Was Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber erwarten

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(verpd) Knapp ein Drittel aller Mitarbeiter ist laut einer Studie der Unternehmensberatung Towers Watson nachhaltig engagiert. Fast die Hälfte kann seine Potenziale nicht nutzen beziehungsweise macht Dienst nach Vorschrift.

Arbeitsplatzsicherheit, ein Grundgehalt und eine herausfordernde Tätigkeit sind die wichtigsten Faktoren, um sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden. Nur jeder dritte Befragte traut seinem Arbeitgeber zu, Talente zu gewinnen, diese im Unternehmen zu halten sowie hohe Leistungen zu belohnen.

Ziel der Global Workforce Study 2014 der Unternehmensberatungs-Firma Towers Watson GmbH war es, im Rahmen einer internationalen Befragung festzustellen, was Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber erwarten. Für die Studie wurden 32.000 Arbeitnehmer weltweit, davon über 1.000 in Deutschland, sowie mehr als 1.600 Unternehmensvertreter befragt.

„Manager könnten besser sein. Mitarbeiter fordern heutzutage erlebbare Führung“, kommentierte Studienleiterin Heike Ballhausen die Ergebnisse. Sie erklärt weiter: „Unternehmen, deren Mitarbeiter sich überdurchschnittlich engagieren, befähigt und energetisiert arbeiten, erwirtschaften nachweislich höhere Erträge und höhere Bruttogewinne. Hier zu investieren, ist also kein menschenfreundlicher Ansatz, sondern steigert die Produktivität.“

Nur jeder Dritte ist nachhaltig engagiert

Der aktuellen Analyse zufolge können in Deutschland etwas über ein Drittel der Mitarbeiter als nachhaltig engagiert eingestuft werden. Knapp jeder Fünfte arbeitet zwar engagiert, fühlt sich jedoch ausgebremst. Nach dem Motto „Dienst nach Vorschrift“ ist gut jeder Fünfte tätig. Das restliche Viertel ist unterdurchschnittlich engagiert.

Im Vergleich zum globalen Durchschnitt ist der Typ „nachhaltig engagiert“ in Deutschland leicht unterrepräsentiert, der Typ „Dienst nach Vorschrift“ leicht überdurchschnittlich ausgeprägt. Bei den anderen beiden Engagement-Typen gab es keine auffälligen Unterschiede.

Der wichtigste Einflussfaktor für das Engagement der Arbeitnehmer in Deutschland ist der Untersuchung zufolge die Kommunikation ihrer Organisation, gefolgt von einem guten Verständnis für die Ziele und Unternehmensstrategien des Arbeitgebers. Beides sind originäre Aufgaben des Topmanagements.

Arbeitsplatzsicherheit und Festgehalt haben Priorität

Bei der Wahl eines Arbeitgebers steht die Sicherheit des Arbeitsplatzes an oberster Stelle, gefolgt von Grundgehalt, herausfordernder Arbeit und einem hohen Maß an Eigenständigkeit, so die Befragungsergebnisse.

Auf Platz fünf rangiert ein bequem zu erreichender Arbeitsort. Unternehmen erkennen laut Studie zwar die Bedeutung der Top-Drei-Treiber für die Mitarbeitergewinnung, haben aber eigenständiges Arbeiten und den Arbeitsort überhaupt nicht auf ihrer Liste. Bei der Mitarbeiterbindung unterschätzen sie dann die Arbeitsplatzsicherheit und insbesondere den Stellenwert interessanter Arbeitsinhalte.

Aus Mitarbeitersicht kommt ein Stellenwechsel vor allem dann nicht in Betracht, wenn ein Grundgehalt gezahlt wird, der Job sicher ist und Karrierechancen geboten werden. Dahinter folgen ein gut zu erreichender Arbeitsort, ein gutes Arbeitsumfeld, eine herausfordernde Arbeit und Vertrauen zum Topmanagement. Keine entscheidende Rolle spielt laut Studienergebnis die Beziehung zum direkten Vorgesetzten.

Deutsche sind besonders sicherheitsorientiert

Dass die Deutschen besonders sicherheitsorientiert sind, zeigt sich auch im weltweiten Vergleich: So wollen gerade einmal 17 Prozent ihren Arbeitgeber innerhalb der nächsten zwei Jahre wechseln, knapp zwei Drittel (60 Prozent) beabsichtigen dagegen zu bleiben. Weltweit liegt dieser Wert bei 46 Prozent.

„Die geringere Wechselbereitschaft der Bundesbürger liegt in den vorherrschenden Strukturen begründet: Hierzulande steigt die Vergütung oftmals mit zunehmender Erfahrung und Betriebszugehörigkeit. Dadurch sinkt mit den Jahren die Bereitschaft das Unternehmen zu verlassen“, interpretierte Heike Ballhausen dieses Ergebnis.

Um dem offensichtlichen Sicherheitsbedürfnis gerecht zu werden, empfiehlt die Expertin unter anderem eine strategische Personalplanung. Außerdem sollten Gehaltssystem, Beurteilungssystem und Karriereplanung so flexibel angelegt werden, dass sie den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedenen Mitarbeitergruppen – je nach Lebensphase und Performance-Level – entsprechen.

Win-win-Lösungen

Laut der aktuellen Studie von Towers Watson stehen die Unternehmen weiterhin vor großen Herausforderungen. So sagt nur jeder dritte Mitarbeiter, dass sein Arbeitgeber gut darin ist, die Talentiertesten an das Unternehmen zu binden und neue Talente zu gewinnen. Bei der leistungsorientierten Entlohnung ist die Unzufriedenheit ebenfalls groß: Nur 38 Prozent stimmen zu, dass es eine klare Verbindung zwischen Arbeitsleistung und Bezahlung gibt und nur 37 Prozent, dass hohe Leistung auch belohnt wird.

Auch die private Versicherungswirtschaft hat sich Gedanken darüber gemacht, mit welchen Lösungen sie Firmen dabei unterstützen kann, gute Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Beispielsweise können Unternehmen ihre Mitarbeiter mit einer Gruppen-Unfallversicherung finanziell entlasten und sichern sie zudem im Ernstfall besser ab. Versicherbar sind beispielsweise Unfälle, die sich auf Dienstreisen, im Betrieb oder auch im Beruf und in der Freizeit ereignen. Voraussetzung ist, dass eine Firma mindestens drei Personen in einem Vertrag versichert.

Neben der Gruppen-Unfallversicherung gibt es auch noch andere Versicherungslösungen, wie eine betriebliche Krankenversicherung oder die betriebliche Altersvorsorge, mit denen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter binden und motivieren können. Neben der verstärkten Attraktivität als Arbeitgeber haben solche Absicherungslösungen für das Unternehmen selbst oft weitere Vorteile, wie steuerliche Absetzbarkeit und Einsparungen bei den Lohnnebenkosten.

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