Zweck haben die Geräte einen Testknopf.

Hochwertige Brandmelder verfügen über Batterien, die bis zu zwölf Jahre halten und manche Geräte lassen sich auch untereinander vernetzen. Das ist bei größeren beziehungsweise mehrstöckigen Wohnungen von Vorteil, weil dann alle Melder akustisch melden, wenn bei einem der Geräte der Alarm ausgelöst wird. Außerdem gibt es auch Rauchmelder für Gehörlose. Welche unterschiedlichen Geräte es gibt, wie, wo und von wem diese angebracht und gewartet werden müssen, darüber informiert der Onlineauftritt der Initiative Rauchmelder retten Leben.

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