Mehr Arbeitsunfälle und mehr Wegeunfälle

 - 

(verpd) Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) verzeichnete in den ersten sechs Monaten diesen Jahres um 3,6 Prozent mehr Arbeits- und Wegeunfälle mit mindestens einem Schwerverletzten oder Getöteten als im ersten Halbjahr 2015. Eine alleinige Absicherung durch die gesetzliche Unfallsicherung reicht jedoch oftmals nicht aus, um als Betroffener vor den finanziellen Folgen eines solchen Unfalles umfassend abgesichert zu sein.

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle ist nach einer vorläufigen Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) im ersten Halbjahr 2015 von 507.517 zum Vergleichszeitraum in 2016 auf 525.901 und damit um 3,6 Prozent gestiegen. Meldepflichtig ist ein Arbeits- und Wegeunfall nur, wenn eine gesetzlich unfallversicherte Person dabei getötet oder mindestens so verletzt wurde, dass der Betroffene mehr als drei Tage arbeitsunfähig ist.

Arbeitsunfallstatistik mit Licht und Schatten

Im Detail gab es von Januar bis Ende Juni 2016 434.306 meldepflichtige Arbeitsunfälle, das waren 14.156 Unfälle beziehungsweise 3,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr des Vorjahres.

Besonders stark war der Anstieg bei den meldepflichtigen Wegeunfällen. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten diesen Jahres 91.298 Fälle registriert, was einer Zunahme gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2015 von 4.228 Wegeunfällen beziehungsweise 4,9 Prozent entspricht.

Positiv dagegen ist der Rückgang der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle von 340 Personen im ersten Halbjahr 2015 auf 321 Personen im gleichen Vergleichszeitraum von 2016. Insgesamt waren es 5,6 Prozent weniger Menschen, die bei einem solchen Unfall ihr Leben verloren haben. Im Detail starben bei einem Arbeitsunfall von Januar bis Ende Juni 198 Menschen (minus 2,0 Prozent) und bei einem Wegeunfall 123 Personen (minus 12,1 Prozent).

Nicht jeder Unfall am Arbeitsplatz ist gesetzlich abgesichert

Grundsätzlich sind Arbeitsunfälle nur Unfälle, die Personen, welche in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert sind, wie Arbeitnehmer oder Auszubildende, während ihrer beruflichen Tätigkeit erleiden.

Keinen gesetzlichen Unfallschutz gibt es bei Unfällen, die sich zwar während der Arbeitszeit ereignen, aber dem privaten Bereich des Versicherten zu zuordnen sind. Dies zeigen diverse Gerichtsurteile wie zum Beispiel vom Landessozialgericht Baden-Württemberg (Az.: L 6 U 1735/12) und Verwaltungsgericht München (Az.: M 12 K 13.1024). So sind beispielsweise Unfälle während des Essens in der Kantine oder auch Unfälle, die sich auf der Toilette ereignen, keine Arbeitsunfälle und stehen damit nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Zu den Wegeunfällen, die unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung stehen, fallen nur Unfälle, welche gesetzlich Unfallversicherte auf dem Weg zur oder von der Arbeitsstätte nach Hause erleiden. Umwege für private Verrichtungen während des Arbeitsweges, wie Einkaufen, Tanken oder um einen Arztbesuch wahrzunehmen, fallen jedoch nicht unter den gesetzlichen Unfallschutz. Bei Freizeitunfällen greift die gesetzliche Unfallversicherung in der Regel gar nicht.

Gesetzlich limitierte Leistungen

Die Leistungen wie medizinische Versorgung, Reha-Maßnahmen sowie Geldleistungen oder Entschädigungen, darunter fällt zum Beispiel das Verletztengeld oder eine Rente, die Betroffenen von der gesetzlichen Unfallversicherung zustehen, richten sich nach gesetzlich festgelegten Vorgaben. Zum Beispiel erhält ein Betroffener eine entsprechende Rente, wenn der Arbeits- oder Wegeunfall zu einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 20 Prozent führt. Die Rentenhöhe richtet sich dabei nach dem Erwerbsunfähigkeitsgrad.

Bei 100 Prozent Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente jedoch maximal zwei Drittel des Jahresarbeits-Verdienstes des Versicherten. Ist der Versicherte zwar erwerbsfähig, kann aber in seinem bisherigen Beruf nicht weiterarbeiten, hat er im Übrigen keinen Rentenanspruch aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Betroffene, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, haben in diesem Fall auch keinen Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung, da es keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente für Personen der genannten Altersgruppe mehr gibt.

Die Bestimmungen zur gesetzlichen Unfallversicherung bewirken, dass für die meisten Unfälle es keinen oder nur einen ungenügenden gesetzlichen Unfallschutz gibt. Private Versicherungs-Unternehmen bieten jedoch zahlreiche Lösungen an, um sowohl einen fehlenden als auch unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutz hinsichtlich möglicher durch Unfall auftretender Einkommenslücken abzusichern. Zu nennen währen hier zum Beispiel eine private Unfall-, eine Erwerbs- oder Berufsunfähigkeits- und/oder eine Krankentagegeld-Versicherung.

Weitere News zum Thema

  • Wenn Kinder oder Jugendliche einen Unfall mit verschulden

    [] (verpd) Eine Zwölfjährige, die nach dem Aussteigen aus einem Bus unachtsam die Straße überquert und dabei von einem Motorrad überfahren wird, ist trotz ihres Alters überwiegend selbst für die Folgen des Unfalls verantwortlich. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart hervor (Az. 13 U 143/16). mehr

  • Unfallursache: Schlaglöcher in der Straße

    [] (verpd) Straßenschäden wie Schlaglöchern oder Rissen im Fahrbahnbelag sind für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. So kann ein Fahrzeug beschädigt werden, wenn der Fahrer versehentlich mit einem Reifen in ein tiefes Schlagloch fährt. Radfahrer und Fußgänger können zudem wegen eines Schlagloches leicht stürzen und sich verletzen. Nicht selten stellt sich in diesen Fällen die Frage, wer für die entstandenen Schäden aufkommen muss. mehr

  • So lernen Kinder spielerisch ihr Unfallrisiko zu minimieren

    [] (verpd) Nicht immer und überall sind die Eltern oder andere Erwachsene dabei, um ein Kind vor Unfällen zu schützen. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder selbst erkennen, wenn etwas gefährlich ist, und zwar egal, ob im Straßenverkehr, in der Schule, in der Freizeit oder auch zu Hause. Eine kostenlose App, herausgegeben von der Unfallforschung der Versicherer (UDV,) hilft dabei, dieses Wissen kindgerecht und mit viel Spaß zu vermitteln. mehr

  • Unfallversicherung: Vorschädigung macht nichts

    [] 50-Jährige ohne irgendwelche Schäden an der Wirbelsäule, an Knien, Schultern und Hüfte wird man nur wenige finden. Oft wirken sich Verengungen, Verschleiß oder sogar ein Bandscheibenvorfall zunächst aber im Alltag kaum aus. Kommt es dann zu einem Unfall, werden die vorher latenten Probleme plötzlich akut. Fraglich ist: Hilft dann eine private Unfallversicherung? mehr

  • Durch Fortschritt bei Prothesen weniger Verletztenrente?

    [] Der technische Fortschritt nützt auch Behinderten. Genau angepasste Hilfsmittel werden künftig immer mehr dazu beitragen, gesundheitliche Behinderungen zumindest teilweise auszugleichen. Ein Segen für die Betroffenen. Aber was bedeutet das für Renten, die durch die Behinderung begründet sind? mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.