Diese Risiken fürchten Unternehmen am meisten

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(verpd) Betriebsunterbrechungen werden global betrachtet von Unternehmen am meisten gefürchtet, wie eine aktuelle Umfrage belegt. Besonders zugenommen hat erneut die Wahrnehmung der Cyber- und IT-Risiken. In Deutschland werden Marktentwicklungen als größtes Geschäftsrisiko gesehen.

Ein global agierender Versicherer untersucht seit rund fünf Jahren regelmäßig die Risikowahrnehmung aus Sicht von Unternehmen. Für die Studie „Risk Barometer 2016“ wurden im Oktober und November 2015 in 44 Ländern über 800 Risikomanager und Experten aus der Unternehmensversicherung befragt. Nach Angaben der Studienautoren steht in diesem Jahr die Risikolandschaft für Unternehmen vor grundlegenden Veränderungen.

Neue Technologien – andere Gefahren

Unternehmen fürchten nach den Ergebnissen der Untersuchung traditionelle Industrierisiken wie Naturgefahren oder Feuer zwar weniger, dafür sind sie zunehmend über die Auswirkungen von vielfältig verursachten Störfällen, hohem Wettbewerbsdruck und Cyberrisiken besorgt.

Gründe dafür sind unter anderem neue Technologien, die wachsende Digitalisierung und das „Internet der Dinge“, die das Kundenverhalten, die Industrieprozesse und die Geschäftsmodelle verändern.

Das eröffne Unternehmen zwar viele Chancen, zeige ihnen aber auch, dass sie die damit verbundenen Herausforderungen nur mit einer übergreifenden Risikomanagement-Strategie bewältigen können.

Marktentwicklungen sind größtes Geschäftsrisiko in Deutschland

Als größte Bedrohung werden hierzulande Marktentwicklungen wie Volatilität, verstärkter Wettbewerb oder stagnierende Märkte gesehen. 40 Prozent der Befragten sehen darin eine Gefahr für Unternehmen. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Bereich „Marktentwicklungen“ in den vorangegangenen Untersuchungen in verschiedene einzelne Kategorien unterteilt war und nicht als kollektives Risiko dargestellt wurde.

Auffällig ist, dass ein hoher Wettbewerbsdruck in vielen Branchen als großes Geschäftsrisiko eingeschätzt wird. So gehört dieser Druck in den Bereichen Maschinenbau, Finanzdienstleistungen, Fertigung, Logistik und Schifffahrt sowie Pharma und Transport zu den Top-drei-Risiken, wie aus der Studie weiter hervorgeht. Auf dem zweiten Platz liegen Betriebs- und Lieferketten-Unterbrechungen (36 Prozent), die im Vorjahr noch als mit Abstand größtes Risiko gesehen wurden.

Fast jeder Dritte nannte Cybervorfälle als größte Unternehmensgefahr, welche damit auf dem dritten Platz liegen. An vierter Stelle rangieren rechtliche Veränderungen wie Wirtschaftssanktionen oder Protektionismus, auf Position fünf liegt Reputationsverlust beziehungsweise die Beeinträchtigung des Markenwerts. Während Erstere in der Risikowahrnehmung leicht abgenommen haben, gab es hinsichtlich des Reputationsverlustes eine Zunahme um 50 Prozent.

Betriebs- und Lieferketten-Unterbrechung als global größtes Risiko

Global gesehen wird unverändert eine Betriebsunterbrechung als das größte Geschäftsrisiko eingeschätzt. 38 Prozent der Studienteilnehmer sehen darin eine der höchsten Risiken für Unternehmen. Eine der global am meisten gefürchteten Geschäftsrisiken sind zudem die Marktentwicklungen (Platz zwei, 34 Prozent). Auf Rang drei des Sorgenrankings liegen Cybervorfälle, die um gleich elf Prozentpunkte auf 28 Prozent zulegten.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auf Länderebene: So belegen Marktentwicklungen auch in Australien, Belgien, China, Kroatien und der Schweiz den Spitzenrang. In Spanien und den Vereinigten Staaten sind es hingegen Betriebsunterbrechungen, während es in Kanada, Südafrika und Großbritannien Cyberrisiken sind. Naturkatastrophen wie Sturm, Überschwemmung oder Erdbeben sind im globalen Risikoranking um zwei Plätze nach hinten gewandert und liegen nun auf der vierten Position. Fast jeder vierte Studienteilnehmer sieht das als große Bedrohung für Unternehmen an.

Auf Platz fünf stehen rechtliche Veränderungen und auf Platz sechs makroökonomische Entwicklungen wie Sparprogramme, Anstieg der Rohstoffpreise, Deflation oder Inflation. Reputationsverlust oder Beeinträchtigung des Marktwertes nehmen den siebten Rang und die Angst vor Feuer und Explosion den achten Platz ein. Elf Prozent – und damit Platz neun auf dem Sorgenranking – sehen politische Risiken wie Krieg, Terrorismus und Unruhen und jeder Zehnte (Platz zehn) Gefahren wie Betrug, Diebstahl und Korruption als größtes Unternehmensrisiko an.

Zahlreiche Gefahren lassen sich absichern

Für zahlreiche mitunter existenzbedrohende Unternehmensrisiken bietet die Versicherungswirtschaft Absicherungslösungen an. So gibt es von einigen Versicherern beispielsweise Absicherungslösungen für mögliche Cyberrisiken wie Hacker- und Spionageangriffe. Weitere Lösungen, wie eine Vertrauensschaden-Versicherung, eine Firmen- und Spezial-Strafrechtsschutz-Police sowie eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Manager helfen mitunter, ungerechtfertigte Vorwürfe abzuwehren.

Zu den gängigsten Firmenversicherungs-Lösungen gehören die Inhalts-, Maschinen- und Elektronikversicherung sowie die Betriebsunterbrechungs-Versicherung. Sie ersetzen beispielsweise im Brandfall oder anderen Risiken wie Diebstahl oder Sturm den entstandenen Schaden. Zusätzlich lassen sich mit einer sogenannten Elementarschaden-Versicherung, die als Einzelpolice oder als Ergänzung zu einer anderen Geschäftsversicherung angeboten wird, Schäden durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmung, Schneedruck und Erdrutsch absichern.

Eine Betriebs- und Produkthaftpflicht-Versicherung zahlt nicht nur, wenn ein Dritter durch Mitarbeiter oder Erzeugnisse geschädigt wurde, sondern wehrt auch unberechtigte Schadenersatz-Forderungen ab.

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