Das waren die teuersten Katastrophenschäden 2016

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(verpd) Sowohl die versicherten als auch die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch Katastrophen sind in diesem Jahr laut einer Studie eines Rückversicherers im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Kurz vor dem Jahreswechsel hatte der global tätige Rückversicherer Swiss Re vorläufige Daten zu den Schäden, die auf natürliche oder von Menschen verursachte Katastrophen zurückzuführen sind, veröffentlicht. Als Katastrophen werden dabei Ereignisse eingestuft, wenn sie bestimmte Schadenschwellenwerte überschreiten. In der jetzt erschienenen Studie "Natur- und Man-made-Katastrophen 2016" hat der Rückversicherer einige Zahlen nach oben korrigiert.

Der gesamtwirtschaftliche Schaden betrug im vergangenen Jahr demnach 175 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 162 Milliarden Euro), der versicherte Schaden 54 Milliarden US-Dollar (knapp 50 Milliarden Euro). Dies liegt deutlich über der Prognose von 158 beziehungsweise 49 Milliarden US-Dollar, die Ende 2016 noch getroffen wurde.

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Wirtschaftlicher Gesamtschaden liegt bei über 160 Milliarden Euro

Wie der Rückversicherer weiter mitteilte, befanden sich die wirtschaftlichen Gesamtschäden wie auch die versicherten Schäden auf dem höchsten Niveau seit 2012. Durch eine hohe Anzahl schwerer Katastrophen (Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen und Waldbrände) in allen Regionen habe sich der Abwärtstrend der vergangenen vier Jahre umgekehrt.

2015 war der gesamtwirtschaftliche Schaden mit 92 Milliarden US-Dollar (85 Milliarden Euro) nur in etwa halb so groß. Bei den versicherten Schäden lag der Vorjahreswert mit 37 Milliarden US-Dollar (rund 34 Milliarden Euro) um rund ein Viertel niedriger.

Als versicherte Schäden werden Sach- und Betriebsunterbrechungs-Schäden verstanden, etwaige Schadenersatzzahlungen aus Haftpflicht- oder Lebensversicherungen sind in den genannten Beträgen noch gar nicht enthalten.

Weniger ...

Von den 327 Katastrophenereignissen – im Vorjahr waren es 356 – fielen 191 (2015 waren es 199) in die Kategorie Naturkatastrophen. Die restlichen 136 Ereignisse (2015: 157) waren den von Menschen verursachten Katastrophen zuzurechnen. Obwohl nur knapp 60 Prozent der Katastrophen Naturereignisse waren, so waren sie mit 46 Milliarden US-Dollar (rund 42,5 Milliarden Euro) dennoch für über 85 Prozent der versicherten Schäden verantwortlich.

Fast vier von zehn Katastrophenereignissen geschahen der Studie zufolge in Asien, die aber nur für rund ein Sechstel der versicherten Schäden verantwortlich waren. Rund jedes vierte Ereignis fand in Amerika und der Karibik statt. Der Anteil an den versicherten Schäden war mit knapp 60 Prozent allerdings fast doppelt so groß.

Fast jedes sechste Katastrophenereignis fand in Europa und gut jedes achte in Afrika statt. Auf Europa entfiel in etwa ein Siebtel der versicherten Schäden, auf Afrika hingegen nur rund drei Prozent.

... aber dafür teure Katastrophen

Die höchsten versicherten Schäden, die ein Naturereignis in 2016 verursacht hat, gab es Mitte April in der japanischen Präfektur Kumamoto und zwar durch ein Erdbeben. Diese Naturkatastrophe war Schuld an zahlreichen Gebäudeschäden und diversen Bränden sowie insgesamt 137 Todesopfern. Der versicherte Gesamtschaden betrug fast 4,9 Milliarden Euro.

Dahinter folgt der Hurrikan Matthew, der in den USA und der Karibik rund 4,0 Milliarden Euro Schaden im Oktober 2016 anrichtete. Auf den Plätzen drei bis fünf der teuersten versicherten Naturschäden in 2016 liegen Stürme und Überschwemmungen. Darunter sind Sturm- und Überschwemmungsschäden wie Mitte August in Louisiana (USA) mit 3,1 Milliarden Euro Schaden und ein schwerer Hagelsturm im April in den USA mit einem Schaden von rund 3,0 Milliarden Euro.

An fünfter Stelle der Naturkatastrophen mit den teuersten versicherten Schäden, liegen die Stürme und Überschwemmungen Ende Mai in Europa, darunter auch in Deutschland, mit einem versicherten Schadenaufkommen von knapp 2,9 Milliarden Euro. Auf Platz sechs bis acht liegen Waldbrandschäden vom Mai in Kanada mit etwa 2,8 Milliarden Euro, Erdbebenschäden im November in Neuseeland mit versicherten Schäden zwischen 1,7 bis 2,4 Milliarden Euro und Schäden durch Hagelsturm und Gewitter Mitte März in Texas (USA) mit 1,9 Milliarden Euro.

Katastrophenschäden in Deutschland rund zwei Milliarden Euro

Auf Deutschland bezogen zahlten die Versicherer nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) für versicherte Sachschäden an Häusern, Hausrat und Betrieben, die durch Stürme, Hagel und Starkregen angerichtet wurden, rund zwei Milliarden Euro.

Alleine die Sturmtiefs "Elvira" und "Friederike", die Ende Mai und Anfang Juni über die Bundesrepublik zogen, verursachte nach Schätzungen des GDV in vielen Regionen verheerende Beschädigungen von rund 1,2 Milliarden Euro und kosteten fast ein Dutzend Menschen das Leben.

Rund 200 Millionen Euro entfielen auf die Kraftfahrzeug-Versicherung, die verbleibende etwa eine Milliarde Euro auf Schäden in der Sachversicherung, also Schäden an Wohngebäude, Hausrat, Gewerbe- sowie Industriebetriebe und Landwirtschaft.

Individuelle Absicherung für das Hab und Gut

Unwetterschäden durch Hagel, Blitz und Sturm am Auto lassen sich beispielsweise durch eine Teilkaskoversicherung absichern. Hausbesitzer, die gegen Schäden an der Immobilie durch Brand, Blitzeinschlag, Sturm und Hagel abgesichert sein möchten, benötigen eine Gebäudeversicherung. Die gleichen Risiken sind zur Absicherung des Hausrates in einer Hausrat-Police oder zum Schutz des Firmeninventars in einer Geschäftsinhalts-Versicherung versichert.

Während Brand, Sturm- und Hagelschäden üblicherweise in einer Gebäude-, Hausrat-, oder auch Geschäftsinhalts-Police versichert sind, sind mögliche Naturkatastrophen wie Überschwemmung, Schneelast, Lawinen, Erdrutsche oder Erdbeben häufig nicht abgedeckt.

Doch auch die meisten dieser Gefahren können gegen einen Prämienaufschlag in einen bestehenden Sachversicherungs-Vertrag im Rahmen einer Elementarschaden-Versicherung mitversichert werden.

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