Im Ferienjob und im Praktikum: Unfallschutz mit Lücken

 - 

(verpd) Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ist der gesetzliche Unfallversicherungs-Schutz für die versicherten Praktikanten und Ferienjobber beitragsfrei. Für eventuell mögliche Kosten kommt allein der Arbeitgeber auf. Allerdings darf man vom gesetzlichen Unfallschutz keine Rundum-Absicherung erwarten.

Prinzipiell spielt es bei der gesetzlichen Unfallversicherung gemäß der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) keine Rolle, wie lange das Arbeitsverhältnis dauert oder wie viel Lohn bezahlt wird. Daher sind normale Arbeitnehmer genauso über den für den Arbeitgeber zuständigen Unfallversicherungs-Träger gesetzlich unfallversichert wie Mini- oder Midi-Jobber und unbezahlte Praktikanten.

Schüler, die während ihrer Schulzeit ein für die schulische Ausbildung verpflichtendes Schulpraktikum absolvieren, sind über die gesetzliche Unfallversicherung für Schüler versichert. Der gewährte Unfall-Versicherungsschutz entspricht dem eines Arbeitnehmers. Wie bei allen anderen Arbeitnehmern beginnt der Versicherungsschutz für Praktikanten und Ferienjobber am ersten Arbeitstag und bezieht den Weg zur Arbeitsstelle und zurück nach Hause mit ein.

Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung

Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten für eine notwendige medizinische Versorgung, Rehabilitation und Lohnersatzleistungen. Bei dauerhaft eingeschränkter Erwerbsfähigkeit wird eine Rente gezahlt, bei Pflegebedürftigkeit werden auch Pflegeleistungen gewährt.

Laut DGUV ist es bei einem Arztbesuch nach einem Arbeitsunfall nicht notwendig, die Krankenversicherungs-Karte vorzulegen. Die Kosten übernimmt nämlich der zuständige Unfallversicherungs-Träger – also beispielsweise die Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse, bei der der Arbeitgeber des Ferienjobbers oder Praktikanten Mitglied ist.

Besteht für einen Unfall ein gesetzlicher Unfallschutz, muss der Betroffene trotz eines Anspruchs auf gesetzliche Leistungen mit finanziellen Belastungen rechnen. Führt der Unfall beispielsweise zu einer Minderung der Erwerbsfähigkeit, gibt es je nach Erwerbsunfähigkeitsgrad zwar eine Rente, bei einer 100-prozentigen Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente jedoch maximal zwei Drittel des Jahresarbeits-Verdienstes. Bei unter 18-Jährigen werden als Jahresarbeitsverdienst mindestens 40 Prozent und bei über 18-Jährigen mindestens 60 Prozent der Bezugsgröße herangezogen.

Kein Rundumschutz

Ein über 18-jähriger Praktikant würde somit eine Vollrente in Westdeutschland in Höhe von rund 1.100 € und in Ostdeutschland von etwa 940 € im Monat bekommen – zu niedrig, um auf Dauer das Einkommen einer normalen Tätigkeit auszugleichen. Außerdem gibt es zahlreiche Unfälle, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fallen, beispielsweise wenn der Praktikant oder Ferienjobber vom Arbeitsweg abweicht, um einkaufen zu gehen, sowie bei allen anderen Unfällen, die sich in der Freizeit ereignen.

Liegt der Ferienjob oder die Praktikumsstelle im Ausland, besteht normalerweise ebenfalls kein gesetzlicher Unfallschutz – in der Regel auch dann nicht, wenn es sich bei dem Arbeitgeber um ein deutsches Unternehmen handelt. In diesem Fall rät die DGUV, sich schon vor der Abreise über die Absicherung gegen Arbeitsunfälle im Gastland zu informieren.

Solche Absicherungslücken können jedoch durch private Versicherungspolicen abgedeckt werden. Für junge Leute gibt es hierzu diverse kostengünstige Lösungen, die im Falle eines Unfalles zumindest finanziell einen vernünftigen Lebensstandard gewährleisten können.

Weitere News zum Thema

  • Weg zum Klo bei Dienstreisen nicht versichert

    [] Der Weg zur Toilette oder das Duschen beschäftigen immer mal wieder die Sozialgerichte. Dabei geht es um Unfälle bei den entsprechenden Verrichtungen oder auf dem Weg dahin oder auf dem Rückweg, die entweder während der Arbeitszeit oder auf Dienstreisen passiert sind. Die Sozialgerichte werden damit befasst, weil es hier immer um die Frage geht, ob die gesetzliche Unfallversicherung, die ziemlich attraktive Leistungen bietet (bessere als die Krankenkassen), hier eintreten muss. mehr

  • Wenn zwei Kunden im Supermarkt zusammenprallen

    [] (verpd) Das Gebot gegenseitiger Rücksichtnahme besteht nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in Supermärkten. Das geht aus einem veröffentlichten Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor (Az. 6 U 203/15). mehr

  • Welche Verkehrsregeln für Radfahrer gelten

    [] (verpd) In rund 81 Prozent aller Haushalte ist mindestens ein Fahrrad vorhanden. Doch wer mit dem Rad fährt, sollte auch wissen, welche Regeln er einzuhalten hat. Denn allzu oft werden Verkehrsunfälle durch Radfahrer verursacht, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. mehr

  • Schließung von Garage oder Hoftür ist versichert

    [] Der Weg zur Arbeit steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Streit gibt es immer wieder um den Unfallschutz bei kurzen Unterbrechungen des direkten Arbeitswegs – etwa durch Brötchenholen. mehr

  • Niedriges Unfallrisiko auf Autobahnen

    [] (verpd) Prozentual gesehen ereignen sich die meisten Verkehrsunfälle innerhalb von Ortschaften. Die meisten Verkehrstoten gibt es jedoch auf einer anderen Straßenart zu beklagen, wie Daten des Statistischen Bundesamtes belegen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.