Jeden Tag verunglücken über 210 Radfahrer schwer

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(verpd) Knapp 78.300 Radfahrer wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Jahr 2014 bei einem Verkehrsunfall verletzt oder getötet. Das ist seit Jahren der höchste Wert. Dabei kann jeder einzelne Radfahrer dazu beitragen, sein Unfall- und Verletzungsrisiko zu reduzieren.

Nach einer aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verunfallten 2014 über 78.296 Radfahrer im Straßenverkehr schwer. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Zunahme um 9,6 Prozent. Zudem ist es der höchste Wert seit dem Jahre 2008. Konkret wurden 2014 bei Verkehrsunfällen knapp 77.900 Radfahrer verletzt und 396 getötet.

„Achtung, jetzt komm ich!“

Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) ist das Risiko, bei einem Radunfall verletzt zu werden, sechsmal höher als im Vergleich zum Gesamtunfallgeschehen. Ein Grund dafür ist, dass Radfahrer ungeschützt sind und deswegen bei einem Zusammenstoß eine höhere Verletzungsgefahr als beispielsweise Pkw-Fahrer haben. Außerdem sind sie schneller unterwegs als Fußgänger, was ebenfalls das Verletzungsrisiko erhöht.

Einer der häufigsten Gründe für Fahrradunfälle ist, dass Radfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden. Daher empfehlen Experten Radfahrern das Tragen kontrastreicher Kleidung, am besten mit reflektierenden Elementen, sowie das Anbringen von reflektierende Streifen auf dem Rad selbst.

Radfahrer sollten außerdem besonders auf abbiegende Kraftfahrzeuge achten, da man als Radler hier schnell in den toten Winkel gerät und dadurch vom Kfz-Fahrer übersehen werden kann. Laut UDV ereignen sich immer wieder zahlreiche Radunfälle, weil geradeaus fahrende Radler von Fahrern, die mit ihrem Kfz nach rechts abbiegenden, übersehen werden.

Eigene Fehler vermeiden

Die Mehrheit der schweren Fahrradunfälle ist jedoch auf Fehlverhalten der Fahrradfahrer selbst zurückzuführen. So benutzten 2014 über 11.700 Verunglückte mit dem Rad die falsche Straßenseite, mehr als 10.400 Unfälle ereigneten sich, weil der Radfahrer die Vorfahrt eines anderen Verkehrsteilnehmers missachtet hatte oder sich beim Abbiegen falsch verhielt. 3.500 Fahrradunfälle gab es, weil der Radfahrer alkoholisiert war.

Rund jeder dritte schwere Radunfall ereignet sich, ohne dass ein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt ist, beispielsweise wegen Fahrfehlern wie einer für die Straßenverhältnisse überhöhten Geschwindigkeit oder auch wegen technischer Mängel am Rad. Daher ist es neben einem funktionstüchtigen Fahrrad besonders wichtig, dass Radfahrer die Verkehrsregeln beachten und insgesamt umsichtig fahren.

Nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) können Radler ihr Unfallrisiko minimieren, wenn sie nach außen selbstbewusst, innerlich aber defensiv fahren und klar erkennbare Handzeichen beim Abbiegen geben. Hilfreich ist es auch, den Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern zu suchen sowie Abstand zu halten und sich Sicherheitszonen zu verschaffen.

Das wichtigste Kleidungsstück für Radfahrer

Studien belegen, dass das wichtigste Kleidungsstück eines Radfahrers der Fahrradhelm ist. 2012 und 2013 starben über 50 Prozent der getöteten Radfahrer an einem Schädel-Hirn-Trauma. Nachweislich kann ein Helm das Risiko, bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen davonzutragen, vermindern.

Laut UDV sinkt mit Helm das Risiko, sich bei einem seitlichen Sturz vom Fahrrad eine schwere Gehirnerschütterung zuzuziehen, um etwa 30 Prozent. Bei einem frontalen Aufprall mit dem Kopf reduziert sich das Risiko einer Gehirnblutung unterhalb der harten Hirnhaut sogar um mehr als 90 Prozent. Nur rund jeder 20. der tödlich verunglückten Radfahrern trug einen Helm. Experten gehen davon aus, dass 95 Prozent aller tödlich verunglückten Radfahrer mit Helm überlebt hätten.

Weitere Tipps für ein sicheres Radfahren bieten der ADFC und der UDV auf ihren Webportalen und in Form von kostenlos herunterladbaren Broschüren. Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. stellt zum Thema eine entsprechende downloadbare Broschüre „Sicher Rad fahren – mit und ohne Elektroantrieb“ zu Verfügung.

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