Lebensgefährlicher Leichtsinn an Bahnübergängen

 - 

(verpd) Eine aktuelle Analyse kommt zu einem eindeutigen Schluss: Es ist nicht die Technik, die versagt, sondern der Mensch. In 84 Prozent der Fälle, in denen es an einem mit einem Blinklicht gesicherten Bahnübergang zu einem Unfall kam, ignorierten die Verkehrsteilnehmer das Rotlicht. Und auch an Bahnübergängen mit Schranken regiert zu oft der Leichtsinn.

Eine Schranke ist ein klares Signal dafür, dass man anhalten muss – möchte man meinen. Doch weit gefehlt: Nach einer Untersuchung versuchen zahlreiche Kraftfahrer diese zu umkurven. Und das ist dann mit 42 Prozent auch die Unfallursache Nummer eins an Bahnübergängen, die durch eine sogenannte Halbschranke gesichert sind.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine neue Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Hierfür wurden die Daten des Statistischen Bundesamtes, die Daten der Eisenbahnuntersuchungs-Stelle des Bundes (EUB) sowie die Daten von Versicherern ausgewertet. Insgesamt wurden die Vorgänge an 2.566 Bahnübergängen analysiert, an denen es zwischen 2005 und 2011 insgesamt 226 Unfälle mit Personen- und Sachschäden gab. Jedes Jahr sterben bei einem solchen Unfall rund 50 Personen und 1.250 Menschen werden dabei verletzt, 250 davon schwer.

Die wichtigsten Fragen zum Thema "Pflege" beantworten Praxisexperten in unserem aktuellen Ratgeber Der Pflegefall droht: Entscheidungen treffen, Vermögen schützen und Ansprüche durchsetzen.

Unfälle trotz Ampeln und Schranken

78 Prozent aller Unfälle ereigneten sich laut dieser Untersuchung an Bahnübergängen, die mit Ampeln oder Schranken gesichert waren. Personenschäden gab es in rund zwei Dritteln der Unfälle. "Wenn es zu einem Crash kommt, ist die Zerstörungskraft wegen der Massenunterschiede und der Geschwindigkeit des Zuges enorm. Sitzen dann noch Menschen in dem getroffenen Fahrzeug, haben diese kaum eine Überlebenschance", weiß Siegfried Brockmann, Leiter der UDV.

Experten empfehlen deshalb statt Bahnübergängen Über- oder Unterführungen. Ist dies nicht möglich, sind Vollschranken das Mittel der Wahl. Diese, so die aktuelle Auswertung, sind relativ sicher. Die Sicherung durch ein Blinklicht oder eine Ampel ohne Schranke weist im Vergleich zu einer Vollschranke ein 49-fach höheres Unfallrisiko auf. Außerdem hat die Geschwindigkeit, mit der sich ein Zug nähert, einen Einfluss: Je schneller der Zug, desto höher ist das Unfallrisiko und desto schlimmer sind die Folgen bei einem Zusammenstoß.

Zudem fordern Experten, dass Bahnübergänge, die bis dato nur ein Andreaskreuz haben, zumindest ein Lichtwarnsignal, idealerweise dann mit Rotlichtüberwachung, bekommen. Zu guter Letzt ist es wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer das Risiko an den Bahnübergängen ernst nehmen und sich dementsprechend vorsichtig und vorschriftsmäßig verhalten – und zwar egal, wie eilig sie es haben.

Alles Wissenwerte zur gesetzlichen Rente einschließlich aller Neuerungen zum 1.7.2017 erfahren Sie in unserem aktualisierten Dossier Der kleine Rentenratgeber.

Weitere News zum Thema

  • Tipps für eine unfallfreie Bergwanderung

    [] (verpd) Ist sonniges Wetter in den Bergen angesagt, entscheiden sich viele kurzentschlossen zu einer Bergwanderung. Doch ohne eine ausreichende Planung bezüglich der Ausrüstung sowie der Wahl der Wanderwege, und ohne der erforderlichen Vor- und Umsicht in den Bergen, kann der Ausflug schnell zum Drama werden. Experten erklären, worauf beim Bergwandern zu achten ist. mehr

  • Sicher mobil – auch im Alter

    [] (verpd) Jahrzehntelange Fahrerfahrung zahlt sich aus, dennoch gibt es immer wieder auch dramatische Unfälle durch ältere Autofahrer. Jeder Einzelne kann jedoch durch eine entsprechende Kontrolle und Präventionsmaßnahmen etwas dafür tun, um auch im Seniorenalter sicher Auto zu fahren. mehr

  • Der Tanzpartner als Unfallrisiko

    [] (verpd) Wer beim Tanzen das Gleichgewicht verliert und stürzt, kann für die Folgen des Sturzes in der Regel nicht seinen Tanzpartner zur Verantwortung ziehen. Das geht aus einem kürzlich vom Oberlandesgericht Frankfurt veröffentlichten Hinweisbeschluss hervor (Az. 13 U 222/16). mehr

  • Wenn der Arbeitnehmer im Homeoffice verunfallt

    [] (verpd) Wer als Angestellter nicht zum Arbeiten in die Firma seines Arbeitgebers geht, sondern seinen Arbeitsplatz zu Hause hat, ist normalerweise auch bei einem Arbeitsunfall gesetzlich unfallversichert. Doch die Abgrenzung, welcher Unfall im Homeoffice als Arbeitsunfall gilt, für den die gesetzliche Unfallversicherung Schutz bietet, und welcher Unfall als Freizeitunfall einzustufen ist, für den kein gesetzlicher Unfallschutz besteht, ist oft schwierig. mehr

  • Inwieweit Hunger den gesetzlichen Unfallschutz kosten kann

    [] (verpd) Unterbricht ein Beschäftigter seinen unmittelbaren Weg zu seiner Arbeit, um in einer Bäckerei sein Frühstück zu besorgen, und kommt auf dem Rückweg zu seinem Auto zu Schaden, so hat er keinen Anspruch auf Leistungen durch die Berufsgenossenschaft. Das hat das Bundessozialgericht vor Kurzem entschieden (Az. B 2 U 1/16 R). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.