Finanzielle Absicherung bei feurigen Missgeschicken

 - 

(verpd) Eine ungünstig platzierte Kerze, eine fehlgeleitete Feuerwerksrakete oder ein technischer Defekt an einem Elektrogerät, es gibt viele Brandursachen, die dazu führen können, dass das eigene Hab und Gut, aber auch das von anderen beschädigt oder zerstört wird. Besteht kein entsprechender Versicherungsschutz, kann dies für die Betroffenen der finanzielle Ruin bedeuten.

Eine umgefallene Kerze, die ein Loch in die Tischdecke brennt, ist in der Regel noch kein großer finanzieller Schaden. Anders sieht es jedoch aus, wenn sich das Feuer noch weiter ausbreitet und zum Zimmerbrand führt, das ganze Haus erfasst oder sogar noch auf Nachbargebäude übergreift.

Dieses finanzielle Risiko eines Brands lässt sich jedoch durch entsprechende Versicherungspolicen absichern.

Schutz für das eigene Hab und Gut

So schützt beispielsweise eine Hausrat- und Gebäudeversicherung das eigene Hab und Gut. Eine bestehende Hausratversicherung ersetzt Brandschäden am Inventar der versicherten Wohnung, aber auch entsprechende Folgeschäden, die zum Beispiel durch das Löschwasser entstanden sind. Versichert sind hier unter anderem Möbel, Teppiche, Elektrogeräte, Kleidung, Geschirr, Werkzeug, Computer, Bücher und Lebensmittel. Im Brandfall werden sogar auch die Weihnachtsgeschenke ersetzt.

Ist ein Haus oder auch Teile davon, wie verklebte Teppiche, Einbaumöbel oder Sanitäranlagen, durch ein Feuer beschädigt oder zerstört worden, übernimmt in der Regel eine bestehende Gebäudeversicherung die notwendigen Reparatur- oder Wiederaufbaukosten.

Grobe Fahrlässigkeit

Hat der Versicherte den Schaden allerdings grob fahrlässig verursacht, beispielsweise weil er eine brennende Kerze beim Verlassen des Raumes nicht gelöscht hat und diese eine in der Nähe angebrachte Gardine entzündet, riskiert er, auf einem Teil der Schadenskosten sitzen zu bleiben. Denn laut geltendem Recht darf ein Hausrat- oder auch ein Gebäudeversicherer bei grober Fahrlässigkeit die Leistung entsprechend der Schadenhöhe, die direkt im Zusammenhang mit der groben Fahrlässigkeit entstanden ist, anteilig kürzen.

Wer auch bei grober Fahrlässigkeit versichert sein möchte, kann bei vielen Versicherern teils gegen Aufpreis einen entsprechenden Zusatzschutz vereinbaren. Der Versicherer zahlt je nach Vereinbarung dann auch bei einem grob fahrlässig verursachten Schaden generell oder bis zu einem bestimmten Höchstbetrag.

Als grob fahrlässig gilt, wenn ganz naheliegende Überlegungen nicht angestellt werden und selbst das nicht beachtet wird, was jeder Person mit gesundem Menschenverstand klar sein müsste.

Wenn man andere schädigt

Doch nicht nur das eigene Hab und Gut ist versicherbar. Eine bestehende Privathaftpflicht-Versicherung übernimmt beispielsweise den Schaden, wenn der Versicherte in der Wohnung eines anderen versehentlich eine Kerze umgestoßen und dadurch einen Schaden bei seinem Gastgeber verursacht hat.

Abgesichert ist zudem, wer durch sein fahrlässiges Verhalten beim Umgang mit Feuerwerkskörpern andere schädigt und für den Schaden aufkommen muss.

Die Privathaftpflicht-Versicherung springt auch für Brandschäden ein, die beispielsweise minderjährige Kinder verursachen und für die Eltern haften müssen, da Minderjährige in der Regel noch in der Police der Eltern mitversichert sind.

Brand im Nachbarhaus

Wenn ein fahrlässig verursachter Brand im eigenen Haus auf das Nachbarhaus übergreift oder das Feuer, der Rauch und/oder das Löschwasser andere schädigt, muss der Brandverursacher für diesen Schaden komplett aufkommen. Die Privathaftpflicht-Police übernimmt auch solche Schäden. Nach einem Urteil (Az. : V ZR 193/10) des Bundesgerichtshofs (BGH) haftet ein Hausbesitzer oder auch ein Mieter übrigens nicht nur bei Fahrlässigkeit, sondern auch, wenn ein Brand aufgrund eines technischen Defekts entstanden ist und auf ein Nachbarhaus übergreift.

