Wieder mehr Schülerunfälle

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(verpd) Die Zahl der Schülerunfälle ist 2014 im Vergleich zu 2013 um über fünf Prozent angestiegen, wie einer Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) zu entnehmen ist. Zwar besteht für Unfälle auf dem Weg zur Schule und während des Schulunterrichtes ein gesetzlicher Unfallschutz, allerdings reichen die Leistungen insbesondere bei unfallbedingter Invalidität in der Regel nicht aus, um die finanzielle Mehrbelastung auszugleichen.

Nach einer aktuellen Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) gab es letztes Jahr über 1,39 Millionen meldepflichtige Schülerunfälle. Das waren fast 69.000 Fälle beziehungsweise 5,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Verunglückt in der Schule oder auf dem Schulweg

Im Detail verunglückten von den über 17,11 Millionen in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherten Kindergartenkindern, Schülern und Studenten letztes Jahr 1,28 Millionen am Unterricht- oder Betreuungsort. Das waren knapp 5,9 Prozent mehr Schulunfälle als noch in 2013.

Zudem gab es 2014 fast 110.000 Schulwegunfälle – also Unfälle auf dem Weg von oder zur Ausbildungs- oder Betreuungseinrichtung. Das waren rund 2,0 Prozent weniger Schulwegunfälle als im Vorjahr.

Insgesamt verunfallten letztes Jahr 716 Schüler so schwer, dass sie Anspruch auf eine gesetzliche Unfallrente haben. Die Zahl der tödlichen Schülerunfälle sank von 2013 auf 2014 um 2,3 Prozent. 2014 Jahr starben 42 Kinder oder Jugendliche bei einem Schul- oder Schulwegunfall, 2013 waren es noch 43 Kindergartenkinder, Schüler und Studenten.

Auf Schulwegen ereignen sich häufig schwere Unfälle

Rein statistisch gesehen erleiden fast zwölfmal mehr Kinder und Jugendliche einen Unfall in den Betreuungseinrichtungen, Schulen oder Universität, als auf dem Weg dorthin oder wieder nach Hause. Damit sind von allen Schülerunfällen die überwiegende Mehrheit, nämlich 92,1 Prozent, Schulunfälle und 7,9 Prozent Schulwegunfälle.

Anders das anteilige Verhältnis bei den besonders schweren Unfällen: Bei allen Unfällen, bei denen die betroffenen Kinder oder Jugendlichen wegen bleibender Schäden eine Unfallrente erhalten, entfallen 65,9 Prozent auf Schulunfälle und 34,1 Prozent auf Schulwegunfälle. Bei den tödlichen Schülerunfällen ereigneten sich 14,3 Prozent (sechs Unfälle) in der Ausbildungs- oder Betreuungseinrichtung, die Mehrheit mit 85,7 Prozent (36 Unfälle) jedoch auf dem Weg von oder zum Kindergarten, zur Schule oder zur Universität.

Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt bei Freizeitunfällen, also bei Unfällen zu Hause, auf dem Weg zu einem Freund oder auch wenn ein Kind beispielsweise den Schulweg verlässt, um einkaufen zu gehen, nicht. Auch für Unfälle, die sich auf dem Weg zur privat organisierten Nachhilfe ereignen, gibt es keinen gesetzlichen Unfallschutz.

Fehlender oder unzureichender gesetzlicher Versicherungsschutz

Doch selbst, wenn der Unfall auf dem Schulweg oder in der Schule passiert ist und deswegen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht, ist insbesondere bei besonders schweren Unfällen die gesetzliche Absicherung oftmals nicht ausreichend. Kommt es aufgrund des Unfalles, für den ein Anspruch aus der gesetzlichen Unfallversicherung gegeben ist, zu einer dauerhaften körperlichen oder geistigen Einschränkung, die zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit führt, gibt es je nach Erwerbsunfähigkeitsgrad zwar eine gesetzliche Unfallrente.

Bei einer 100-prozentigen Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente aber maximal zwei Drittel des Jahresarbeits-Verdienstes. Bei den bis 6-Jährigen werden als Jahresarbeitsverdienst mindestens 25 Prozent, bei den 6- bis 15-Jährigen mindestens 33,33 Prozent, bei den 15- bis 18-Jährigen mindestens 40 Prozent und bei den über 18-Jährigen mindestens 60 Prozent der Bezugsgröße herangezogen.

Konkret beträgt in den alten Bundesländern die monatliche Unfallvollrente bei einer 100-prozentigen Erwerbsunfähigkeit für ein bis 6-jähriges Kind 472,50 €, für einen 6- bis 15-Jährigen 630,00 €, für einen 15- bis 18-Jährigen 756,00 € und für einen über 18-Jährigen 1.134 €. In den neuen Bundesländern wäre die monatliche Unfallvollrente bei einem bis 6-jährigen Kind 402,50 €, bei einem 6- bis 15-Jährigen 536,67 €, bei einem 15- bis 18-Jährigen 644,00 € und bei einem über 18-Jähriger 966 €.

Für eine finanzielle Sicherheit

Die gesetzliche Unfallrente ist damit in der Regel zu niedrig, um auf Dauer das Einkommen einer normalen Tätigkeit auszugleichen. Die private Versicherungswirtschaft bietet diverse Lösungen an, um einen fehlenden oder unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutz abzusichern. So leistet beispielsweise eine private Unfall- und/oder eine Erwerbsunfähigkeits-Police bei Eintreten des Versicherungsfalls, egal wann und wo sich der Unfall ereignet hat.

Die Höhe der mit solchen Policen versicherbaren Invaliditätsleistungen, beispielsweise in Form einer Kapitalsumme und/oder einer Rentenzahlung, ist individuell frei wählbar. Mit diesem Geld lassen sich beispielsweise notwendige behindertengerechte Umbaumaßnahmen zahlen und die finanzielle Zukunft des Kindes auch nach einem bleibenden Unfallschaden sichern.

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