Das Gewitter- und Blitzrisiko steigt mit zunehmender Hitze

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(verpd) Ein Blitz hat eine Spannung von bis zu 100 Millionen Volt und eine Stromstärke von rund 30.000 Ampere, in seltenen Fällen auch bis 400.000 Ampere. Die Luft um den Blitz wird schlagartig auf bis zu 30.000 Grad Celsius erhitzt. Schlägt ein Blitz in ein Gebäude ein, kann dies zu Brand und anderen teuren Schäden führen. Für einen Menschen kann ein Blitzeinschlag tödlich sein. Welche Absicherung es davor gibt und welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind.

Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung kommen in den Sommermonaten Gewitter viel häufiger vor als in den übrigen Monaten. Blitze sind daher im Juni, Juli und August keine Seltenheit, da sich in dieser Zeit die bodennahe Luft stärker aufheizt als sonst und dies vermehrt zu Gewittern mit Blitzen führt. Zwar sind Blitze ein faszinierendes Naturschauspiel, aber sie können auch verheerende Schäden anrichten und im schlimmsten Fall Menschenleben kosten.

Denn zum einen kann ein Blitzschlag, selbst wenn er im Abstand von einigen Metern neben einem einschlägt, zu schwersten Verletzungen bis hin zum Tod führen. Zum anderen sind Blitzeinschläge häufig die Ursache für Haus- und Waldbrände. Zudem kann ein Blitz, selbst wenn er nicht direkt im Haus, sondern irgendwo anders einschlägt, auch zu Überspannungsschäden an Heizungs- und Steueranlagen, Elektrogeräten und sonstigen stromführenden Systemen führen.

Sich selbst schützen

Naht eine Gewitterfront, kann über die Schallgeschwindigkeit geschätzt werden, wann das Gewitter vor Ort eintrifft. Der Schall legt nämlich in drei Sekunden etwa einen Kilometer zurück. Liegen zwischen dem Auftreten eines Blitzes und dem darauffolgenden Donner weniger als zehn Sekunden, ist das Gewitter bereits gefährlich nahe. Dann hat man in der Regel weniger als zehn Minuten Zeit, um einen sicheren Ort wie ein Gebäude mit Blitzableitern oder ein Fahrzeug mit einer Ganzmetallkarosserie zu erreichen.

Wer sich vor einem Gewitter nicht mehr in Sicherheit bringen kann, sollte darauf achten, dass er nicht das höchste Objekt im Gelände ist. Der Grund: Hohe Gegenstände werden häufiger vom Blitz getroffen als niedrigere. Wegen der Gefahr eines Blitzüberschlages sollte der Abstand zu großen Gegenständen wie Bäumen rund zehn Meter, sowie zu Masten, Metallzäunen, Außenwänden und zu anderen Personen mindestens drei Meter betragen.

Grundsätzlich sind Gewässer, Berggipfel, Sportplätze, Aussichtstürme und Dachterrassen, Zelte sowie offene Cabriolets und Zweiräder bei einem herannahenden Gewitter sofort zu verlassen, denn auch sie gelten als Anziehungspunkte für Blitze. Unter Brücken oder in Mulden ist es dagegen relativ sicher. Wer sich bei einem Gewitter im Freien befindet, sollte nach Sicherheitsexperten mit geschlossenen Füßen in die Hocke gehen, da dies die eigene Sicherheit erhöht.

Blitzschutz für Haus und Hausrat

Weitere umfassende Tipps, wie man sich und sein Hab und Gut vor einem Blitzeinschlag schützen kann, sind im Webportal www.vde.com/vorblitzenschuetzen des VDE Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) enthalten. Hier gibt es zudem die kostenlos bestell- und herunterladbare Broschüre „Blitze: So können Sie sich schützen“. Der Ratgeber enthält unter anderem Präventionsmaßnahmen gegen Blitzunfälle sowie Erste-Hilfe-Tipps für den Fall, dass eine Person durch einen Blitz verletzt wurde.

Nach Angaben des VDE hilft beispielsweise ein äußerer Blitzschutz (Blitzableiter), um seine Immobilie gegen Blitzschäden zu schützen. Das Überspannungsschaden-Risiko kann durch Überspannungsschutz-Geräte, auch Grob- und Feinschutzgeräte genannt, vermindert werden. Um empfindliche Geräte wie Fernseher, Stereoanlagen und Computer gegen eine Überspannung zu schützen, sind Feinschutzsysteme wie ein Feinschutzstecker, der zwischen Steckdose und zu schützendes Gerät eingesteckt wird, sinnvoll.

Ein schadensträchtiger Fehlstrom, der durch einen Blitzeinschlag im Umkreis von mehreren Hundert Metern zum Haus entstehen kann und in den Hausstromkreis fließt, lässt sich durch Grobschutzgeräte, die ein Elektrofachexperte im Verteilerkasten installiert, verhindern. Doch trotz aller Sicherungsmaßnahmen gibt es keinen 100-prozentigen Schutz gegen Blitzschäden. Daher ist es wichtig, zumindest die Schäden und die daraus entstehenden finanziellen Folgen, die durch einen Blitzeinschlag möglich sind, abzusichern.

Damit ein Blitzschaden nicht die Existenz kostet

Einen entsprechenden Versicherungsschutz bei Schäden an der Immobilie durch einen direkten Blitzeinschlag bietet die Gebäudeversicherung. In einer solchen Police lassen sich auch Schäden durch Brand oder Überspannung beispielsweise an der Heizungsanlage, die infolge eines indirekten Blitzschlages entstanden sind, mitversichern.

Wer seinen Hausrat gegen Schäden, die ein direkter oder indirekter Blitzeinschlag verursachen kann, abgesichert sehen will, der kann dies mit einer Hausratversicherung abdecken. In vielen Hausrat- und Gebäudeversicherungs-Policen können auch reine Überspannungsschäden an Elektrogeräten, Telekommunikations-Anlagen und der Heizungssteuerung, selbst wenn sie ohne die direkte Einwirkung eines Blitzes entstanden sind, optional mitversichert werden.

Wurde das Auto durch einen Blitzschlag, durch Sturm ab Windstärke acht oder Hagel beschädigt, übernimmt eine bestehende Teilkasko-Versicherung die Reparaturkosten. Eine Vollkasko-Versicherung zahlt nicht nur bei Teilkaskoschäden, sondern darüber hinaus auch Schäden am eigenen Fahrzeug, selbst wenn der Fahrer diese fahrlässig verursacht hat, beispielsweise weil er durch einen Blitz erschreckt wurde und gegen einen Baum gefahren ist. Der Schadenfreiheitsrabatt in der Vollkasko-Versicherung wird durch einen Teilkaskoschaden im Übrigen nicht schlechtergestellt.

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