Unfallversicherung: Vorschädigung macht nichts

Unfallversicherung: Vorschädigung macht nichts

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50-Jährige ohne irgendwelche Schäden an der Wirbelsäule, an Knien, Schultern und Hüfte wird man nur wenige finden. Oft wirken sich Verengungen, Verschleiß oder sogar ein Bandscheibenvorfall zunächst aber im Alltag kaum aus. Kommt es dann zu einem Unfall, werden die vorher latenten Probleme plötzlich akut. Fraglich ist: Hilft dann eine private Unfallversicherung?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) haben Versicherte in solchen Fällen nun deutlich bessere Karten (Az. IV ZR 521/14).

In dem vom BGH zu entscheidenden Fall ging es um eine Übungsleiterin, die sich, als sie beim Kinderturnen einem Zehnjährigen Hilfestellung gab, durch einen Sturz eine Rückenverletzung zugezogen hatte. In der Folge musste sie sich – nachdem sich die akuten Schmerzen bis zur Ohnmacht gesteigert hatten – in stationäre Behandlung begeben. Dort wurden unter anderem ein Bandscheibenvorfall und eine Spinalkanalstenose festgestellt. Nach dem Unfall verblieb aufgrund erheblicher Bewegungseinschränkungen eine Teilinvalidität von 40 %.

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Die Übungsleiterin verlangte von ihrer privaten Unfallversicherung eine Invaliditätsleistung in Höhe von 34.000,00 €. Dies wurde von der Versicherung mit der schönen Formulierung abgelehnt, eine bis zum Unfall klinisch stumm vorbestehende degenerative Arthrose sei durch den Unfall lediglich aktiviert worden. Sprich: Was vorher stumm war, wurde nun laut. Zudem sei der Verschleiß bereits vorher – so eine weitere schöne Formulierung – überaltersgemäß gewesen.

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Dieser Argumentation stellte sich der BGH deutlich entgegen. Das Gericht befand: Der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und Gesundheitsbeeinträchtigung bestehe schon dann, wenn der Unfall im Sinne einer conditio sine qua non nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Gesundheitsschaden entfiele. Eine Mitursächlichkeit eines Unfalls reiche aus. Das folge schon allein aus der Tatsache, dass in den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen 2000 bei der Mitwirkung von Krankheiten und Gebrechen, also unfallfremden Faktoren, kein Ausschluss, sondern nur eine Anspruchsminderung entsprechend dem Mitwirkungsanteil vorgesehen sei.

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