Worauf Hobbypiloten von ferngesteuerten Drohnen achten müssen

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(verpd) „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“, textete der Liedermacher Reinhard Mey. Das gilt jedoch nicht für Hobbypiloten, die eine Flugdrohne – also beispielsweise einen kleinen Hubschrauber mit mehreren Propellern, an dem sich zum Beispiel eine Kamera befestigen lässt – in die Luft steigen lassen wollen. Denn die Risiken, die von diesen mobilen Fluggeräten ausgehen, sind hoch, wie diverse Vorfälle zeigen. Hobbypiloten sollten sich daher an die bestehenden Regeln halten und einen entsprechenden Versicherungsschutz haben.

Nicht alles, was viele hierzulande noch als Spielzeug betiteln würden, ist ungefährlich. Dies gilt insbesondere für die diversen kleinen ferngesteuerten Fluggeräte, auch Drohnen genannt, die von Privatpersonen gekauft und geflogen werden dürfen. Denn sie bergen ein hohes Unfallrisiko.

Gefährliche Vorfälle

So hatte ein österreichischer Skiprofi großes Glück, als im Dezember 2015 beim Slalom-Weltcup in Madonna di Campiglio nur wenige Meter hinter ihm eine schwere Kameradrohne abstürzte. Hätte sie ihn getroffen, wären schwere bis tödliche Verletzungen nicht auszuschließen gewesen. Glück hatte auch ein Autofahrer, der mit dem Schrecken davonkam, als ihm im Mai 2015 auf der A40 in Richtung Dortmund eine Drohne gegen seine Windschutzscheibe krachte.

Besonders problematisch sind Drohnen für den Flugverkehr: Eine Lufthansa-Maschine wäre im Sommer 2015 im Landeanflug auf Warschau beinahe mit einer Drohne zusammengestoßen. Auch in Florida entging ein Passagierjet im März 2014 nur knapp einem Zusammenstoß mit einer Drohne. Zu einem Beinahezusammenstoß einer Finnair-Maschine, die mit 80 Passagieren besetzt war, mit einer Drohne kam es im September 2015 am Flughafen Hamburg.

Die Folgen, wenn beispielsweise ein solches Fluggerät in eine Flugzeugturbine knallt, sind dramatisch. Selbst ein Flugzeugabsturz ist dann nicht auszuschließen. Die Deutsche Flugsicherung DFS warnt daher: „Alle, ob kleines Flugmodell, Fotodrohne oder Multicopter, müssen sich an die Regeln der Flugsicherung halten. Diese sind jedoch den Betreibern oft nicht bekannt.“ Zu diesen Regeln gehört auch, dass im Umkreis von 1,5 Kilometer um einen Flughafen die Verwendung von Flugmodellen und Drohnen verboten ist.

Der (Hobby)Pilot haftet – auch wenn er am Boden steht

Jeder Drohnenpilot haftet für alle Schäden, die er mit einer Drohne anrichtet. Und die finanziellen Folgen können immens sein, beispielsweise wenn eine Drohne an einer Stromleitung einen Schaden anrichtet oder auf eine Straße stürzt und es in der Folge zu einem Unfall mit Sach- oder gar Personenschäden kommt.

Dabei reicht eine normale Privat-Haftpflichtversicherung meist nicht aus, denn hier sind in der Regel nur Schäden mit wirklichen Spielzeugen mitversichert. Wann jedoch eine Drohne noch als Spielzeug gilt oder nicht, ist derzeit häufig noch rechtlich umstritten.

„Hier sollte der Gesetzgeber für Verbraucher eine klare Regelung schaffen“, fordert in diesem Zusammenhang Peter Graß vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. Er erklärt jedoch: „Die meisten Drohnen, die sich für den Betrieb im Freien eignen, dürften rechtlich kein Spielzeug mehr sein.“

Notwendiger Versicherungsschutz

Deshalb empfiehlt es sich noch vor dem ersten Testflug im Freien zu klären, ob das Modell in der vorhandenen Privathaftpflicht-Police mitversichert ist. Viele Versicherer machen das am Gewicht der Drohne fest.

Sollte kein Versicherungsschutz über die private Haftpflichtversicherung bestehen, muss der Drohnenpilot unbedingt einen Vertrag mit einem entsprechenden Versicherungsschutz abschließen. Anderenfalls riskiert er nicht nur ein Bußgeld, sondern muss bei einem Drohnenunfall auch den entstandenen Schaden selbst tragen.

Manche Versicherer bieten den Einschluss dieses Risikos entweder gegen Aufpreis in die Privathaftpflicht-Police an oder offerieren eine entsprechende Spezialpolice, wie sie auch für Modellflugzeuge angeboten wird. Mitglieder in einem Modellflugverband können sich in manchen Fällen auch über den Verband versichern.

Darauf müssen Drohnenpiloten noch achten

Bei einer gewerblichen Nutzung oder bei Fluggeräten, die schwerer als fünf Kilogramm sind, ist zwingend eine sogenannte Aufstiegserlaubnis notwendig. Diese kann beim zuständigen Landesluftfahrtamt beantragt werden. Für leichtere Drohnen ist weder eine Nutzungserlaubnis noch eine spezielle Schulung notwendig, sofern diese eben nicht gewerblich, sondern nur zur Sport- und Freizeitgestaltung genutzt werden.

Ganz grundsätzlich gilt: Drohnenpiloten müssen stets ihr Fluggerät im Blick haben – und zwar ohne zusätzliche Hilfsmittel, wie zum Beispiel ein Fernglas oder On-Board-Kameras. So darf sich die Drohne maximal 300 Meter vom eigenen Standpunkt entfernen, sonst braucht der Pilot eine Flugerlaubnis. Außerdem sollten die Fluggeräte nicht höher als 100 Meter emporsteigen. Zudem darf grundsätzlich nicht über Menschenmengen, militärischen Objekten, Industrieanlagen, Kraftwerken, Unglücksstellen und Krankenhäusern geflogen werden und auch Privatgrundstücke sind tabu.

Wer mit der Drohne Film- oder Fotoaufnahmen macht, muss die Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Personen wahren. So ist es verboten, mit der Drohne die Sichtschutzhecke zum Nachbarn zu überfliegen und ihn ohne sein Einverständnis zu filmen oder zu fotografieren. Viele Städte haben mittlerweile Regelungen, wo nicht geflogen werden darf. Tipp: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat in einer Kurzinformation die wichtigsten Regeln zusammengefasst und auch die Deutsche Flugsicherung DFS bietet weiterführende Informationen.

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