Wie Ehrenamtliche abgesichert sind

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(verpd) Ob im Sportverein, bei der Feuerwehr, bei karitativen Einrichtungen, für eine Gemeinde, für Kinder oder Senioren, für den Umweltschutz oder für Sonstiges – es gibt in nahezu allen Lebensbereichen ehrenamtliche Tätigkeiten. Über ein Drittel der Bundesbürger ab einem Alter von 14 Jahren übt nach Angaben der Bundesregierung ein Ehrenamt aus. Doch in einigen Fällen ist der bestehende gesetzliche Versicherungsschutz eines Ehrenamtlichen nicht ausreichend, um die finanziellen Folgen eines selbst verursachten Malheurs oder eines Unfalles abzudecken.

Bürger, die im Interesse der Allgemeinheit tätig sind, stehen als Ehrenamtliche unter bestimmten Voraussetzungen wie ein Arbeitnehmer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Versicherungsträger und Ansprechpartner im Schadenfall ist unter anderem die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) oder die Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege (BGW).

Gesetzlich unfallversichert

Maßgebend für den gesetzlichen Versicherungsschutz ist, dass die ehrenamtliche Tätigkeit unentgeltlich und freiwillig ist. Zudem gilt nur gesetzlich versichert, wer gemäß Paragraf 2 SGB VII (Siebtes Sozialgesetzbuch) ehrenamtlich für bestimmte Träger und Einrichtungen tätig ist.

Ehrenamtliche sind unter anderem gesetzlich unfallversichert, wenn sie für Rettungs- oder Zivilschutzunternehmen, beispielsweise beim Deutschen Roten Kreuz, oder in der Wohlfahrtspflege, zum Beispiel beim Deutschen Caritasverband, tätig sind.

Versichert sind auch Personen, die in einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung, zum Beispiel einer Kirche oder Gemeinde, sowie in einer Schule ehrenamtlich tätig sind. Auch Personen, die sich in Vereinen oder Verbänden im Auftrag oder mit Einwilligung von Kommunen zum Wohle der Allgemeinheit engagieren, sind gesetzlich unfallversichert.

Absicherungslücken

Nicht automatisch unter den gesetzlichen Unfallschutz fallen die Tätigkeiten von gewählten Ehrenamtsträgern wie beispielsweise Vereinsvorstand, Kassenwart oder Schriftführer. Allerdings kann der jeweilige Verein oder die Organisation, aber auch der Ehrenamtsträger selbst, sich bei der VBG freiwillig in der gesetzlichen Unfallversicherung versichern.

Doch selbst wer bei der gesetzlichen Unfallversicherung versichert ist, hat darüber hinaus noch Absicherungslücken. Denn zum einen sind auch Ehrenamtliche nur während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, nicht jedoch im Rahmen einer Vereinstätigkeit, die nicht der Allgemeinheit dient, versichert. Zum anderen reicht die gesetzliche Absicherung insbesondere bei einem längeren Verdienstausfall oder auch bei bleibenden gesundheitlichen Schäden oft nicht aus, die dadurch verursachten Einkommenseinbußen auszugleichen.

Einige Vereine oder Organisationen haben daher für ihre Mitglieder einen Gruppenunfallvertrag im Rahmen einer privaten Unfallversicherung abgeschlossen, der beispielsweise für alle Vereinsmitglieder im Rahmen von Vereinstätigkeiten gilt.

Umfassender Schutz für den Einzelnen

Für den Einzelnen bietet eine private Unfallversicherung eine umfassendere Absicherung. Eine entsprechende Police gilt nämlich rund um die Uhr, also nicht nur während der Vereinstätigkeit, sondern auch während der Freizeit, beim Sport, bei der Hausarbeit und bei der Arbeit. Die Höhe der auszuzahlenden Geldsumme und/oder Kapitalleistung im Falle eines bleibenden Gesundheitsschadens, aber auch andere Leistungen, können im Gegensatz zur gesetzlichen Absicherung individuell entsprechend dem Bedarf des Versicherten vereinbart werden.

Noch weiter geht die Absicherung mit einer Berufsunfähigkeits-Police. Diese schützt vor Einkommenseinbußen, wenn man seinen Beruf nach einem bleibenden Gesundheitsschaden infolge eines Unfalls oder auch einer Krankheit nicht mehr ausüben kann. Doch nicht nur der eigene Schaden kann zum finanziellen Desaster für den Ehrenamtlichen werden.

Wer als Ehrenamtlicher aufgrund eines Missgeschicks einen anderen schädigt, muss unter Umständen dafür selbst aufkommen. Denn es gibt beispielsweise für Ehrenamtliche in einem Verein keine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtabsicherung. Erleidet ein Dritter zum Beispiel aufgrund eines Unfalls, den das Vereinsmitglied während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit verursacht hat, einen bleibenden Gesundheitsschaden und besteht keine Vereinshaftpflicht-Versicherung, können die Schadenersatz-Forderungen an den Ehrenamtlichen immens sein.

Wer einen anderen schädigt

Daher ist es wichtig, dass beispielsweise Vereine oder sonstige Organisationen eine Vereinshaftpflicht-Versicherung abgeschlossen haben, die auch mögliche Missgeschicke ihrer Mitglieder während der Vereins- und Ehrenamtstätigkeit abdeckt. Um sicherzugehen, sollten sich Ehrenamtliche vorab bei der jeweiligen Trägerinstitution der Ehrenamtstätigkeit erkundigen, ob und inwieweit eine Absicherung während der ehrenamtlichen Tätigkeit besteht.

Den umfassendsten Schutz für den Einzelnen bietet eine private Haftpflichtversicherung. Diese springt nicht nur für Schäden ein, die man als Privatperson beispielsweise als Fußgänger oder als Radfahrer fahrlässig einem anderen zufügt, sondern auch wenn man im Ehrenamt und bei der Vereinstätigkeit einen Dritten schädigt.

Mehr Informationen zum Thema „Ehrenamt“ enthält die 49-seitige Broschüre „Zu Ihrer Sicherheit“. des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Der Ratgeber ist online herunterladbar, kann aber auch bestellt werden. Weitere Auskünfte gibt es online bei der VBG und der BGW. Ausführungen zur Absicherung während des Ehrenamtes bietet auch die kostenlos herunterladbare 20-seitige Broschüre „Sicherheit im Ehrenamt“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer e.V. (GDV).

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