In welchen Städten die meisten Fahrräder geklaut werden

In welchen Städten die meisten Fahrräder geklaut werden

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(verpd) Berlin war im vergangenen Jahr wie in den letzten Jahren auch nach absoluten Zahlen die Hauptstadt der Fahrraddiebe. In Relation zur Einwohnerzahl liegt jedoch Münster auf dem ersten Platz bei den gestohlenen Velos. Zudem erreichte die Schadensumme, die Hausratversicherer insgesamt an ihre Kunden wegen eines versicherten Fahrraddiebstahls ausbezahlt haben, einen neuen Höchstwert – und das, obwohl die Zahl der gestohlenen versicherten Räder im Vergleich zum Vorjahr gleich war.

Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Hausratversicherer haben im vergangenen Jahr für geklaute Fahrräder die Rekordsumme von 120 Millionen Euro an Entschädigungsleistung erbracht. Die Zahl der betroffenen versicherten Velos habe unverändert bei rund 200.000 gelegen, wie der GDV diesbezüglich mitteilte. Im Vergleich zu 1998, als der Versicherer mit der statistischen Auswertung der Zweiraddiebstähle begonnen hatte, hat sich die Entschädigungssumme von umgerechnet 360 Euro auf aktuell 600 Euro fast verdoppelt.

Seinerzeit hatten die deutschen Versicherer für 270.000 versicherte Fahrraddiebstähle rund 100 Millionen Euro aufgewendet. Um sein Fahrrad gegen Diebstahl zu versichern, muss der Fahrradbesitzer entweder einen entsprechenden Risikoeinschluss in der Hausratversicherung vereinbart haben oder über eine spezielle Fahrradversicherung verfügen.

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Die Absicherungs-Möglichkeiten

In manchen Hausratversicherungs-Verträgen ist das Fahrrad auch automatisch mitversichert. Allerdings sollte man besonders in diesem Fall die zugrunde liegenden Vertragsbedingungen beachten. In einigen Verträgen besteht nämlich nachts zwischen 22 Uhr und 6 Uhr kein Versicherungsschutz für das Rad, wenn es in dieser Zeit nicht genutzt wird.

Außerdem kann es eine Einschränkung des Versicherungsschutzes auf die im Versicherungsschein genannten Orte wie Wohnung, Garage und Keller geben. Allerdings lässt sich der Versicherungsumfang oftmals durch eine zusätzliche, teils gegen Aufpreis vereinbarte Erweiterung des Versicherungsschutzes erhöhen.

Einen besonders umfangreichen Versicherungsschutz bieten aber auch spezielle Fahrradversicherungen. In einigen Policen besteht der Versicherungsschutz im Falle eines Diebstahls beispielsweise rund um die Uhr. Die Schadensumme, die die Versicherer dieser speziellen Fahrradversicherungen an ihre von einem Velo-Diebstahl betroffenen Kunden 2016 ausgezahlt haben, ist bei den genannten 120 Millionen Euro noch gar nicht eingerechnet.

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In Berlin wurden die meisten Räder gestohlen

Insgesamt ist die Zahl der amtlich registrierten Fahrraddiebstahldelikte in 2016 im Vergleich zu 2015 um rund 0,8 Prozent auf knapp 332.500 gesunken, wie der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 (PKS 2016) zu entnehmen ist. Die Diebstahlrate lag letztes Jahr bundesweit bei 404,6 solcher Delikte pro 100.000 Einwohner, 2015 waren es noch 412,8 gestohlene Räder je 100.000 Einwohner. Die aktuellen PKS-Daten zeigen weiter, dass es in den deutschen Großstädten (ab 100.000 Einwohner) gewaltige Unterschiede gibt.

Nach absoluten Diebstahlzahlen ist die Bundeshauptstadt Berlin Spitzenreiter, in der im vergangenen Jahr fast 34.500 solcher Taten gezählt wurden, das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Vergleichsweise hoch waren die Diebstahlzahlen auch in Hamburg mit fast 17.500, in Leipzig mit rund 9.650 und in Köln mit circa 8.000 Fahrraddiebstählen. In Bremen, Münster, München und Frankfurt am Main wurden zwischen knapp 5.850 und gut 5.150 gestohlene Räder polizeilich gemeldet. Auffällig ist zudem, dass es in vielen Städten massive Veränderungen gab.

So war die Anzahl der geklauten Drahtesel in 37 der 80 aufgelisteten Großstädte rückläufig. Mehr als halbiert hat sich die Zahl in Herne auf 383 derartige Delikte; in den drei Ruhrgebietsmetropolen Gelsenkirchen, Essen und Bochum ging die Anzahl dieser Taten um jeweils rund ein Drittel zurück. In Ingolstadt und Fürth wiederum waren Steigerungsraten von jeweils rund 60 Prozent zu verzeichnen. Über ein Drittel mehr geklaute Zweiräder wurden zudem in Wolfsburg, in Leipzig und in Mülheim an der Ruhr polizeilich erfasst.

Die Hochburgen der Fahrraddiebe

In Relation zur Einwohnerzahl liegt die Universitäts- und Fahrradstadt Münster zwar immer noch auf dem unrühmlichen Spitzenplatz. Mit 1.721 geklauten Drahteseln pro 100.000 Einwohner kommt die westfälische Universitätsstadt Münster auf einen mehr als viermal so hohen Wert als der Bundesdurchschnitt. Nur hauchdünn dahinter folgt Leipzig mit einer Klaurate von 1.720 Fahrrädern pro 100.000 Einwohner.

Dahinter folgen mit Halle (Saale) und mit Magdeburg zwei Städte aus Sachsen-Anhalt. Dort wurden im vergangenen Jahr klar über beziehungsweise knapp unter 1.500 Zweiräder entwendet. In Kiel waren die Klauraten mit knapp 1.350 beziehungsweise gut 1.250 Fahrrädern je 100.000 Einwohner ebenfalls vergleichsweise hoch.

Dafür wurden in Remscheid mit einer Quote knapp 55 die wenigsten Fahrräder in Relation zur Einwohnerzahl entwendet. Ansonsten gab es nur noch in Solingen weniger als 100 gestohlene Drahtesel pro 100.000 Einwohner. Knapp über dieser Marke lagen Hagen und Wuppertal.

Aufklärungsquoten

Die Aufklärungsquote ist den PKS-Daten zufolge mit gerade einmal neun Prozent nur sehr gering – und lag noch einmal um etwa zwei Prozentpunkte niedriger als im Jahr zuvor. Zudem gab es auch hier große Unterschiede zwischen den einzelnen deutschen Großstädten.

So wurde in Bielefeld, in Berlin, in Schwerin sowie in Hamburg mit einer Aufklärungsquote von unter vier Prozent nicht einmal jedes 25. Delikt aufgeklärt.

Auf der anderen Seite wurde in Wolfsburg mehr als jeder vierte polizeilich erfasste Fahrraddiebstahl, konkret 25,6 Prozent, aufgeklärt. Darüber hinaus wurde nur noch in Potsdam mit 23,7 Prozent, in Fürth mit 20,1 Prozent und in Magdeburg mit 20,0 Prozent mindestens jeder fünfte Fahrraddiebstahl von der Polizei erfolgreich geklärt.

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