Über 2.800 Arbeits- und Wegeunfälle pro Tag

 - 

(verpd) Nach einer aktuellen Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) sank die Zahl der gemeldeten Arbeits- und Wegeunfälle letztes Jahr im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch verunfallten 2015 über eine Million Arbeitnehmer bei ihrer beruflichen Tätigkeit oder auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Oftmals reicht die gesetzliche Absicherung nicht, um die möglichen finanziellen Folgen, die ein Arbeits- oder Wegeunfall nach sich ziehen kann, auszugleichen.

Für das Jahr 2015 verzeichnete die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) nach einer vorläufigen Statistik rund 1.043.500 Arbeitsunfälle. Das sind rund 0,1 Prozent weniger als im Jahr 2014. Konkret sank die Anzahl der Arbeitsunfälle, also der Unfälle, die sich während der Ausübung der Berufstätigkeit ereignet haben, von 869.900 in 2014 auf 865.500 in 2015, also um circa 0,5 Prozent.

Zeitgleich stieg die Zahl der Wegeunfälle, also Unfälle zur und von der Arbeit nach Hause, im genannten Zeitraum von circa 174.200 auf rund 178.000 Fälle und damit um 2,2 Prozent. 2015 kamen 786 Personen bei einem Arbeits- und Wegeunfall ums Leben, das sind 2,4 Prozent weniger als in 2014. Im Detail verloren letztes Jahr 438 Personen, und damit 9,3 Prozent weniger als in 2014 bei einem Arbeitsunfall ihr Leben. Bei Wegeunfällen starben 2015 348 Menschen, im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Zunahme um 8,1 Prozent.

Lücken der gesetzlichen Absicherung

Prinzipiell sind Arbeitnehmer durch die gesetzliche Unfallversicherung überwiegend nur während ihrer beruflichen Tätigkeit beziehungsweise bei Unfällen auf dem Weg von und zur Arbeitsstelle geschützt. In der Freizeit besteht für Arbeitnehmer nämlich kein gesetzlicher Versicherungsschutz, obwohl sich hier die meisten Unfälle ereignen. Selbstständige und Hausfrauen oder -männer sind in der Regel gar nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert.

Doch auch wenn ein Unfall unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, kann es zu Einkommenseinbußen kommen. Denn bei anerkannten Arbeits- und Wegeunfällen übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung unter anderem die medizinische Versorgung, Reha-Maßnahmen, ein Verletztengeld und/oder eine Unfallrente nur nach festen Vorgaben.

Beispielsweise erhält der Betroffene je nach Erwerbsunfähigkeitsgrad nur eine Rente von der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn der Arbeits- oder Wegeunfall zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent führt.

Einkommenseinbußen sind möglich

Bei einer 100-prozentigen Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente jedoch maximal zwei Drittel des Jahresarbeits-Verdienstes des Versicherten, was zu Einkommenseinbußen führen kann. Zudem gibt es keinen Rentenanspruch bei einer reinen Berufsunfähigkeit.

Das heißt, sofern der Betroffene aufgrund der Unfallfolgen zwar seinem bisherigen Beruf nicht mehr nachgehen kann, aber immer noch in einer anderen, auch weniger gut bezahlten Tätigkeit einsetzbar ist, steht ihm keine gesetzliche Unfallrente zu.

Betroffene, die nach dem 1.1.1961 geboren sind, haben in diesem Fall auch keinen Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung, da es keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente für Personen der genannten Altersgruppe mehr gibt.

Für eine ausreichende Absicherung

Es gibt jedoch diverse Lösungen, um auch nach einem Unfall finanziell abgesichert zu sein. So lässt sich zum Beispiel mit einer privaten Unfall-, Erwerbs-/Berufsunfähigkeits- und/oder einer Krankentagegeld-Versicherung die Versorgungslücke, die aufgrund eines fehlenden oder unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutzes bestehen kann, schließen.

Bei einer privaten Unfall-Police sowie bei der Erwerbs-/Berufsunfähigkeits-Versicherung gilt der Versicherungsschutz im Gegensatz zur gesetzlichen Absicherung weltweit und rund um die Uhr, also sowohl bei Unfällen im Beruf als auch in der Freizeit. Mit einer Erwerbs-/Berufsunfähigkeits-Police ist zudem nicht nur das Unfall-, sondern auch das Krankheitsrisiko abgedeckt.

Ebenfalls bei Unfall oder auch bei Krankheit springt eine Krankentagegeld-Versicherung ein und vermindert den Einkommensausfall, der durch eine krankheits- oder unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit verursacht werden kann.

Weitere News zum Thema

  • Gesetzlicher Schutz für Helfer

    [] (verpd) Egal ob bei einer Panne, einem Unfall oder sonstigen Notlage, nicht immer kann sich jemand aus einer solchen für ihn schwierigen oder riskanten Situation selbst helfen. Er benötigt dann Unterstützung durch andere. Doch was, wenn ein Helfer dabei selbst verletzt wird? In der Regel springt in solchen Fällen die gesetzliche Unfallversicherung ein. mehr

  • Wenn Kinder oder Jugendliche einen Unfall mit verschulden

    [] (verpd) Eine Zwölfjährige, die nach dem Aussteigen aus einem Bus unachtsam die Straße überquert und dabei von einem Motorrad überfahren wird, ist trotz ihres Alters überwiegend selbst für die Folgen des Unfalls verantwortlich. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor (Az. 13 U 143/16). mehr

  • Unfallursache: Schlaglöcher in der Straße

    [] (verpd) Straßenschäden wie Schlaglöchern oder Rissen im Fahrbahnbelag sind für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. So kann ein Fahrzeug beschädigt werden, wenn der Fahrer versehentlich mit einem Reifen in ein tiefes Schlagloch fährt. Radfahrer und Fußgänger können zudem wegen eines Schlagloches leicht stürzen und sich verletzen. Nicht selten stellt sich in diesen Fällen die Frage, wer für die entstandenen Schäden aufkommen muss. mehr

  • So lernen Kinder spielerisch ihr Unfallrisiko zu minimieren

    [] (verpd) Nicht immer und überall sind die Eltern oder andere Erwachsene dabei, um ein Kind vor Unfällen zu schützen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder selbst erkennen, wenn etwas gefährlich ist, und zwar egal, ob im Straßenverkehr, in der Schule, in der Freizeit oder auch zu Hause. Eine kostenlose App, herausgegeben von der Unfallforschung der Versicherer (UDV,) hilft dabei, dieses Wissen kindgerecht und mit viel Spaß zu vermitteln. mehr

  • Unfallversicherung: Vorschädigung macht nichts

    [] 50-Jährige ohne irgendwelche Schäden an der Wirbelsäule, an Knien, Schultern und Hüfte wird man nur wenige finden. Oft wirken sich Verengungen, Verschleiß oder sogar ein Bandscheibenvorfall zunächst aber im Alltag kaum aus. Kommt es dann zu einem Unfall, werden die vorher latenten Probleme plötzlich akut. Fraglich ist: Hilft dann eine private Unfallversicherung? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.