Unfallschutz für Ferienjobber und Praktikanten

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Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind Schüler und Studierende im Rahmen eines Ferienjobs oder Praktikums wie alle anderen Arbeitnehmer bei Arbeits- und Wegeunfällen gesetzlich versichert. Doch der Versicherungsschutz hat auch Einschränkungen.

Der gesetzliche Unfallversicherungs-Schutz ist für die Versicherten laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) beitragsfrei. Für die Kosten kommt allein der Arbeitgeber auf, dessen Unfallversicherungs-Träger auch für die Ferienjobber oder Praktikanten zuständig ist.

Dabei ist es unerheblich, wie lange das Arbeitsverhältnis dauert oder wie hoch der Lohn ausfällt. So sind Mini- oder Midi-Jobs genauso versichert wie unbezahlte Praktika. Wie bei allen anderen Arbeitnehmern beginnt der Versicherungsschutz am ersten Arbeitstag und bezieht auch den Weg zur Arbeitsstelle und zurück nach Hause mit ein.

Leistungen nach Arbeits- oder Wegeunfall

Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt nach einem Arbeits- oder Wegeunfall Heilbehandlung, Rehabilitation und Lohnersatzleistungen. Bei dauerhaft eingeschränkter Erwerbsfähigkeit wird eine Rente gezahlt, bei Pflegebedürftigkeit werden auch Pflegeleistungen gewährt.

Die DGUV weist darauf hin, dass bei einem Arztbesuch nach einem Arbeitsunfall weder die Krankenversicherungs-Karte vorgelegt noch die Praxisgebühr von zehn Euro bezahlt werden muss. Besteht für den jeweiligen Unfall ein gesetzlicher Unfallschutz, muss jedoch trotz gesetzlicher Leistungen mit Einkommenseinbußen im Vergleich zum bisherigen Verdienst gerechnet werden.

Führt der Unfall beispielsweise zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit, gibt es je nach Erwerbsunfähigkeitsgrad eine Rente. Bei 100 Prozent Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente jedoch maximal zwei Drittel des Jahresverdienstes.

Kein gesetzlicher Unfallschutz im Ausland und in der Freizeit

Wer einen Ferienjob oder ein Praktikum im Ausland annimmt, steht oftmals nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – in der Regel auch dann nicht, wenn es sich bei dem Arbeitgeber um ein deutsches Unternehmen handelt.

Deshalb rät die DGUV, sich schon vor der Abreise über die Absicherung gegen Arbeitsunfälle im Gastland zu informieren.

Die meisten Unfälle ereignen sich nicht während einer schulischen oder beruflichen Tätigkeit, sondern in der Freizeit. Deshalb ist die gesetzliche Unfallversicherung nur ein lückenhafter Schutz für den Einzelnen, da diese hier nicht greift. Bei Freizeitunfällen gilt das Verursacherprinzip. Wird ein Unfall von einem Dritten verschuldet, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall, so muss dieser alle Folgen tragen.

Am gefährlichsten ist es in der Freizeit

Wird der Schuldige nicht gefunden – etwa bei Fahrerflucht – oder ist mittellos, so muss das Unglücksopfer mit finanziellen Einbußen bei längerer Arbeitsunfähigkeit oder bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen rechnen. Gleiches gilt, wenn einem selbst ein Missgeschick passiert. Eventuelle Behandlungskosten werden zwar von der Krankenversicherung übernommen.

Bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit zahlt zudem bei Arbeitnehmern zunächst der Arbeitgeber für sechs Wochen den Lohn weiter. Danach übernimmt für eine bestimmte Zeit die Krankenkasse einen Teil davon als Tagegeld. Den restlichen Verdienstausfall riskiert aber jeder selbst. Manche Verunglückte verlieren ihre Arbeitskraft dauerhaft. Dann haben Mitglieder der gesetzlichen Rentenversicherung und der anderen Versorgungsträger unter Umständen Anspruch auf eine Erwerbsminderungs- oder Invalidenrente, doch die ist meist niedriger als das bisherige Einkommen.

Diese Ansprüche liegen aber in der Regel meist unter dem bisherigen Nettoverdienst. Wie hoch die Versorgungslücke im Ernstfall ist, sollte sich jeder von seinem Versicherungsfachmann ausrechnen lassen. Dieser berät auch, wie man seinen Lebensstandard sinnvoll beispielsweise mit einer Unfall- und Berufs- oder Erwerbsunfähigkeits-Police absichern kann.

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