Wie sich Unfälle auf der Skipiste vermeiden lassen

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(verpd) Über 40.000 deutsche Ski- oder Snowboardfahrer müssen jedes Jahr wegen eines Unfalles auf der Skipiste ärztlich behandelt werden. Was der einzelne Wintersportler tun kann, um sein Unfallrisiko zu minimieren.

Wer sich bereits auf den Wintersport freut, kann sein Risiko, einen Ski- oder Snowboardunfall zu erleiden, erheblich reduzieren, wenn er dafür sorgt, dass er konditionell fit genug für die Skipiste ist. Daher sollten Wintersportler früh genug mit Konditionstraining, Skigymnastik und Muskelaufbau beginnen.

Zudem sollten Ski- und Snowboardfahrer nur auf die Piste gehen, wenn sie gut erholt sind. Viele Unfälle ereignen sich nämlich, weil die Betroffenen beispielsweise nach längeren Abfahrten keine ausreichenden Erholungspausen einlegen, deswegen müde und unkonzentriert werden und dadurch mehr Fehler begehen.

Müdigkeit erhöht das Unfallrisiko

Übermäßiges Essen unmittelbar vor dem Skifahren kann ebenfalls zu einer Ermüdung führen, besser sind mehrere kleine kohlenhydratreiche Zwischenmahlzeiten. Auf keinen Fall sollte man beim Wintersport Alkohol trinken, denn schon eine geringe Mengen davon erhöht das Unfallrisiko. Denn Alkohol schwächt die Kondition und Konzentrationsfähigkeit, führt zu einer schlechteren Sehleistung sowie zu Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen und verringert die Reaktions-Geschwindigkeit. Zudem steigt durch Alkoholgenuss häufig auch der Hang zur Selbstüberschätzung.

Viele Unfälle lassen sich zudem mit der richtigen Skiausrüstung verhindern. Nach Angaben von Experten ereignen sich zahlreiche Unfälle aufgrund falsch eingestellter Ski- oder Snowboardbindungen. Grundsätzlich sollte die Bindung individuell für den jeweiligen Ski- oder Snowboardfahrer eingestellt sein.

Besonders empfehlenswert sind Skihelme, da sie, sollte es zum Sturz kommen, schwere Kopfverletzungen vermeiden helfen. Eine gute Skibrille schützt die Augen vor Unfallverletzungen, aber auch vor irreparablen Netzhautschäden durch die gefährliche UV-Strahlenbelastung auf den Bergen. Details, wie eine gute Skibrille beschaffen sein sollte, sind im Webportal des Kuratorium Gutes Sehen e.V. abrufbar.

Das richtige Verhalten auf der Piste

Das richtige Verhalten auf der Piste trägt ebenfalls zur Minderung des Unfallrisikos bei. Der Internationale Ski-Verband FIS für Skifahrer und Snowboarder hat zehn entsprechende Regeln aufgestellt.

Die zehn FIS-Regeln:

  • Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

  • Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

  • Wahl der Fahrspur: Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.

  • Überholen: Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.

  • Einfahren, Anfahren und hangaufwärts fahren: Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

  • Anhalten: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.

  • Aufstieg und Abstieg: Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

  • Beachten der Zeichen: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.

  • Hilfeleistung: Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.

  • Ausweispflicht: Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

FIS-Regeln sind rechtsgültig

Wie diverse Gerichtsurteile wie zum Beispiel die der Oberlandesgerichte Hamm (Az. I-13 U 81/08) und München (Az. 20 U 4661/10) zeigen, sind die FIS-Verhaltensregeln nicht nur eine Empfehlung, sondern rechtlich bindend. Missachtet ein Wintersportler die Regeln und kommt es dadurch zu einem Unfall auf der Skipiste, muss er für die entstandenen Schäden haften und zum Beispiel einem verletzten Unfallgegner Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen.

Übrigens, hat der Unfallverursacher eine private Haftpflichtversicherung, übernimmt eine solche Police für ihn die Kosten für einen fahrlässig verursachten Unfall und kann ihn so vor einem finanziellen Desaster bewahren.

Denn wer einen Unfall schuldhaft verursacht, haftet gemäß Paragraf 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) für alle Schäden, die dadurch entstehen. Das können die Kosten für beschädigte Ski des Unfallgegners sein, bis hin zu den Behandlungskosten, Rentenansprüchen und Schmerzensgeld-Forderungen eines bei einem solchen Unfall schwer verletzten Unfallgegners. Aber eine solche Police wehrt auch ungerechtfertigte oder zu hohe Forderungen ab.

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