Heizen mit Gas: Wie sich Unfälle vermeiden lassen

 - 

(verpd) Rund die Hälfte aller Haushalte in Deutschland nutzen Gas beispielsweise zum Heizen und/oder Kochen. Insgesamt ist die Nutzung von Gas laut Experten eine relativ sichere Angelegenheit. Allerdings sollte jeder, der diesen Energieträger in seinem Haushalt nutzt, einige grundsätzliche Vorsichtsmaßnahmen beachten, um das Unfallrisiko möglichst klein zu halten. Denn kommt es doch zu einem Gasunfall, sind oft dramatische Sach- und Personenschäden die Folge.

Etwa 20,2 Millionen Haushalte heizten 2014 hierzulande laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) mit Gas, das waren fast 50 Prozent aller Haushalte. Rund 52 Prozent aller in 2015 fertiggestellter Neubauten setzen für die Heizung ebenfalls auf diesen Energieträger, wie aus den Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Grundsätzlich ist für die Sicherheit der Gasleitung bis zum Hausanschluss der Gasversorger verantwortlich. Im Haus selbst jedoch sind die Eigentümer und eventuell Mieter für den sicheren Betrieb der Gasanlagen und -geräte zuständig.

Zwar ist Erd- oder Stadtgas ungiftig, doch wenn es versehentlich aus defekten Gasleitungen oder Gasgeräten ausströmt, besteht eine hohe Explosionsgefahr. Daher sollte jeder, der im Haushalt zum Heizen und/oder Kochen Gas verwendet, darauf schauen, dass die Gasanlagen sicher sind. Prinzipiell rät der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) diesbezüglich Eigentümern und Mietern, Gasanlagen und Gasleitung alle zwölf Jahre auf Gebrauchsfähigkeit und Dichtheit von einem Fachmann überprüfen zu lassen.

Eigeninitiative für mehr Sicherheit

Außerdem sollten die Eigentümer und Mieter selbst einmal pro Jahr die Gasleitungen und Gasgeräte auf Sicherheit prüfen. Wie hierbei vorzugehen ist, kann online beim DVGW oder auch in den kostenlos herunterladbaren Checklisten Der Gasleitungs-Check, Der Gasgeräte-Check und Liste für den Jahrescheck des DVGW nachgelesen werden.

Zudem ist es wichtig, gesetzlich vorgeschriebene Überprüfungstermine, die zum Beispiel durch den Kaminkehrer durchzuführen sind, einzuhalten. Auch vom jeweiligen Gasgerätehersteller vorgegebene Wartungen und Prüfungen, unter anderem um die Gewährleistung und Garantie bei der Gastherme der Heizung und/oder dem Gasherd zu erhalten, gilt es zu beachten. Der Benutzer beziehungsweise Haus- oder Wohnungsbesitzer ist dafür verantwortlich, dass die vorgegebenen Kontrollen termingerecht durchgeführt werden.

Anderenfalls erhöht das nicht nur das Unfallrisiko, sondern kann im Schadenfall auch dazu führen, dass die Gebäude- und/oder die Hausratversicherung nicht leistet. Wurden nämlich vorgeschriebene Wartungsarbeiten bewusst unterlassen oder Gasgeräte nicht vorschriftsmäßig betrieben, muss man bei einem Gasunfall damit rechnen, dass der Versicherer für den dadurch entstandenen Schaden wegen grober Fahrlässigkeit nicht oder nur teilweise aufkommen muss.

So lässt sich eine Kohlenmonoxidvergiftung verhindern

Nicht oder nur unzureichend gewartete Gasgeräte wie Gasheizungsthermen können durch Ruß verschmutzen, was die Verbrennung verschlechtert und den Gasverbrauch erhöht. Bei stark mit Ruß verschmutzten Geräten besteht dann das Risiko, dass das bei einer schlechten Verbrennung entstehende farb-, geruchs- und geschmacklose Kohlenmonoxidgas statt in den Rauchfang in den Raum gelangt und zu lebensgefährlichen Vergiftungen bei den Bewohnern führt.

Ein Kohlenmonoxidaustritt ist auch durch eine zu geringe Luftzuführung, eine zu dichte Gebäudehülle sowie falsch dimensionierte Ventilatoren oder Dunstabzugshauben möglich. Dadurch kann Unterdruck im Raum oder Gebäude entstehen und somit einen Luftmangel sowie einen Abgasaustritt verursachen. Wurde eine Gebäudehülle saniert oder eine sonstige Änderung an der Heizung oder am Gebäude vorgenommen, lässt sich mit einer entsprechenden Messung zum Beispiel durch den Kaminkehrer feststellen, ob eine ausreichende Luftzuführung besteht.

Die meisten Gasunfälle werden laut Experten durch einen leichtsinnigen Umgang, eine mangelnde Wartung oder auch unsachgemäße Reparaturen gasbetriebener Geräte und Gasleitungen verursacht. So ist es besonders gefährlich, wenn man Gasleitungen, die Aufputz verlegt sind, als Kleiderständer oder Aufhängevorrichtung missbraucht, da dadurch die Leitungen beschädigt beziehungsweise undicht werden könnten. Grundsätzlich sind Probleme mit Gasgeräten und/oder Gasleitungen nur von einem Fachmann zu beheben.

