Sicher mit dem Rad ankommen

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(verpd) Eine aktuelle Statistik zeigt, dass mehr als vier von zehn Fahrradunfällen, bei denen jemand verletzt wird, vom Radler selbst verursacht wurden. Viele Unfälle ereignen sich jedoch auch, weil Radfahrer immer wieder von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden. Es gibt diverse Maßnahmen für Radler, aber auch für Pkw-Fahrer, um solche Unfälle zu vermeiden. Studien belegen zudem, dass insbesondere ein Helm im Falle des Falles zumindest schlimmere Verletzungen verhindern kann.

Nach der aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes verletzten sich allein im Jahr 2012 über 74.700 Radfahrer bei einem Verkehrsunfall, davon knapp 9.900 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre und über 12.600 Senioren ab 65 Jahren. Insgesamt kamen 406 Radler bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Die Statistik zeigt auch, das 42 Prozent der Radfahrer, die an einem Unfall beteiligt waren, bei dem sie selbst oder ein anderer verletzt wurden, auch die Hauptverursacher des Unfalles sind. Bei mehr als 67 Prozent der Fahrradunfälle war das Fehlverhalten des Radlers, wie das Fahren auf der falschen Straßenseite, mit ein Grund, warum es zum Unfall kam.

Gegen das Übersehenwerden

Ein häufiger Unfallgrund ist, dass ein anderer Verkehrsteilnehmer den Radfahrer übersehen hat. Deshalb empfehlen Verkehrsexperten Radlern das Tragen von heller, auffälliger und mit Reflektoren bestückter Kleidung. Zudem sollte die Radbeleuchtung einwandfrei funktionieren, damit der Velofahrer von anderen Verkehrsteilnehmern schneller erkannt wird, was die Unfallgefahr minimiert.

Diverse Studien zeigen zudem, dass das Tragen eines Fahrradhelmes das Risiko, eine schwere Hirnverletzung zu erleiden, um die Hälfte senkt. Zudem gehen Experten davon aus, dass bis zu 80 Prozent aller Kopfverletzungen dadurch vermieden werden können und 95 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrer mit Helm überlebt hätten.

Kopfschutz statt Mithaftung

Daher ist es besonders wichtig, dass nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene einen Fahrradhelm aufsetzen, auch wenn die zu fahrende Strecke noch so kurz ist. Zumal diverse Gerichtsurteile in der Vergangenheit Fahrradfahrern eine Mitschuld an ihren Verletzungen nach einem Unfall gaben, nur weil sie keinen Helm trugen.

Ein Beispiel dafür ist das Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig-Holstein (Az. 7 U 11/12). Die Richter gaben in diesem Gerichtsfall einer Radlerin ein 20-prozentiges Mitverschulden, da sie beim Zusammenstoß mit einer Autotüre, die unmittelbar vorher bei einem parkenden Pkw geöffnet wurde, keinen Helm trug und dadurch schwere Schädel-Hirn-Verletzungen erlitten hatte.

Verhaltenstipps für Radler

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) können Radler auch durch ihr eigenes Verhalten ihre Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Der ADFC empfiehlt Radfahrern folgende Verhaltensmaßnahmen:

  • Rücksicht nehmen und vorsichtig Rad fahren.

  • Nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv fahren.

  • Eindeutig und vorausschauend Rad fahren. Handzeichen geben.

  • Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern suchen.

  • Abstand halten und sich Sicherheitszonen schaffen.

  • Abbiegende Autos und Lkws erfordern erhöhte Aufmerksamkeit. Stichwort: toter Winkel.

  • Nicht als Geisterfahrer, also nicht entgegen der vorgeschriebenen Richtung, beispielsweise in Einbahnstraßen, unterwegs sein.

Im Internet sind diverse kostenlos herunterladbare Broschüren und Hintergrundberichte mit weiteren Tipps und Hilfen, wie das Radfahren sicherer wird, beim ADFC und bei der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und beim Gesamtverband der deutschen Versicherer e.V. zu finden.

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