Anzahl der Naturkatastrophen steigt

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(verpd) 2014 gab es nach einer vor Kurzem veröffentlichten Studie eines Rückversicherers weltweit rund zehn Prozent mehr Katastrophen, also von der Natur oder von Menschen verursachte Großschadenereignisse, als im Vorjahr. Während jedoch die von Menschen herbeigeführten Katastrophen im Vergleich zu 2013 weniger waren, fanden 2014 so viele Naturkatastrophen wie nie zuvor seit 1970 statt. Und auch in 2015 zog bereits ein folgenschwerer Sturm durch Deutschland.

Katastrophen sind Ereignisse, die die Umwelt, Sachwerte oder auch das Leben und die Gesundheit von Menschen gefährden oder schädigen. Laut einer aktuellen Studie eines Rückversicherers wurden 2014 insgesamt 336 Katastrophenereignisse registriert, die pro Ereignis unter anderem mehr als 48,8 Millionen US Dollar Schaden verursachten oder mehr als 20 Todesopfer, 50 Verletzte oder 2.000 Obdachlose forderten.

2013 waren es noch 325 derartige Unglücke, also rund zehn Prozent weniger. Von den 336 Katastrophen in 2014 waren 189 auf natürliche Ursachen (2013: 147 Naturereignisse) zurückzuführen. Damit gab es 2014 so viele Naturkatastrophen wie noch nie zuvor in den vergangenen 44 Jahren. Insgesamt zeigt die Statistik der Studienautoren seit 1970 eine tendenziell steigende Anzahl der Naturkatastrophen, die 2014 den bisher höchsten Stand erreicht hat.

Folgenreiche Naturkatastrophen

Insgesamt kamen 2014 12.777 Menschen durch von der Natur oder auch von Menschen verursachte Katastrophen ums Leben – 7.066 Personen starben 2014 durch Naturkatastrophen. 2013 forderte die im Vergleich zu 2014 geringere Anzahl der Unglücke fast doppelt so viele Todesopfer. Nach Angaben der Studienautoren ist die Reduzierung der Opferzahlen auf die Verbesserungen bei den Frühwarnsystemen und in der Notfallvorsorge zurückzuführen.

2014 betrug der durch Katastrophen verursachte gesamtwirtschaftliche Schaden rund 110 Milliarden US-Dollar. Dies liegt deutlich unter dem Vorjahreswert von insgesamt 138 Milliarden US-Dollar, wie die aktuelle Studie eines Rückversicherers ergab.

Letztes Jahr zahlten die Versicherer rund 35 Milliarden US-Dollar – 2013 waren es noch 44 Milliarden US-Dollar – für Schäden an Kunden, die gegen Katastrophen versichert waren. Der größte Anteil der katastrophenbedingten Versicherungsschäden, nämlich 27,8 Milliarden US-Dollar, wurde 2014 durch Naturereignisse verursacht.

Hohe Sturmschäden

Die größten Naturkatastrophen von 2014 im Überblick: Laut Studie gab es 61 Überschwemmungen mit 3.064 Todesopfern und rund 2,1 Milliarden US-Dollar Versicherungsschaden sowie 85 Stürme mit 1.195 Opfern und etwa 18,4 Milliarden US-Dollar Versicherungsschaden.

Zwei Drittel der Schadenskosten wurden demnach durch Stürme, die knapp die Hälfte der Naturkatastrophen-Ereignisse ausmachten, verursacht.

Des Weiteren wurden 15 Erdbeben mit 897 Opfern und etwa 313 Millionen US-Dollar Versicherungsschaden sowie zehn Dürren, Flächenbrände und Hitzewellen mit 335 Opfern und circa 150 Millionen US-Dollar Versicherungsschaden verzeichnet. Zudem gab es durch sechs Frost- und Kälteereignisse 745 Opfer und etwa 53 Millionen US-Dollar Versicherungsschaden.

Tiefdruckgebiet Ela

Hohe Versicherungsschäden wurden unter anderem durch fünf Hagelereignisse verursacht. Neben sieben Todesopfern kam es dadurch zu einem versicherten Schaden von 6,6 Milliarden US-Dollar. Damit wurde knapp ein Viertel der Summe, die Versicherer wegen Naturkatastrophen zahlten, durch Hagelereignisse verursacht. Weitere Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oder Erdrutsche waren die Ursache für 823 Todesopfer und einen versicherten Schaden von 34 Millionen US-Dollar.

In Europa sorgte beispielsweise Anfang Juni das Tiefdruckgebiet Ela für schwere Hagelstürme in Frankreich und Belgien sowie für Sturm in Deutschland. Mehr als 600.000 Häuser und 500.000 Fahrzeuge wurden in Teilen Nordfrankreichs, Belgiens und in Nordwesten Deutschlands beschädigt. Der Versicherungsschaden hierfür belief sich auf 2,2 Milliarden US Dollar. Ela gehört damit zu einem der schadenreichsten Gewitter der vergangenen 15 Jahre.

Auch 2015 zog bereits ein folgenschwerer Sturm durch Deutschland. Sturm Niklas gehört nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zu den stärksten Stürmen in den vergangenen 30 Jahren. Er forderte Ende März bis Anfang April alleine hierzulande mindestens neun Todesopfer und verursachte Schäden in Millionenhöhe.

Individuelle Absicherung gegen Naturkatastrophen

Dies zeigt, auch in Deutschland ist man vor Unwetterschäden nicht sicher. Allerdings ist eine umfangreiche Absicherung von Katastrophenschäden möglich. Hausbesitzer, die bei Schäden an der Immobilie durch Brand, Blitzeinschlag, Sturm und Hagel abgesichert sein möchten, benötigen eine Gebäudeversicherung. Die gleichen Risiken sind zur Absicherung des Hausrates in einer Hausrat-Police oder zum Schutz des Firmeninventars in einer Geschäftsinhalts-Versicherung versichert.

Mögliche Schäden durch Naturkatastrophen wie Überschwemmung, Schneelast, Lawinen, Erdrutsche oder Erdbeben können meist gegen einen Aufschlag in einen solchen Versicherungsvertrag im Rahmen einer Elementarschaden-Versicherung mitversichert werden.

Schäden am Auto, die durch Hagel, Blitz oder Sturm verursacht werden, lassen sich beispielsweise durch eine Teilkaskoversicherung, die automatisch auch in der Vollkaskoversicherung enthalten ist, absichern.

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