Diesjährige Unwetterschäden gehen in die Milliarden

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(verpd) Die Sturmtiefs „Elvira“ und „Friederike“ haben schätzungsweise einen Versicherungsschaden von 1,2 Milliarden Euro verursacht, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) vor Kurzem bekannt gab. Der tatsächliche Schaden ist jedoch um einiges höher, da insbesondere nur wenige Immobilienbesitzer gegen derartige Schäden versichert waren.

Ende Mai und Anfang Juni zogen die Sturmtiefs „Elvira“ und „Friederike“ über Deutschland und richteten in vielen Ortschaften verheerende Beschädigungen an. Fast ein Dutzend Menschen verloren dabei ihr Leben.

GDV-Schätzung: Rund 1,2 Milliarden Euro versicherter Schaden

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) waren vor allem der Süden und der Westen Deutschlands von sintflutartigem Starkregen betroffen. So haben beispielsweise in Braunsbach in Baden-Württemberg, im bayerischen Simbach am Inn und im rheinland-pfälzischen Altenahr Überschwemmungen nach massiven Regenfällen schwere Schäden angerichtet.

Nach der jüngst veröffentlichten Schadenprognose des GDV zahlt die Versicherungswirtschaft für die entsprechenden Schäden von Kunden, die dagegen versichert waren, insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro aus. Etwa 200 Millionen Euro davon zahlen die Teilkasko-Versicherer den betroffenen Kunden aus. Denn Überschwemmungs-, aber beispielsweise auch Hagel-, Blitz-, und Sturmschäden am Auto sind durch eine bestehende Teilkaskoversicherung abgesichert.

Die verbleibende etwa eine Milliarde Euro erstatten Gebäude-, Hausrat- und Geschäftsversicherer ihren von Schäden an Häusern, Hausrat sowie Gewerbe- und Industriebetrieben betroffenen Kunden, die entsprechend gegen diese Unwetterschäden versichert waren.

Nur 38 Prozent der Gebäude versichert

„Noch nie haben Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht“, so der GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland. Allein für „Elvira“ hatte der Versichererverband knapp eine halbe Milliarde Euro für versicherte Schäden prognostiziert. Der tatsächliche volkswirtschaftliche Schaden dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Denn Überschwemmungen nach Starkregen gehören meist nicht zum „normalen“ Deckungsumfang von Gebäude- und Hausrat-Policen.

Allerdings ist in den meisten derartigen Versicherungsverträgen oftmals eine optionale Mitversicherung von Elementarrisiken, darunter fallen auch Überschwemmungen durch Starkregen, möglich.

Doch im bundesweiten Durchschnitt haben nach Angaben des GDV nur rund 38 Prozent der Immobilienbesitzer eine Gebäudeversicherung mit einem entsprechenden Zusatzschutz gegen Elementarrisiken abgeschlossen. Je nach Bundesland gibt es erhebliche Unterschiede.

Regionale Unterschiede

Spitzenreiter ist Baden-Württemberg, in der die Elementarschaden-Deckung bis Mitte der 1990er-Jahre eine Pflichtversicherung war, mit einer Quote von 95 Prozent. Das heißt, ein Großteil der Hausbesitzer ist hier auch gegen Elementarrisiken versichert. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es dagegen nur zwischen 44 und 47 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 36 Prozent, in Brandenburg 31 Prozent, in Hessen, Bayern und Berlin 27 Prozent, in Rheinland-Pfalz 24 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 23 Prozent.

Schlusslicht bilden Bremen, Saarland, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein mit Werten zwischen 15 bis 18 Prozent. Der Versichererverband weist weiter darauf hin, dass insbesondere in den betroffenen Gebieten Simbach am Inn und Altenahr viele Gebäude nicht gegen Elementarschäden versichert gewesen seien. Und das, obwohl die meisten Schäden in der (problemlos versicherbaren) niedrigsten Risikozone zu verzeichnen gewesen waren.

Das entspricht einer ähnlichen Situation, wie sie im Juni-Hochwasser vor drei Jahren anzutreffen war. Tatsächlich sind nach den neuesten Angaben des GDV jedoch mehr als 99 Prozent der Häuser gegen Elementargefahren versicherbar.

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