Telearbeit löst Mehrbedarf an privatem Unfallschutz aus

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(verpd) Dass kein gesetzlicher Unfallschutz gegeben ist, wenn ein Arbeitnehmer vom direkten Weg zur Arbeit wegen privater Besorgungen abweicht und er dabei verunfallt, ist inzwischen vielen geläufig. Eher weniger bewusst dürfte dagegen sein, dass auch durch einen Arbeitsplatz, der in die Wohnung des Arbeitnehmers verlegt wird, gefährliche neue Lücken entstehen können.

Für Arbeitgeber können Telearbeitsplätze erhebliche Kosteneinsparungen bedeuten, weil sie dadurch – unter anderem – weniger Büroraum benötigen. Arbeitnehmer schätzen die Vorzüge eines per digitaler Vernetzung in die eigenen vier Wände verlagerten Arbeitsplatzes nicht zuletzt deshalb, weil der dadurch mögliche Flexibilitätsgewinn der Familie entgegenkommt.

Telearbeit erfreut sich daher in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Sie hat jedoch auch bedenkliche „Nebenwirkungen“, was den Unfall-Versichersicherungs-Schutz betrifft.

Prinzipiell auch im Homeoffice geschützt

Im Prinzip gilt der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung für den Arbeitnehmer zwar auch für den heimischen Arbeitsplatz. Er erstreckt sich jedoch nur auf solche Tätigkeiten, zu denen er sich gegenüber seinem Arbeitgeber verpflichtet hat, oder die wesentlich dem Unternehmen dienen.

In der Praxis verschwimmt bei Heimarbeitsplätzen jedoch oft die Grenze zwischen privater und beruflicher Tätigkeit. Was im Einzelfall als Arbeitsunfall zu werten sei, könne daher plötzlich strittig werden.

Genaue Absprachen mit dem Arbeitgeber notwendig

Zunächst sind daher möglichst genaue Absprachen mit dem Arbeitgeber für den Erhalt des gesetzlichen Versicherungsschutzes notwendig. Dies insbesondere über den Arbeitsumfang, die Arbeitszeitverfügung, Lieferungen und Lieferzeiten, Betriebsbesuche, die Informations-Übermittlung und Ähnliches.

Sinnvoll ist auch ein eigens dafür bereitgestelltes Arbeitszimmer in der Wohnung. Erleidet der Arbeitnehmer dann dort einen Unfall, weil er beispielsweise über den Papierkorb stolpert, ist der ursächliche Zusammenhang zwischen der Tätigkeit und den betrieblichen Aufgaben nicht strittig. Und nur dann steht der Arbeitnehmer unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Die Frage des ursächlichen Zusammenhangs

Auf dem Weg zur Toilette oder zur Kaffeemaschine in der Küche, der bei einem Arbeitsplatz im Unternehmen ebenfalls unter dem Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung steht, besteht im Homeoffice dagegen kein gesetzlicher Versicherungsschutz, wie diverse Gerichtsurteile zeigen. Diese Tätigkeiten zählen nämlich zu den Handlungen, die wesentlich dem privaten Lebensbereich des Versicherten zuzurechnen sind, so die Begründung der Gerichtsentscheidungen.

Doch selbst wenn ein gesetzlicher Unfallschutz besteht, drohen nicht nur bei einer unfallbedingten dauernden Gesundheitsschädigung Einkommenseinbußen. Umso wichtiger ist für alle Heimarbeiter die Ergänzung durch eine private Unfallversicherung, die rund um die Uhr eine finanzielle Absicherung für alle Unfälle des täglichen Lebens bietet, um einen fehlenden oder unzureichenden gesetzlichen Unfallschutz auszugleichen.

Zusätzlich empfiehlt sich eine Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung, um nicht nur nach einem Unfall, sondern auch nach krankheitsbedingten dauerhaften gesundheitlichen Problemen finanziell abgesichert zu sein.

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