Wellenritt mit fatalen Verletzungsfolgen

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(verpd) Wird an einer Schwimmbadrutsche in eindeutiger Weise darauf hingewiesen, wie die Rutsche zu nutzen ist, so muss deren Betreiber nicht auf spezielle Gefahren hinweisen, die sich aus einer unsachgemäßen Nutzung ergeben können. Das gilt auch dann, wenn es schon wiederholt zu Unfällen gekommen ist.

So entschied das Oberlandesgericht Hamm in einem jüngst veröffentlichten Urteil (Az. 9 U 13/14). Eine 22-jährige Frau hatte ein Freibad in Paderborn aufgesucht. Bei der Nutzung einer wellenförmigen Rutsche verunglückte die junge Frau schwer. Sie hob kurz von der Rutsche ab und zog sich dadurch eine Fraktur der Lendenwirbelsäule zu. In ihrer gegen den Betreiber des Freibades eingereichten Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage trug die Klägerin vor, dass die wellenförmige Form der Rutsche die Gefahr des Abhebens berge. Diese Gefahr habe sich bekanntermaßen nicht nur in ihrem Fall realisiert.

Hätte der Betreiber auf die Verletzungsgefahr hingewiesen, hätte sie die Rutsche nicht genutzt. Wegen des Fehlens eines entsprechenden Hinweises habe der Freibadbetreiber seine Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt. Doch dem wollten sich die Richter des Oberlandesgerichts Hamm nicht anschließen. Sie wiesen die Klage als unbegründet zurück.

Missachtung der Nutzungshinweise

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hat die Schwimmbadrutsche den sicherheitstechnischen Anforderungen der einschlägigen DIN-Vorschriften genügt. Sie wies außerdem kein erhöhtes Gefährdungspotenzial auf, das über das übliche Risiko bei der Benutzung einer solchen Anlage hinausgeht und vom Benutzer nicht ohne Weiteres erkennbar ist.

Zu dem Unfall der Klägerin ist es nach Überzeugung der Richter nur deswegen gekommen, weil sie die deutlich an der Rutsche angebrachten Nutzungshinweise offenkundig nicht beachtet hat. Denn danach hätte sie sitzend nach vorne gebeugt rutschen müssen. Bei dieser Rutschposition ist nämlich ein ungewolltes Abheben nach Aussage eines Sachverständigen physikalisch unmöglich.

Nach Ansicht der Richter war der Betreiber des Schwimmbades wegen der eindeutigen Nutzungshinweise nicht dazu verpflichtet, zusätzlich auf die Gefahren hinzuweisen, die sich aus einer unsachgemäßen Nutzung ergeben können. Das gilt auch angesichts der dem Unfall der Klägerin vorausgegangenen Fälle. Denn auch diesen lag eine unsachgemäße Nutzung der Rutsche zugrunde, welche der Betreiber nicht zu verantworten hat.

Wenn kein anderer für einen erlittenen Schaden haftet

Da, wie in dem genannten Fall, nicht immer ein anderer für die erlittenen Schäden haftet, ist eine individuelle Absicherung empfehlenswert. Eine private Unfallversicherung bietet beispielsweise einen weltweiten Schutz rund um die Uhr, also sowohl bei Unfällen im Beruf als auch in der Freizeit. Versicherbar sind hier unter anderem eine frei wählbare Kapitalsumme oder/und Rentenleistung im Invaliditätsfall.

Mögliche Einkommenseinbußen bei unfall-, aber auch sonstiger krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit lassen sich durch eine private Krankentagegeld-Versicherung ausgleichen.

Für den Fall, dass man aufgrund unfall- oder krankheitsbedingter gesundheitlicher Probleme seinen bisherigen Beruf zukünftig nicht mehr ausüben kann, ermöglicht es eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung, den bisherigen Lebensstandard zu halten.

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