Arbeiten im Homeoffice wird immer beliebter

 - 

(verpd) Nur jeder achte Arbeitnehmer arbeitet mindestens gelegentlich im Homeoffice, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich hinten, wenngleich dieses Arbeitsmodell mittlerweile an Zustimmung gewinnt, wie eine weitere Umfrage zeigt.

Nur zwölf Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland arbeiten laut einer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gelegentlich oder auch überwiegend zu Hause. Der Anteil der Heimarbeiter hierzulande liegt damit unter dem EU-Durchschnitt. Die Spitzenreiter sind Island und Schweden – in Island ist fast jeder Dritte und in Schweden etwa jeder Vierte im Homeoffice tätig. Nach den DIW-Studienergebnissen könnte der Anteil der Heimarbeiter jedoch weiter steigen, wenn die Arbeitgeber umdenken würden.

Dabei arbeiten die Heimarbeiter im Durchschnitt knapp 46 Stunden pro Woche, wobei die Überstunden entweder nur teilweise oder gar nicht durch Lohn oder Freizeit kompensiert werden. Dennoch sind die Heimarbeiter laut dieser Studie etwas zufriedener als ihre Kollegen. „Das Potenzial, das in der Heimarbeit liegt, wird in Deutschland nicht ausgeschöpft“, meint DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke. Bei einer Umfrage, die Teil der Studie ist, gaben 40 Prozent der Befragten an, dass bei ihrem Beruf eine Heimarbeit möglich wäre.

Homeoffice vor allem bei größeren Firmen beliebt

Das Ifo Institut hat für eine andere Studie, die Mitte September 2016 veröffentlicht wurde, mehr als tausend Personalleiter befragt. Das Ergebnis zeigt, das der Trend zum Homeoffice auch in Deutschland an Fahrt gewinnt. Nach der Umfrage bieten mittlerweile immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeiter die Möglichkeit, zumindest gelegentlich von zu Hause zu arbeiten. Lag dieser Anteil nach Angaben der Befragten im Jahr 2012 noch bei 30 Prozent, so stieg dieser nun auf 39 Prozent in 2016 an.

Es sind vor allem größere Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, die darauf setzen. Hier sind es 65 Prozent der Unternehmen, die ihren Beschäftigten eine Arbeit im Homeoffice ermöglichen. Zum Vergleich: Bei Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitern ist der Anteil mit 29 Prozent weniger als halb so groß. Doch der Trend geht eindeutig in diese Richtung, denn immerhin 23 Prozent der befragten Firmen wollen in Zukunft mehr auf die Arbeit im Homeoffice setzen, während nur drei Prozent der Personalleiter angaben, diese Arbeitsform in ihren Betrieben zurückfahren zu wollen.

Homeoffice bedeutet übrigens nicht, dass man gar nicht mehr in der Firma erscheinen muss: Diese Arbeitsform ist bei den allermeisten Firmen, nämlich bei 72 Prozent, mit einer häufigen Anwesenheit im Büro gekoppelt. Zudem ist der Anteil der Vollzeitbeschäftigten mit 63 Prozent größer als der Anteil der Mitarbeiter, die in Teilzeit im Homeoffice tätig sind (38 Prozent).

Schriftliche Vereinbarungen sind wichtig

Hintergrund-Informationen und Tipps, wie das Arbeiten im Homeoffice gelingen kann, zeigt die kostenlos herunterladbare Broschüre „Mit Home-Office-Modellen Familie und Beruf gut vereinbaren“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wichtig ist es unter anderem, klare Vereinbarungen zu treffen, um Probleme und Missverständnisse zu vermeiden.

So sollten schriftlich die genaue Arbeitstätigkeit, der Arbeitsumfang, die Arbeitszeit- und Überstundenregelungen und Details über regelmäßige Besuche des Arbeitnehmers bei seinem Arbeitgeber vereinbart werden.

Zudem ist es sinnvoll festzulegen, wie die Arbeitszeit erfasst wird, zu welcher Kernzeit man erreichbar sein muss, was bei der IT-Ausstattung zu beachten ist und wer die Kosten für IT, Telefon, Internet und Büromaterial trägt.

