Von den Folgen eines menschlichen Bedürfnisses

 - 

(verpd) Wer während seiner Arbeitszeit durch eigenes Verschulden in den Räumen einer Toilette zu Schaden kommt, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Das geht aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts München hervor (Az. M 12 K 13.1024).

Ein Polizist hatte sich während seiner Dienstzeit in den Toilettenräumen seines Arbeitgebers an einer Tür einen Finger eingeklemmt. Er hatte versucht, ein Zufallen der Tür zu verhindern. Seine Forderung, den Zwischenfall als Dienstunfall beziehungsweise Arbeitsunfall anzuerkennen, wurde von seinem Dienstherrn abgelehnt.

Denn nach Meinung des Arbeitgebers sind nur Unfälle, die sich auf dem Weg von beziehungsweise zu einer Toilette ereignen, als Dienstunfall zu werten. Anders sei es bei Unfällen, die sich ereignen, wenn die Räume der Toilette bereits betreten worden sind. Dem schloss sich das Münchener Verwaltungsgericht an. Es wies die Klage des Polizisten als unbegründet zurück.

Privates Vergnügen

Nach Ansicht des Gerichts sind sämtliche Verrichtungen in den Räumen einer Toilette dem rein privaten Bereich eines Versicherten zuzuordnen. Sie stehen daher ebenso wenig unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung wie zum Beispiel ein Unfall, den ein Beschäftigter während einer Pause in einer Kantine oder einem Restaurant erleidet.

Der Polizist hätte daher nur dann mit Erfolg Ansprüche gegenüber seinem Dienstherrn geltend machen können, wenn er sich in den Toilettenräumen wegen eines baulichen Mangels verletzt hätte. Davon war nach Überzeugung des Gerichts jedoch nicht auszugehen. Denn der Mann hatte sich seinen Finger ausschließlich wegen seiner eigenen Ungeschicklichkeit eingeklemmt.

Nicht nur in der Freizeit, auch in zahlreichen anderen Situationen gibt es keinen gesetzlichen Unfallschutz, wie der Fall zeigt. Private Versicherungs-Unternehmen bieten jedoch zahlreiche Lösungen an, um sowohl einen fehlenden als auch unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutz hinsichtlich möglicher durch Unfall oder Krankheit auftretender Einkommenslücken abzusichern. Unter anderem bieten eine private Unfall-, eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeits- oder auch eine Krankentagegeld-Versicherung entsprechende Absicherungen.

Weitere News zum Thema

  • Gefahrlos aufs Eis

    [] (verpd) Besonders gefährlich ist es, sich bei einer natürlichen Eisfläche auf den ersten Anschein, dass das Eis dick genug ist, zu verlassen und sie vorschnell zu betreten. Es gibt einige Kriterien, die man berücksichtigen sollte, bevor man aufs Eis geht, sowie so manche Stellen, welche man grundsätzlich meiden sollte. Darüber hinaus sollte jeder Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler oder andere Personen, die gerne auf zugefrorene Seen oder Flüsse gehen, die wichtigsten Regeln kennen, die es zu befolgen gilt, wenn man selbst oder ein anderer ins Eis eingebrochen ist. mehr

  • Wenn man auf dem Arbeitsweg beim Tanken verunfallt

    [] (verpd) Grundsätzlich muss ein Arbeitnehmer den kürzesten Weg von seiner Wohnung zur Arbeit und zurück nehmen, um unfallversichert zu sein. Kommen dabei aber mehrere Strecken infrage, kann er nach mehreren Kriterien selbst entscheiden, welche er nimmt. mehr

  • Streit um Arbeitsunfall beim Skifahren

    [] (verpd) Der gesetzliche Unfallversicherungs-Schutz kann während einer betrieblichen Veranstaltung auch nur für Teile des Programms, die der eigentlichen Arbeit dienen, gelten. Dies ist der Tenor eines Urteils des 5. Senats des Landessozialgerichts Mecklenburg-Vorpommern (Az. L 5 U 48/12). mehr

  • Unfall am Heimarbeitsplatz

    [] (verpd) Ein Heimarbeiter, der auf dem Weg zur Küche seiner Wohnung verunglückt, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das hat das Bundessozialgericht in einem Urteil entschieden (Az. B 2 U 5/15 R). mehr

  • Für eine unfallfreie Skisaison

    [] (verpd) Die Anzahl der Personen, die nach einem Skiunfall ärztlich behandelt werden mussten, ist in den letzten Jahren laut einer Unfallanalyse deutlich gefallen. Mit dem richtigen Verhalten und der richtigen Vorbereitung kann auch jeder Einzelne sein Risiko, auf der Piste zu verunfallen, senken. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.