Kreuzbandriss auf dem Fußballplatz: Arbeitsunfall

 - 

Knapp 160.000 Fußballmannschaften gibt es in Deutschland. Geht man von einem Kaderumfang von knapp 20 Spielern aus, so kommt man auf etwa drei Millionen Spieler, die diese anerkanntermaßen ziemlich verletzungsanfällige Sportart ausüben. Wichtig zu wissen ist daher: Unfälle auf dem Fußballplatz stehen häufig unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Dies gilt nach einem von der gesetzlichen Unfallversicherung anerkannten Urteil, wenn ihr vom Verein bezogenes monatliches Einkommen die Steuerfreigrenze von 200,00 € überschreitet. Das entschied das Sozialgericht Trier (Az. S 5 U 141/15).

Der klagende Fußballer war bei einem rheinland-pfälzischen Amateurverein als Vertragsspieler beschäftigt. Seine monatliche Arbeitszeit betrug ca. 35 Stunden, die Vergütung lag bei 250,00 € – zuzüglich Prämien. In einem Punktspiel zog sich der Betroffene einen Kreuzbandriss zu – eine nicht ganz seltene Fußballerverletzung also. Als er daraufhin bei der zuständigen Verwaltungsberufsgenossenschaft die Anerkennung des Unfalls als Arbeitsunfall beantragte, lehnte diese ab. Es habe sich nicht um ein Beschäftigungsverhältnis gehandelt. Das zeige sich schon im Missverhältnis von Arbeitszeit und Vergütung. Die Vergütung habe deutlich unter dem gesetzlichen Mindestlohn gelegen.

Das sah das Sozialgericht Trier anders. Nach der Rechtsprechung des BSG komme es für den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz nicht auf die Höhe des Entgelts an. Die Sozialversicherungsträger hätten 2015 bekräftigt, dass bei Überschreiten der Steuerfreigrenze von monatlich 200,00 € (Ehrenamtspauschale) gemäß § 3 Nr. 26 Satz 1 EStG von der Ausübung einer sozialversicherungsrechtlich relevanten Beschäftigung auszugehen sei. Die Berufsgenossenschaft erkannte den Kreuzbandriss noch in der Verhandlung als Arbeitsunfall an.

Auch wenn der Unfall nicht als Arbeitsunfall anerkannt worden wäre, wäre der Fußballer nicht schutzlos gewesen. Dann wäre die gesetzliche Krankenversicherung eingetreten. Doch ob die Unfall- oder Krankenversicherung zahlt, ist keineswegs gleichgültig. Denn die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung sind deutlich besser als die der Krankenversicherung. So besteht ab dem Tag der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Verletztengeld. Gezahltes Arbeitsentgelt wird angerechnet. Die medizinischen Leistungen sind vielfach besser und zudem besteht ggf. Anspruch auf Verletztenrente.

Weitere News zum Thema

  • So wird eine Gefälligkeit nicht zum Problem

    [] (verpd) Hilfsbereitschaft schützt nicht vor Unfällen. Es kommt daher immer wieder vor, dass jemand, während er einem anderen eine Gefälligkeit erweist, einen Schaden verursacht. Der Schädiger muss in diesem Fall je nach Umstand nicht für den angerichteten Schaden aufkommen, was wiederum schnell zu Nachbarschafts-Streitigkeiten führen kann. Mit der passenden Versicherungspolice geht man diesem Risiko aus dem Weg. mehr

  • Mit Badelatschen nicht ans Steuer

    [] (verpd) Je wärmer es draußen wird, desto leichter und luftiger kleiden sich die Menschen. Das gilt auch für die Füße: Flipflops, Sandalen und Pantoletten haben dann Hochkonjunktur. Doch auch wenn das Risiko aufgrund dieses Schuhwerk im Vergleich zu festen Schuhen höher ist, einen Unfall zu verursachen, gibt es rechtlich nur wenige Einschränkungen. mehr

  • Gegen Unfälle im eigenen Garten

    [] (verpd) Eine kostenlos angebotene Broschüre des Deutschen Kuratoriums für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zeigt, worauf Hobbygärtner achten sollten. Denn zum einen lauern im eigenen Garten oft diverse Unfallgefahren, die sich jedoch mit einfachen Mitteln beseitigen lassen. Zum anderen sind viele Gartenarbeiten gefährlich, wenn man bestimmte Präventionsmaßnahmen und Verhaltensregeln nicht einhält. mehr

  • Warum Autofahrer an heißen Tagen besonders achtgeben müssen

    [] (verpd) Nach Angaben des Deutschen Verkehrs-Sicherheitsrates (DRV) kann Hitze im Fahrzeug dazu führen, dass bei Autofahrern die Konzentrationsfähigkeit sowie das Reaktionsvermögen sinken und die Aggressivität steigt. Damit erhöht sich auch das Unfallrisiko, wie Untersuchungen belegen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.