Der richtige Versicherungsschutz für das Homeoffice

Wichtig ist auch, dass sich der Homeoffice-Arbeiter über seinen Versicherungsschutz Gedanken macht. Zwar sind viele Arbeitsutensilien, die zu Hause stehen, wie PC oder Drucker, normalerweise durch die Hausrat-Versicherung gegen Schäden durch Brand, Einbruch-Diebstahl, Leitungswasser und Sturm abgesichert. Dies gilt in vielen Hausrat-Policen jedoch nur, wenn das Equipment in einem Raum steht, der sowohl beruflich als auch privat genutzt wird und es sich nicht um ein Arbeitszimmer handelt, das ausschließlich nur für berufliche Zwecke vorhanden ist.

In manchen Hausratversicherungs-Verträgen kann die Ausstattung eines Arbeitszimmers optional jedoch eingeschlossen werden, besonders wenn das Arbeitszimmer nur über die Privatwohnung und nicht über einen separaten Zugang erreichbar ist. Die Ausstattung in einem reinen Arbeitszimmer ist auch über eine spezielle Geschäftsinhalts-Versicherung versicherbar. Auch die persönliche Absicherung ist wichtig. Ein Arbeitnehmer ist nämlich nur während seiner beruflichen Tätigkeit im Homeoffice gesetzlich unfallversichert.

Die Grenzen zwischen privater und beruflicher Tätigkeit sind im Homeoffice jedoch oft fließend, sodass für diverse Unfälle im Homeoffice kein gesetzlicher Unfallschutz besteht. Doch auch wenn die gesetzliche Unfallversicherung leistet, drohen bei einer unfallbedingten Invalidität Einkommenseinbußen. Umso wichtiger ist für Heimarbeiter eine zusätzliche private Absicherung, beispielsweise durch eine private Unfall-, Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung.

Weitere News zum Thema

  • Wenn Kunden nicht zahlen

    [] (verpd) Selbst eine gut gehende Firma kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten kommen, wenn ein Großteil ihrer Forderungen, die sie gegenüber ihren Kunden aufgrund Warenlieferungen oder erbrachten Dienstleistungen hat, nicht bezahlt wird. Wie sich Unternehmen davor schützen können. mehr

  • Der passende Versicherungsschutz für die eigene Immobilie

    [] (verpd) Jeder, der ein Haus hat oder sich anschaffen möchte, sollte auch an die möglichen Risiken, die zur Beschädigung oder Zerstörung der Immobilie führen können, denken, und die finanziellen Folgen entsprechend absichern. Anderenfalls kann beispielsweise ein Blitzschlag oder ein sonstiger Unwetterschaden schnell zum finanziellen Ruin führen. mehr

  • Wie Unternehmer Einbrecher abschrecken können

    [] (verpd) 2015 verzeichnete die Polizei rund 89.000 Einbruchdiebstähle in Gewerbeobjekte. Der Gesamtschaden durch Einbrecher beträgt jährlich mehrere Hundert Millionen Euro. Ein umsichtiges Verhalten und geeignete Vorkehrungen könnten jedoch einige Schäden verhindern oder zumindest die Schadenhöhe reduzieren. Tipps dazu gibt es von der Versicherungswirtschaft und der Polizei. mehr

  • Wovor sich Unternehmen am meisten fürchten

    [] (verpd) Betriebsunterbrechungen werden global betrachtet aus Unternehmenssicht am meisten gefürchtet. Weiter zugenommen hat nach einer aktuellen Studie eines Versicherers die Gefahrenwahrnehmung von Cybervorfällen, die in Deutschland sogar erstmals als größtes Geschäftsrisiko gesehen werden. mehr

  • Katastrophenwarnung per Handy

    [] (verpd) Wer rechtzeitig darüber informiert ist, dass ein Unwetter, zum Beispiel Sturm oder Hagel oder eine sonstige Katastrophe zu erwarten ist, kann sich und eventuell auch sein Hab und Gut entsprechend absichern und das Schadenrisiko auf ein Minimum reduzieren. Entsprechende Apps auf Smartphones und Tablets machen dies möglich. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.