Von den Tücken eines Autowaschplatzes

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(verpd) Wer sein Auto bei winterlichen Temperaturen auf einem Selbstbedienungs-Waschplatz wäscht, muss mit Glättebildung rechnen.

Kommt er deswegen zu Schaden, kann er den Betreiber des Waschplatzes nicht zur Verantwortung ziehen, so das Oberlandesgericht Hamm in einem Urteil (Az. 9 U 171/14).

Eine Frau wollte bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt in einer Selbstbedienungs-Autowaschanlage ihr Fahrzeug reinigen. Am Ende des mit einer Waschbürste durchgeführten Reinigungsvorgangs begab sie sich in Richtung eines Abfalleimers, der sich in der Nähe ihres Autos befand. Sie wollte dort Müll, der sich in dem Fahrzeug angesammelt hatte, entsorgen.

Dabei rutschte sie einen Meter von ihrem Pkw entfernt auf gefrorenem Waschwasser so unglücklich aus, dass sie sich erhebliche Verletzungen zuzog. Dem Betreiber der Anlage warf die Frau vor, seine Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt zu haben. Er sei dazu verpflichtet gewesen, Maßnahmen gegen die Blitzeisbildung zu treffen oder zumindest vor Glätte zu warnen. Sie verklagte ihn daher auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Überzogene Erwartungshaltung

Ohne Erfolg: Nachdem das Landgericht Münster die Klage als unbegründet zurückgewiesen hatte, lief auch die Berufung der Klägerin ins Leere. Nach Ansicht des Hammer Oberlandesgerichts geht die Verkehrssicherungs-Pflicht eines Waschplatzbetreibers nicht so weit, dass er bei winterlichen Temperaturen während oder nach jeder Selbstbedienungswäsche Maßnahmen zur Verhinderung von Blitzeisbildung treffen muss.

„Denn wer sich bei winterlichen Temperaturen dazu entschließt, seinen Pkw auf einem SB-Waschplatz gegen Zahlung eines geringen Entgelts – im entschiedenen Fall 50 Cent – selbst zu reinigen, weiß, dass vom Betreiber lediglich die Waschplatznutzung, aber gerade kein darüber hinausgehender Service geboten wird und aus wirtschaftlichen Gründen auch nicht geboten werden kann“, so das Gericht.

Damit muss man rechnen

Die Gefahr durch überfrierendes Waschwasser liegt nach Ansicht der Richter in so einem Fall auf der Hand. Ein Kunde hat sich daher darauf einzustellen, und zwar ohne dass er darauf extra hingewiesen werden muss.

Wie der Fall zeigt, haftet nicht immer ein anderer für einen erlittenen Unfallschaden. Damit zumindest eine finanzielle Absicherung für mögliche Unfallfolgen wie eine dauerhafte Gesundheitsschädigung besteht, ist es für jeden Einzelnen sinnvoll, sich privat zu versichern. Die Versicherungswirtschaft bietet hierzu diverse Lösungen wie eine private Unfall-, eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeits- oder auch eine Krankentagegeld-Versicherung an.

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