Wer für einen Unfall auf einem Wanderweg haftet

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(verpd) Wenn ein Wanderer auf einem erkennbar schlecht gesicherten Wanderweg stürzt und dabei zu Schaden kommt, kann er in der Regel nicht die für den Weg zuständige Gemeinde für die Folgen des Sturzes verantwortlich machen. Das geht aus einem jüngst getroffenen Urteil 2014 (Az. 10 O 397/14) des Landgerichts Magdeburg hervor.

Eine 75-Jährige wollte zusammen mit ihrer Schwester zum Schloss Wernigerode wandern. Dabei nutzte sie einen Kiesweg, der mit „Efeuhaus Schloss“ ausgeschildert war. Dieser Weg wies im oberen Teil unbefestigte, teils schiefe Stufen unterschiedlicher Höhe auf. Er war weder mit einem Geländer noch mit anderweitigen Vorrichtungen gesichert. Gleich beim Besteigen der ersten relativ hohen und unebenen Stufe verlor sie das Gleichgewicht mit der Folge, dass sie eine Dornenböschung hinabstürzte.

Bei dem Sturz erlitt die Wanderin Kratz- und Rissverletzungen sowie Schmerzen und Verspannungen im Hals und Rücken. Die Verletzungen mussten in einem Krankenhaus behandelt werden. Für die Folge des Unfalls machte die Seniorin die für den Weg zuständige Gemeinde verantwortlich. Diese habe ihre Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt. Denn sie wäre dazu verpflichtet gewesen, den bekanntermaßen touristisch genutzten Weg im Bereich der unebenen und schiefen Stufen mit einem Geländer zu sichern. Die Gemeinde war sich jedoch keiner Schuld bewusst.

Geringfügige Anforderungen

Nach Ansicht der Gemeinde war die Wanderin nur deswegen gestürzt, weil sie nicht genug aufgepasst hatte. Die verletzte Wanderin verklagte schließlich die Gemeinde vor dem Magdeburger Landgericht auf Schmerzensgeldzahlung. Dort erlitt die Frau jedoch eine Niederlage.

Nach Ansicht der Richter sind an die Verkehrssicherung von Wanderwegen nur geringfügige Anforderungen zu stellen. Wer einen Wanderweg benutzt, müsse vielmehr eigene Vorkehrungen treffen, um sich vor Schäden zu bewahren.

Das gilt nach Meinung des Gerichts im Fall der Klägerin umso mehr, als dass sie deutlich erkennen konnte, dass die Stufen unterschiedlich hoch und schief waren und der Weg nicht durch ein Geländer gesichert wurde.

Allgemeines Lebensrisiko

Der Umfang der Verkehrssicherungs-Pflicht hat sich nach Meinung der Richter an einem durchschnittlichen Benutzer eines Wanderweges auszurichten. „Eine Ausnahme liegt lediglich dann vor, wenn sich Wege im Bereich von Altersheimen oder Krankenhäusern befinden.“ Das war in der entschiedenen Sache nicht der Fall.

Bei dem Unfall der Klägerin hat sich daher das allgemeine Lebensrisiko verwirklicht. Sie kann die für den Wanderweg zuständige Gemeinde folglich nicht für die Folgen des Sturzes zur Verantwortung ziehen.

Wenn, wie im beschriebenen Fall, kein anderer für mögliche Unfallfolgen haftet, ist es grundsätzlich gut, eine private Absicherung zu haben. Denn diese kann beispielsweise Mehraufwendungen, die durch unfallbedingte Verletzungen notwendig werden, abdecken.

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