Riskante Karnevalszeit

 - 

(verpd) Auch heuer finden bis Aschermittwoch, das ist in diesem Jahr der 18. Februar, in zahlreichen Städten und Orten Karnevalsumzüge und -feste statt. Leider können dabei Unfälle nicht ausgeschlossen werden.

Wer einen passenden Versicherungsschutz hat, ist zumindest finanziell abgesichert, wenn er bei einem derartigen Unglück geschädigt wird oder selbst durch ein Missgeschick einen anderen schädigt.

Jeder, der einen anderen schädigt, haftet gemäß Paragraf 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) für alle Schäden, die er schuldhaft verursacht hat, unbegrenzt. Das gilt auch in der Karnevalszeit. Dementsprechend können nicht nur Veranstalter, sondern auch aktive Teilnehmer sowie Besucher für Schäden, die sie auf Umzügen, Festen oder sonstigen Veranstaltungen verursacht haben, schadenersatzpflichtig sein.

Doch auch wer selbst ohne das Verschulden eines anderen auf einer Veranstaltung verunfallt und sich verletzt, muss infolge der dadurch erlittenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch mit finanziellen Nachteilen rechnen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) rät daher jedem, der sich aktiv oder passiv am Karneval beteiligen möchte, im Voraus an eine ausreichende Absicherung zu denken.

Absicherung für den Einzelnen

Damit ein Umzugs- oder Festbesucher einen Personen- oder Sachschaden, den er fahrlässig verursacht hat, nicht aus der eigenen Tasche begleichen muss, hilft eine bestehende Privathaftpflicht-Police weiter. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt nämlich die Schadenersatzansprüche des oder der Geschädigten, wenn der Schaden durch ein fahrlässiges Verhalten des Versicherten entstanden ist. Die Haftpflicht-Police deckt aber auch die Kosten, um zu hohe oder ungerechtfertigte Ansprüche Dritter abzuwehren.

Wer bei einem Unfall selbst verletzt wird, ohne dass ein anderer dafür haften muss, kann mit einer entsprechenden privaten Absicherung mögliche finanziellen Folgen abfedern. Dass solche Unfälle insbesondere auch im Karneval häufig vorkommen, zeigen diverse Urteile. So wurde in zahlreichen Gerichtsverfahren entschieden, dass Umzugsbesucher, die von geworfenen Kamellen oder anderen genehmigten Kleinstgegenständen getroffen und verletzt wurden, keinen Schadenersatz und kein Schmerzensgeld durch den Veranstalter oder den Werfer bekommen.

Für die persönliche Absicherung hilft unter anderem eine private Unfall-Police. Sie zahlt zum Beispiel im Invaliditätsfall eine vereinbarte Renten- und/oder Kapitalleistung. Letzteres lässt sich unter anderem für notwendige behindertengerechte Umbauten verwenden. Mit einer vereinbarten Rentenleistung einer privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung können Einkommensdefizite, die sich dadurch ergeben, dass man infolge eines Unfalles oder einer Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, ausgeglichen werden.

Haftungsschutz für Veranstalter

Veranstalter eines Karnevalsumzugs oder eines öffentlichen Festes sollten sich mit einer Veranstalter-Haftpflichtversicherung absichern. Dadurch sind der Veranstalter, aber auch die Mitglieder eines eventuell vorhandenen Festkomitees, für ihre Haftung bei der Überwachung und der Leitung der Veranstaltung versichert. Kommt ein Umzugsbesucher durch deren Schuld zu Schaden, werden von der Veranstalter-Haftpflichtversicherung berechtigte Ansprüche beispielsweise durch Zahlung eines Schadenersatzes beglichen.

Doch auch die Kosten, um unberechtigte oder unangemessen hohe Forderungen abzuwehren, werden vom Haftpflichtversicherer übernommen. Um auch mögliche Schäden in den eigenen Reihen abzudecken, ist es für Karnevalsgesellschaften sinnvoll, sich mit einer Gruppenunfall- und Vereins-Haftpflichtversicherung abzusichern. Damit sind die einzelnen Zugteilnehmer gegen Schäden versichert, die bei solchen Umzügen normalerweise entstehen können.

Werden Pferde an einem Karnevalsumzug eingesetzt, muss der Veranstalter dafür sorgen, dass nur dafür geeignete Tiere ausgewählt werden. Der Pferdehalter wiederum sollte eine Tierhalter-Haftpflichtpolice haben, denn diese kommt unter anderem dafür auf, wenn das Pferd plötzlich ausschlägt und jemanden schädigt.

Weitere News zum Thema

  • Wenn zwei Kunden im Supermarkt zusammenprallen

    [] (verpd) Das Gebot gegenseitiger Rücksichtnahme besteht nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in Supermärkten. Das geht aus einem veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor (Az. 6 U 203/15). mehr

  • Welche Verkehrsregeln für Radfahrer gelten

    [] (verpd) In rund 81 Prozent aller Haushalte ist mindestens ein Fahrrad vorhanden. Doch wer mit dem Rad fährt, sollte auch wissen, welche Regeln er einzuhalten hat. Denn allzu oft werden Verkehrsunfälle durch Radfahrer verursacht, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. mehr

  • Schließung von Garage oder Hoftür ist versichert

    [] Der Weg zur Arbeit steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Streit gibt es immer wieder um den Unfallschutz bei kurzen Unterbrechungen des direkten Arbeitswegs – etwa durch Brötchenholen. mehr

  • Arbeiten im Home Office: Zu Hause gilt nur Unfallversicherung light

    [] Kein Unfallversicherungsschutz auf Wegen zur Nahrungsaufnahme innerhalb der eigenen Wohnung, heißt es in schönstem Bürokratendeutsch in einem Terminbericht der Pressestelle des Bundessozialgerichts. Gemeint ist damit der eingeschränkte Unfallschutz im Home Office. mehr

  • Niedriges Unfallrisiko auf Autobahnen

    [] (verpd) Prozentual gesehen ereignen sich die meisten Verkehrsunfälle innerhalb von Ortschaften. Die meisten Verkehrstoten gibt es jedoch auf einer anderen Straßenart zu beklagen, wie Daten des Statistischen Bundesamtes belegen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.