Wenn ein Gasleck vermutet wird

Für eine sichere Gasnutzung wird dem eigentlich geruchlosen Stadt- und Erdgas ein nach Lösungsmittel riechender Geruchsstoff beigemischt, um ausströmendes Gas bereits am Geruch zu erkennen. Allerdings sollte man sich nicht nur auf den eigenen Geruchssinn verlassen, da beispielsweise im Schlaf dieser kaum aktiv ist. Die VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., empfiehlt vielmehr die Installation von Gasmeldern in allen Räumen, in denen sich Gasleitungen und -geräte befinden.

Diese Geräte erkennen ausströmendes Gas bereits in geringen Konzentrationen. Bei Gasaustritt ist es wegen der erhöhten Explosionsgefahr unbedingt notwendig, offenes Feuer oder Funkenbildung zu vermeiden. Brennende Zigaretten oder Kerzen sind umgehend zu löschen. Feuerzeuge und Streichhölzer, aber auch Smartphones, Lichtschalter, Haustürklingeln, Computer, Telefone und elektrische Geräte dürfen nach einem Gasaustritt im Haus nicht benutzt werden.

Außerdem sollten keine Stecker aus der Steckdose gezogen werden. Wichtig ist, Fenster und Türen weit zu öffnen und für Durchzug zu sorgen, sowie umgehend die Gaszufuhr abzustellen, um die Gaskonzentration im Raum zu senken. Alle Mitbewohner sollten das Haus verlassen. Erst außerhalb des Hauses sind dann umgehend die Feuerwehr und der Gasversorger beispielsweise per Mobiltelefon zu verständigen.

Weitere News zum Thema

  • Eine passende Absicherung für das Elektrofahrrad

    [] (verpd) Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes e.V. (ZIV) besitzen die Bürger hierzulande mittlerweile rund drei Millionen Elektrofahrräder. Da diese Pedelecs und E-Bikes nicht selten 1.000, 2.000 Euro oder noch mehr kosten, ist es umso ärgerlicher, wenn einem so ein Rad gestohlen wird, oder man es bei einem selbst verschuldeten Sturz beschädigt. Es gibt jedoch Versicherungslösungen, die in solchen Fällen die Reparatur- oder Anschaffungskosten übernehmen. mehr

  • Jeder dritte Cyberangriff gelingt

    [] (verpd) Die Mehrheit der Unternehmen hat ein hohes Vertrauen in ihre Sicherheitsstrategien, wenn es um die Abwehr von Cyberkriminellen geht, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Allerdings zeigte die Untersuchung auch, dass es im Durchschnitt monatlich zwei bis drei erfolgreiche Cyberattacken auf Unternehmen gibt. Ein guter Teil der Angriffe wurde allerdings gar nicht durch die IT-Sicherheitsteams selbst entdeckt. Dennoch glaubt die Mehrheit der für IT-Sicherheit Verantwortlichen in Deutschland bei der Abwehr von Angriffen gut gerüstet zu sein. mehr

  • Die fiesen Praktiken der Einbrecher

    [] (verpd) Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hat mit 30 inhaftierten Wohnungseinbrechern gesprochen. Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge begehen Täter Einbrüche entweder aus einer Notlage heraus, um schnelles Geld zu machen, oder sie sehen es als ihren Beruf an. Auf Bargeld, Schmuck und Gold haben es die meisten Einbrecher abgesehen. Alarmanlagen und Videoüberwachung schrecken nur Anfänger ab. mehr

  • Fahrraddieben das Leben schwer machen

    [] (verpd) Auch wenn im vergangenen Jahr laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik die Anzahl der amtlich registrierten Fahrraddiebstahl-Delikte um 0,8 Prozent zurückgegangen ist, so werden dennoch pro Jahr 332.500 Räder gestohlen. Die Aufklärungsquote liegt bei unter zehn Prozent. Die Chancen, dass man sein gestohlenes Rad wiederbekommt, sind also ziemlich gering. Besser, wenn es gar nicht gestohlen wird. Man kann es potenziellen Dieben nämlich ziemlich schwer machen. mehr

  • Fällt der Chef aus, haben viele Firmen ein Problem

    [] (verpd) Bei kleineren Unternehmen sowie Freiberuflern wie Ärzten, Architekten, Anwälten oder Sachverständigen ist der geschäftliche Erfolg oft nur oder zum größten Teil von der Person und Arbeitskraft des Inhabers abhängig. Fällt ein solcher Unternehmer aus irgendeinem Grund über längere Zeit aus, gehen die Einnahmen stark zurück oder fallen ganz weg, während viele Betriebsausgaben weiter entrichtet werden müssen. Es gibt jedoch Versicherungspolicen, mit denen sich dieses existenzielle Risiko eines Unternehmens absichern lässt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.