Wie Hobbygärtner unfallfrei bleiben

 - 

(verpd) Gartenarbeit bedeutet für viele Spaß und Erholung, andere übernehmen die im Garten anfallenden Arbeiten auch aus Kostengründen selbst. Doch das Unfallrisiko darf nicht unterschätzt werden. Jedes Jahr verunfallen rund 200.000 Personen hierzulande bei der Arbeit im Garten.

Im Garten zu arbeiten ist alles andere als eine ungefährliche Angelegenheit. Laut dem Deutschen Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. (DSH) verunfallen jedes Jahr nach den Ermittlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin rund 200.000 Menschen dabei so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden müssen.

Die DSH hat daher zusammen mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) die Broschüre „Den Garten genießen – Sicher gärtnern“ herausgebracht, die zeigt, welche Unfallgefahren im Garten und bei der Gartenarbeit gegeben sind und wie sie sich vermeiden lassen. Der 60-seitige Ratgeber kann kostenlos im Webauftritt der DSH heruntergeladen werden.

Die häufigsten Unfallursachen bei der Gartenarbeit

Die Ursache vieler Gartenunfälle sind häufig der falsche, unvorsichtige oder unsachgemäße Umgang mit Arbeitsmaschinen, Werkzeugen und Steighilfen sowie Leichtsinn und Unachtsamkeit bei der Arbeit, aber auch der Verzicht auf eine sinnvolle Schutzausrüstung.

Sicherheitsexperten empfehlen bei der Gartenarbeit lange Hosen, Handschuhe und festes Schuhwerk mit griffigem Profil zu tragen. Auch bei großer Hitze sollte man beispielsweise den Rasen nie barfuß oder mit offenen Schuhen und Badehose mähen. Nicht nur für Schneidarbeiten an Bäumen und Sträuchern ist eine Schutzbrille, die die Augen vor Funken oder Holzspänen schützt, sinnvoll.

Knochenbrüche gehören neben Schnittwunden zu den häufigsten Verletzungen bei Gartenarbeiten. Die Hauptunfallursache von Knochenbrüchen sind Stürze von der Leiter oder von hohen Bäumen. Vor allem bei älteren Leitern besteht ein erhöhtes Risiko, dass sie seitlich umkippen oder der Nutzer abrutscht beziehungsweise durch eine morsche Holzsprosse durchbricht.

Sicheres Arbeiten in luftiger Höhe

Die Sicherheitsexperten empfehlen daher Leitern, die rutschhemmende Sprossen, Gummifüße als Abrutschsicherung auf glatten Böden, oder für Arbeiten auf Gras oder erdigem Grund eine Stahlspitze haben. In der Broschüre des DSH wird unter anderem darauf hingewiesen, dass man auf einer herkömmlichen Leiter grundsätzlich nicht mit einer Heckenschere arbeiten darf, um beispielsweise eine höhere Hecke zu schneiden.

Alternativ schlagen die Experten des DSH ein Behelfsgerüst, das aus zwei Leiterteilen mit Traversen und einem einhängbaren Zwischenpodest besteht, vor. Spezielle Obstbaumleitern sorgen wiederum bei der Pflege und der Ernte von Obstbäumen für ein sicheres Arbeiten in luftiger Höhe.

Weitere Hinweise für sichere Steighilfen bietet der 48-seitige Ratgeber Leitern, der kostenlos im Webauftritt Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau heruntergeladen werden kann.

Schwere Verletzungen durch Rasenmäher und andere Geräte

Besonders schwere Verletzungen passieren häufig mit motorisierten oder elektrisch angetriebenen Geräten wie Rasenmäher, Motorsägen, Heckenscheren und Holzspaltern. Viele Unfälle lassen sich jedoch durch einfache Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen verhindern.

So sollte immer die Bedienungsanleitung beachtet werden. Hier kann unter anderem nachgelesen werden, wie man eine Maschine richtig bedient, aber auch welche persönliche Schutzausrüstung wie Schutzbrille, Handschuhe und/oder Sicherheitsschuhe dafür notwendig ist. Zudem gibt es Hinweise, wann und welche Wartungen an einem Arbeitsgerät durchgeführt werden sollen und ob diese Arbeiten vom Hobbygärtner selbst erledigt werden können oder vom Fachmann auszuführen sind.

Ein Hobbygärtner sollte beispielsweise einen motorbetriebenen Rasenmäher unbedingt ausschalten, bevor er den Grasfangkorb entleert, die Mähmesser reinigt oder sonstige Wartungsarbeiten daran durchführt. Wer einen Hang zu mähen hat, sollte den Rasenmäher immer parallel zur Steigung führen und nicht senkrecht hinauf oder hinunter, anderenfalls könnte der Mäher leicht ausrutschen und über die Füße des Hobbygärtners anstatt über den Rasen fahren.

Weitere News zum Thema

  • Gesetzlicher Schutz für Helfer

    [] (verpd) Egal ob bei einer Panne, einem Unfall oder sonstigen Notlage, nicht immer kann sich jemand aus einer solchen für ihn schwierigen oder riskanten Situation selbst helfen. Er benötigt dann Unterstützung durch andere. Doch was, wenn ein Helfer dabei selbst verletzt wird? In der Regel springt in solchen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung ein. mehr

  • Wenn Kinder oder Jugendliche einen Unfall mit verschulden

    [] (verpd) Eine Zwölfjährige, die nach dem Aussteigen aus einem Bus unachtsam die Straße überquert und dabei von einem Motorrad überfahren wird, ist trotz ihres Alters überwiegend selbst für die Folgen des Unfalls verantwortlich. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor (Az. 13 U 143/16). mehr

  • Unfallursache: Schlaglöcher in der Straße

    [] (verpd) Straßenschäden wie Schlaglöchern oder Rissen im Fahrbahnbelag sind für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. So kann ein Fahrzeug beschädigt werden, wenn der Fahrer versehentlich mit einem Reifen in ein tiefes Schlagloch fährt. Radfahrer und Fußgänger können zudem wegen eines Schlagloches leicht stürzen und sich verletzen. Nicht selten stellt sich in diesen Fällen die Frage, wer für die entstandenen Schäden aufkommen muss. mehr

  • So lernen Kinder spielerisch ihr Unfallrisiko zu minimieren

    [] (verpd) Nicht immer und überall sind die Eltern oder andere Erwachsene dabei, um ein Kind vor Unfällen zu schützen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder selbst erkennen, wenn etwas gefährlich ist, und zwar egal, ob im Straßenverkehr, in der Schule, in der Freizeit oder auch zu Hause. Eine kostenlose App, herausgegeben von der Unfallforschung der Versicherer (UDV,) hilft dabei, dieses Wissen kindgerecht und mit viel Spaß zu vermitteln. mehr

  • Unfallversicherung: Vorschädigung macht nichts

    [] 50-Jährige ohne irgendwelche Schäden an der Wirbelsäule, an Knien, Schultern und Hüfte wird man nur wenige finden. Oft wirken sich Verengungen, Verschleiß oder sogar ein Bandscheibenvorfall zunächst aber im Alltag kaum aus. Kommt es dann zu einem Unfall, werden die vorher latenten Probleme plötzlich akut. Fraglich ist: Hilft dann eine private Unfallversicherung? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.