60 Prozent der Einbrüche ereignen sich bei Dunkelheit

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(verpd) In der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochsaison. Statistiken zeigen, dass fast 60 Prozent der Wohnungseinbrüche bei Dämmerung oder in der Nacht begangen werden. So ereigneten sich 2011 von insgesamt fast 132.600 Einbrüchen, mehr als 76.700 im Schutze der Dunkelheit. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Einbruchsgefahr zu minimieren.

Wie die VdS Schadenverhütung GmbH (VdS), ein Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V., mitteilt, gehören Wohnungseinbrüche zu den häufigsten Kriminaldelikten in Deutschland.

Auch, wenn eine Hausratversicherung Einbruch-Diebstahlschäden ersetzt, ist es für den Betroffenen dennoch eine belastende Situation. Statistiken zeigen, dass nicht nur viele Einbruchsopfer psychisch einige Wochen oder Monate unter dieser Straftat leiden, sondern bei zehn Prozent der Betroffenen sogar längerfristige Schäden zurückbleiben.

Helligkeit schreckt Verbrecher ab

„Die bundesweite Aufklärungsquote für Einbruchsdelikte liegt bei gerade einmal 16 Prozent. Das zeigt, wie wichtig Prävention ist“, betont Thomas Urban, Bereichsleiter Einbruchschutz bei VdS. Der Experte erklärt weiter: „Einbrecher kommen eher selten nachts, oft aber nachmittags und abends. Die Entdeckungsgefahr ist für sie in den Abendstunden viel geringer. Die Stoßzeiten mit gut 22 Prozent der Taten liegen zwischen 18 und 20 Uhr, weit über die Hälfte aller registrierten Einbrüche erfolgen zwischen 16 und 22 Uhr.“

Urban kennt auch das Vorgehen der Diebe: „Brennt in Wohnungen und Häusern kein Licht, machen die Einbrecher einen Klingeltest und schlagen dann sofort zu.“ „Effektiver Schutz gegen Einbrecher fängt bei einfachen Verhaltensregeln an“, betont Dr. Helmut Rieche von der bundesweiten Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“, in der sich die Polizei und Verbände der Sicherheitswirtschaft zusammengeschlossen haben.

Bei längerer Abwesenheit empfehlen Spezialisten zum Beispiel, über Zeitschaltuhren zeitweise Räume zu beleuchten und so Anwesenheit vorzutäuschen. Zudem nimmt man mit strategisch platzierten Bewegungsmeldern und Scheinwerfern im Außenbereich den Einbrechern den Schutz der Dunkelheit.

Offene Fenster sind eine Einladung für Diebe

Nach Polizeistatistiken erfolgen 80 Prozent der Einbrüche in Ein- und rund 50 Prozent in Mehrfamilienhäuser durch Fenster oder Balkontüren. Insbesondere auf der Rückseite von Gebäuden oder durch Hecken und Sträucher verdeckte Fenster stellen eine erhöhte Einbruchsgefahr dar.

Gekippte Fenster und Terrassentüren sind nach Meinung der Experten nahezu eine Einladung für Diebe. Auch nur ins Schloss gezogene Türen sind kaum ein Hindernis.

Außerdem sollten alle Steighilfen, wie beispielsweise Mülltonnen, Gartenmöbel oder gar Leitern, die das Eindringen in höhere Stockwerke erleichtern, in einer Garage oder einem Gartenhaus eingeschlossen sein.

Sicherungseinrichtungen verhindern Schlimmeres

Knapp 44 Prozent aller misslungenen Einbruchsversuche scheiterten an mechanischen Sicherungseinrichtungen. Denn je länger ein Täter benötigt, um einzudringen, desto schneller gibt er auf. Nach Angaben der Polizei geben Diebe meist nach drei Minuten auf, wenn sich in dieser Zeit Fenster und Türen nicht öffnen lassen.

Damit es Einbrecher möglichst schwer haben, ins Haus zu gelangen, empfiehlt die Polizei für Neu- oder Umbauten beispielsweise einbruchshemmende Fenster oder Türen ab Widerstandsklasse 2, ein nach europäischer und deutscher Norm – genauer nach DIN V ENV 1627 – festgelegter Standard.

Doch auch bei bestehenden Gebäuden kann der Einbruchsschutz deutlich verbessert werden. Wie der VdS betont, sind vom genannten Unternehmen als sicher zertifizierte Nachrüstprodukte für Fensterrahmen oder Türen schon für wenig Geld erhältlich.

Weitere Expertentipps

Allerdings sei es wichtig, dass die Montage ein Profi erledige, denn er habe schon oft gesehen, dass wirklich gute Produkte Einbrecher nicht aufhielten oder Alarmanlagen einfach umgangen werden konnten, weil sie falsch angebracht waren, so Urban.

Auf den Webseiten www.nicht-bei-mir.de und www.vds-home.de finden Interessierte neben weiteren Expertentipps und einer interaktiven Risikocheckliste auch zahlreiche Einbruchsschutzprodukte und -dienstleister, die als besonders sicher und zuverlässig zertifiziert wurden.

Auch die Polizei bietet online unter www.einbruchschutz.polizei-beratung.de nicht nur zahlreiche Hinweise, sondern Adressen für eine persönliche Beratung an.

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