So lassen sich Stürze vermeiden

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(verpd) Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts erlitten 2014 fast 11.600 Personen bei einem Sturz so schwere Verletzungen, dass sie verstarben. Kostenlose Broschüren zeigen, wie sich das Risiko eines Sturz- oder Stolperunfalles im Haus erheblich verringern lässt. Eine Broschüre richtet sich insbesondere an Senioren, da deren Sturzrisiko besonders hoch ist, wie eine aktuelle Statistik belegt.

Rund 85 Prozent aller tödlichen Haushaltsunfälle sind Stürze, wie eine Statistik der gemeinnützigen Aktion Das sichere Haus e.V. (DSH), in der verschiedene Ministerien, Verbände und Institutionen zusammenarbeiten, belegt. Zahlreiche Unfälle lassen sich mit dem richtigen Schuhwerk vermeiden. Glatte Sohlen und hohe Absätze, aber auch Schuhe, aus denen man herausrutschen kann, weil sie nicht den ganzen Fuß umschließen, erhöhen die Sturzgefahr. Auch im Haus sollten verwendete Hausschuhe daher festen Halt bieten sowie eine Profilsohle haben.

Gefährlich kann auch eine falsch verstandene Sparsamkeit sein, wenn es um die Ausleuchtung von Gehwegen, Treppen, Fluren und Räumen geht. Denn häufig werden bei Dunkelheit Stolpergefahren einfach übersehen. Daher sollte jeder Bereich, den man betreten kann, auch ausreichend ausgeleuchtet sein. Bewegungsmelder können zudem dafür sorgen, dass Bereiche wie Zugangswege zum Haus, Keller, Dachboden sowie Treppen bereits beleuchtet sind, bevor man sie betritt.

Weniger Risiken durch Ordnung und Umsicht

In einem Haushalt gibt es oft noch zahlreiche andere Stolperfallen: Tückisch sind beispielsweise achtlos mitten im Raum oder auf Treppen abgestellte Gegenstände wie Taschen und Schuhe sowie herumliegendes Spielzeug von Kindern. Auch quer durch den Raum verlegte Verlängerungskabel oder am Boden herumliegende Kabel von Elektrogeräten oder Musikboxen sowie Teppiche und Holzdielen, deren Kanten nach einigen Jahren nicht mehr satt am Boden aufliegen, führen immer wieder zu Stürzen.

Auch lose, nicht rutschfest verlegte Teppiche und Badvorleger sowie frisch geputzte und damit rutschige Treppen und Böden sind typische Unfallursachen. Solche Stolperfallen lassen sich vermeiden.

Beispielsweise sollte jeder darauf achten, dass nichts Unnützes am Boden oder auf den Treppen steht. Kabel sollten entweder an der Wand oder an der Boden-Wand-Kante am besten mit einem Kabelkanal verlegt sein. Zudem hilft es, unter Teppichen, rutschhemmende, beidseitig klebende Klebebänder anzubringen. Auch das sofortige Trockenwischen von frisch geputzten Böden oder verschütteten Flüssigkeiten minimiert das Sturzrisiko.

Gefährliche Steighilfen

Stürze von Leitern gehören mit zu den häufigsten Heimunfällen. Bewegt man sich beispielsweise auf einer Leiter zu stark nach links oder rechts, anstatt herunterzusteigen und sie umzustellen, besteht die Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren. Schwere Kübel oder Werkzeuge, die an die Leiter angehängt werden, können diese ebenfalls zum Kippen bringen.

Grundsätzlich sollte man mit beiden Beinen einen sicheren Stand auf der Leiter haben. Außerdem sollte die Steighilfe auf einem ebenen und nicht rutschenden Untergrund stehen. Anlegeleitern stehen nach Expertenaussagen am sichersten, wenn sie in einem Winkel von etwa 75 Grad zur Wand aufgestellt werden.

Zahlreiche Unfälle passieren auch, weil Betroffene statt einer Leiter Stühle, Hocker oder Eimer als Steighilfe verwenden.

Kostenlose Tipps und ein eigener Ratgeber für Senioren

Weitere Tipps, wie sich Sturz- und Stolperfallen im Haus vermeiden lassen, stehen unter anderem in dem 56-seitigen Ratgeber „Zu Hause sicher leben“ und dem Flyer „Alltägliche Stolperfallen: Treppen, Teppiche, Kabel & Co“. Beide Broschüren sind im Webportal der DSH, dem Herausgeber, kostenlos herunterladbar oder können dort als Printversion bestellt werden.

Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) sind besonders Senioren gefährdet. Über 90 Prozent der insgesamt 11.582 Personen, die hierzulande 2014 an einem Sturz gestorben sind, sind 65 Jahre oder älter. Die Gründe dafür, warum Senioren ein vergleichsweise höheres Sturzrisiko haben als andere Altersgruppen, liegen laut DSH unter anderem an der abnehmenden Sehfähigkeit und der nachlassenden Muskelkraft.

Die DSH hat zusammen mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) für Senioren den Ratgeber „Sicher leben auch im Alter. Sturzunfälle sind vermeidbar“ herausgegeben, der aufzeigt, welche Maßnahmen es für diese Altersgruppe gibt, um Stürze zu vermeiden. Die Broschüre kann ebenfalls bei der DSH bestellt werden. Unter anderem raten die Experten, zusätzliche Haltegriffe in der Dusche und an der Badewanne anzubringen sowie Türschwellen, wenn möglich, zu entfernen oder zumindest farblich herauszuheben, damit diese Stolperfallen besser erkennbar sind.

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