Unfall im Nichtschwimmerbecken

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(verpd) Ein Betreiber eines Schwimmbades, der den Besuchern ein Spielgerät zur Verfügung stellt, muss dafür sorgen, dass eine Gefährdung der Badegäste durch das Gerät so weit wie möglich und zumutbar ausgeschlossen ist. Das geht aus einem Urteil des Amtsgerichts Bremen hervor (9 C 5/14).

Ein 17-Jähriger stand im Nichtschwimmerbecken eines Freibades neben einer mittig mit einer Kette verankerten sogenannten Schwimmkrake. Auf deren Kopf befanden sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von etwa einem Meter fünf Personen. Als die Krake auf der gegenüberliegenden Seite von anderen Gästen spaßeshalber angehoben wurde, fielen die auf dem Spielgerät befindlichen Personen ins Wasser.

Einer streifte beim Herunterfallen den 17-Jährigen am Kopf. Dabei wurde dem jungen Mann ein Teilstück seines mittleren Schneidezahns ausgeschlagen. Mit dem Argument, dass der Betreiber des Schwimmbades dafür hätte Sorge tragen müssen, dass derartige Unfälle nicht möglich sind, verklagte ihn der 17-Jährige wegen der Verletzung seiner Verkehrssicherungs-Pflicht auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Verletzung der Verkehrssicherungs-Pflicht?

Damit hatte er weitgehend Erfolg. Nach Ansicht des Bremer Amtsgerichts hat der Betreiber eines Schwimmbades dafür zu sorgen, dass von ihm zur Verfügung gestellte Geräte und Anlagen von den Besuchern bestimmungsgemäß genutzt werden.

Wenn aber schon die Badeaufsicht zur Vermeidung von Unfällen üblicherweise eingreifen müsse, wenn Besucher vom Beckenrand aus ins Schwimmbecken springen, so habe sie erst recht unkontrollierte Sprünge und Stürze von einer Badekrake zu verhindern.

„Denn erfahrungsgemäß werden direkt neben der Krake andere Kinder im Wasser stehen. Somit birgt der weitestgehend unbeaufsichtigte Gebrauch der Krake das naheliegende Risiko, dass sich auf der Krake tobende Kinder beziehungsweise neben der Krake im Wasser stehende oder schwimmende Badegäste erheblich verletzen“, so das Gericht.

Mitverschulden

Es kommt erschwerend hinzu, dass sich die Badekrake im Nichtschwimmerbecken befand, das in der Regel insbesondere von sechs- bis zwölfjährigen Kindern genutzt wird. Diese aber können das Gefahrenpotenzial einer solchen Anlage nach Ansicht des Gerichts von sich aus nicht zutreffend einschätzen. Das gilt jedoch nicht für den Kläger, dem als Heranwachsenden hätte bewusst sein müssen, dass es insbesondere im Bereich von Spielgeräten oftmals zu Rangeleien, Stürzen und regelwidrigen Sprüngen kommt.

Dadurch, dass sich der Kläger trotz allem in der unmittelbaren Nähe der Badekrake aufhielt, trifft ihn nach Ansicht des Gerichts ein Mitverschuldensanteil von einem Drittel. Dieser Anteil fiel nur deswegen nicht höher aus, weil sich der Kläger ganz offenkundig nicht an den Rangeleien auf dem Spielgerät beteiligt hat. Wer sichergehen möchte, dass er nach einem Unfall in jedem Fall finanziell abgesichert ist, egal ob ein anderer für erlittene Gesundheitsschäden haftet oder nicht, kann sich privat absichern.

Eine private Unfallversicherung bietet beispielsweise einen weltweiten Schutz rund um die Uhr, also sowohl bei Unfällen im Beruf als auch in der Freizeit. Versicherbar sind hier unter anderem eine frei wählbare Kapitalsumme oder/und Rentenleistung im Invaliditätsfall. Für den Fall, dass man aufgrund unfall- oder krankheitsbedingter gesundheitlicher Probleme seinen bisherigen Beruf zukünftig nicht mehr ausüben kann, ermöglicht es eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung, den bisherigen Lebensstandard zu halten.

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