Unfallgefahr im Supermarkt

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(verpd) Wer in einem Lebensmittelgeschäft eine beschädigte Flasche aus einem Regal nimmt und sich dabei verletzt, hat in der Regel keinen Anspruch auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld. Das gilt auch dann, wenn er die Beschädigung der Flasche nicht erkennen konnte, so das Amtsgericht München in einem kürzlich veröffentlichten Urteil (Az. 283 C 2822/12).

Eine Frau hatte in einem Supermarkt eine Flasche Rum aus einer Flaschenpyramide genommen. Weil der Hals der Rumflasche zerbrochen war, zog sie sich eine tiefe Schnittwunde an ihrer Hand zu.

Verletzung der Verkehrssicherungs-Pflicht?

Während des Heilungsprozesses war die Frau vorübergehend auf eine Haushaltshilfe angewiesen. Die hierfür aufgewendeten Kosten machte sie zusammen mit einem Schmerzensgeld gegenüber dem Ladenbesitzer vor dem Münchener Amtsgericht geltend.

Sie warf ihm vor, er habe seine Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt. Denn schließlich hätte seinem Personal bereits beim Aufstellen der Pyramide auffallen müssen, dass der Hals der Rumflasche beschädigt war. Selbst wenn das nicht der Fall gewesen sein sollte, so die Klägerin, dürfe der Kunde eines Supermarkts erwarten, dass Flaschenpyramiden und -regale regelmäßig auf möglicherweise beschädigte Flaschen überprüft werden.

Überzogene Forderung

Doch dem wollte das Gericht nicht folgen. Es wies die von der Kundin eingereichte Schadenersatz- und Schmerzensgeldklage als unbegründet zurück. Nach Ansicht des Gerichts würde man die Forderungen an die Verkehrssicherungs-Pflichten eines Supermarktbetreibers überziehen, wenn man ihn für jegliche denkbare Schäden verantwortlich machen würde.

„Denn eine Gefahrenquelle führt erst dann zu einer Haftung, wenn sich aus ihr vorausschauend für einen sachkundig Urteilenden die naheliegende Gefahr ergibt, dass andere verletzt werden könnten“, so das Gericht. Davon konnte in dem entschiedenen Fall jedoch nicht ausgegangen werden. Denn auch die Klägerin selbst hatte beim Herausnehmen der Flasche nicht erkannt, dass deren Hals beschädigt war. Daher musste auch der Ladenbesitzer beziehungsweise sein Personal nicht damit rechnen, dass sich eine unbemerkt gebliebene zerbrochene Flasche in der Pyramide befand.

Wenn keiner für den Schaden haftet

Da der Gesetzgeber keine Gefährdungshaftung von Geschäftsinhabern für jegliche Schäden, die ein Kunde in seinem Laden erleiden kann, vorgesehen hat, geht die Klägerin leer aus. In ihrem Fall hat sich das allgemeine Lebensrisiko verwirklicht, für dessen Folgen sie selbst einzustehen hat, so das Gericht. Da nicht nur in diesem Fall das Risiko besteht, dass man verletzt wird ohne dass ein anderer dafür haftet, ist es ratsam eine private Absicherung zu haben.

Eine private Krankenzusatzversicherung oder eine private Unfallversicherung kann beispielsweise das Einkommen und damit den Lebensstandard eines Verunfallten sichern, aber auch mögliche Zusatzkosten, wie eine kurzzeitig benötigte Haushaltshilfe übernehmen.

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