In diesem Fall übernimmt normalerweise zunächst die Hausrat- und/oder Wohngebäudeversicherung des Nachbarn seinen Schaden, verlangt jedoch vom Mieter oder Hauseigentümer, in dessen Wohnung der Brand entstanden ist, die Schadensleistung zurück (Regress). Auch dies würde eine bestehende Privathaftpflicht-Police des Mieters oder Hauseigentümers, bei dem der Brand ausgebrochen ist, übernehmen. Daher ist es wichtig, dass die Deckungssumme der eigenen Privathaftpflicht-Police möglichst hoch ist, damit solche Brandschäden abgedeckt sind.

Hat ein geschädigter Nachbar eine eigene Hausratversicherung, sollte er jedoch zuerst diese in Anspruch nehmen. Denn im Gegensatz zur privaten Haftpflichtversicherung des Brandverursachers, die nur den Zeitwert beschädigter oder zerstörter Sachen bezahlt, wird im Rahmen einer Hausratversicherung in der Regel der höhere Neuwert ersetzt. Der Zeitwert berechnet sich aus dem Neuwert einer Sache abzüglich eines Geldbetrages für das Alter des Gegenstandes, den bisherigen Gebrauch und Abnutzung.

Weitere News zum Thema

  • Eine passende Absicherung für das Elektrofahrrad

    [] (verpd) Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes e.V. (ZIV) besitzen die Bürger hierzulande mittlerweile rund drei Millionen Elektrofahrräder. Da diese Pedelecs und E-Bikes nicht selten 1.000, 2.000 Euro oder noch mehr kosten, ist es umso ärgerlicher, wenn einem so ein Rad gestohlen wird, oder man es bei einem selbst verschuldeten Sturz beschädigt. Es gibt jedoch Versicherungslösungen, die in solchen Fällen die Reparatur- oder Anschaffungskosten übernehmen. mehr

  • Jeder dritte Cyberangriff gelingt

    [] (verpd) Die Mehrheit der Unternehmen hat ein hohes Vertrauen in ihre Sicherheitsstrategien, wenn es um die Abwehr von Cyberkriminellen geht, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Allerdings zeigte die Untersuchung auch, dass es im Durchschnitt monatlich zwei bis drei erfolgreiche Cyberattacken auf Unternehmen gibt. Ein guter Teil der Angriffe wurde allerdings gar nicht durch die IT-Sicherheitsteams selbst entdeckt. Dennoch glaubt die Mehrheit der für IT-Sicherheit Verantwortlichen in Deutschland bei der Abwehr von Angriffen gut gerüstet zu sein. mehr

  • Die fiesen Praktiken der Einbrecher

    [] (verpd) Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hat mit 30 inhaftierten Wohnungseinbrechern gesprochen. Den Ergebnissen der Untersuchung zufolge begehen Täter Einbrüche entweder aus einer Notlage heraus, um schnelles Geld zu machen, oder sie sehen es als ihren Beruf an. Auf Bargeld, Schmuck und Gold haben es die meisten Einbrecher abgesehen. Alarmanlagen und Videoüberwachung schrecken nur Anfänger ab. mehr

  • Fahrraddieben das Leben schwer machen

    [] (verpd) Auch wenn im vergangenen Jahr laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik die Anzahl der amtlich registrierten Fahrraddiebstahl-Delikte um 0,8 Prozent zurückgegangen ist, so werden dennoch pro Jahr 332.500 Räder gestohlen. Die Aufklärungsquote liegt bei unter zehn Prozent. Die Chancen, dass man sein gestohlenes Rad wiederbekommt, sind also ziemlich gering. Besser, wenn es gar nicht gestohlen wird. Man kann es potenziellen Dieben nämlich ziemlich schwer machen. mehr

  • Fällt der Chef aus, haben viele Firmen ein Problem

    [] (verpd) Bei kleineren Unternehmen sowie Freiberuflern wie Ärzten, Architekten, Anwälten oder Sachverständigen ist der geschäftliche Erfolg oft nur oder zum größten Teil von der Person und Arbeitskraft des Inhabers abhängig. Fällt ein solcher Unternehmer aus irgendeinem Grund über längere Zeit aus, gehen die Einnahmen stark zurück oder fallen ganz weg, während viele Betriebsausgaben weiter entrichtet werden müssen. Es gibt jedoch Versicherungspolicen, mit denen sich dieses existenzielle Risiko eines Unternehmens absichern lässt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.