Wann Vereinssportler gesetzlich unfallversichert sind

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(verpd) Vereinssportler stehen während ihres Trainings dann unter dem Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie sich in einem Vertrag gegenüber einem weiteren Verein, der das Management der Mannschaft betreibt, zahlreichen Verpflichtungen unterworfen haben, die über die reine sportliche Betätigung hinausgehen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie für ihre Tätigkeit eine Vergütung erhalten, so das Bundessozialgericht in einem aktuellen Urteil (Az. : B 2 U 5/14 R).

Nachdem sich eine berufstätige Frau, die in ihrer Freizeit in einer Mannschaft der zweiten Bundesliga Handball spielte, während eines Trainings erheblich verletzt hatte, beanspruchte sie Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Mit dem Argument, dass ein Leistungsanspruch nur Personen zusteht, die für ihre sportliche Betätigung eine Vergütung erhalten, lehnte die Berufsgenossenschaft den Antrag ab.

Sportliche Betätigung ohne Vergütung

Die Frau erhielt zwar mit Ausnahme der Fahrtkosten keinerlei Vergütung für ihre sportliche Betätigung. In einem Vertrag mit dem Verein war sie jedoch dazu verpflichtet, an den Spielen und dem Training teilzunehmen und ihren jährlichen Urlaub nur in Einvernehmen mit dem für den Spielbetrieb Verantwortlichen zu nehmen.

Durch einen weiteren Vertrag mit einem Verein, der das Management der Damenhandball-Mannschaft übernommen hatte, war sie unter anderem dazu verpflichtet, kostenlos an Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit teilzunehmen. Im Fall von Verletzungen musste sie sich von einem Vereinsarzt behandeln lassen.

Die Frau war außerdem dazu verpflichtet, sich sportmedizinischen Maßnahmen zu unterziehen. Erlöse aus der Werbung standen ausschließlich dem Verein zu. Anderweitige Werbung war der Klägerin untersagt. Sie übertrug dem Verein außerdem die Verwertung ihrer Persönlichkeitsrechte, die im Zusammenhang mit dem Handballsport stehen, unter anderem auch hinsichtlich ihres Autogramms.

Gesetzlicher Unfallschutz für weisungsgebundene Sportler

Gegen den negativen Bescheid der Berufsgenossenschaft wehrte sich die Verletzte gerichtlich und sie bekam recht. Sowohl das in der Vorinstanz mit dem Fall befasste Landessozialgericht als auch das Bundessozialgericht gaben der Klage der Handballspielerin gegen die Berufsgenossenschaft statt.

Die Richter stellten zunächst einmal fest, dass es grundsätzlich nicht der Zahlung eines Entgelts bedarf, um Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung beanspruchen zu können. Dieser Grundsatz gelte auch für den Bereich sportlicher Tätigkeiten. Für den Versicherungsschutz maßgeblich sei vielmehr, dass ein Sportler in die Organisation des Vereins beziehungsweise des Managements eingebunden ist und dessen Weisungen unterliegt.

Davon war im Fall der Klägerin auszugehen. „Denn das Weisungsrecht des Vereins, der das Management übernommen hatte, ging über die aufgrund einer Vereinsmitgliedschaft bestehenden Bindungen zwischen einem Sportverein und einer Hochleistungs-Sportlerin deutlich hinaus“, so das Bundessozialgericht. Die Klägerin stand daher während des Trainings unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Unzureichender Versicherungsschutz

Viele Mitglieder eines Sportvereins sind automatisch über den jeweiligen Landessportverband oder über eine zusätzliche Unfallpolice des Vereins teilweise abgesichert. Allerdings kann dies nicht die private Vorsorge ersetzen.

Zum einen sind die Leistungen oftmals nicht ausreichend, um die finanziellen Unfallfolgen abzudecken, zum anderen sind hier in der Regel ausschließlich Unfälle versichert, die im direkten Zusammenhang mit dem Vereinssport stehen. Zudem sind mehr Millionen aktive Sportler nicht in einem Verein organisiert und damit während der Sportausübung nicht gesetzlich unfallversichert.

Eine private Unfallversicherung gilt, anders als der gesetzliche Unfallschutz oder eine vom Verein abgeschlossene Unfallpolice, weltweit und rund um die Uhr. Sie leistet bei zahlreichen Unfallarten im Beruf und in der Freizeit. Durch die individuelle Absicherungsmöglichkeit kann der jeweilige Versicherungsschutz zudem den Bedürfnissen und Wünschen des Einzelnen angepasst werden.

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