Gut geschützt im Homeoffice

 - 

(verpd) Arbeitnehmer, die zu Hause als Heimarbeiter oder Telearbeiter tätig sind oder an einem Telearbeitsplatz arbeiten, stehen grundsätzlich unter dem gesetzlichen Unfallschutz. Allerdings müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein.

Unter den Versicherungsschutz fallen laut dem Spitzenverband der gesetzlichen Unfallversicherung e.V. (DGUV) „alle Tätigkeiten, die in einem inneren Zusammenhang mit der Arbeit stehen“. Eine genaue Definition ist nicht verallgemeinerbar, weil sich das aus dem jeweiligen Arbeitsvertrag ergebe.

Der gesetzliche Unfallschutz gilt in der Regel für alle dienstlichen Aufgaben, die ein Heim- oder Telearbeiter im Arbeitszimmer verrichtet, aber auch beim Transportieren oder Instandhalten eines Arbeitsgerät wie beispielsweise eines Druckers oder Computers. Nach DGUV-Angaben sind zudem Dienstreisen und die Wege vom Büro zum Betrieb versichert, zum Beispiel um an einer Konferenz teilzunehmen. Der Versicherungsschutz gelte dann, sobald man die Haustür verlassen habe.

Lücken der gesetzlichen Absicherung

Wenn ein Heimarbeiter jedoch seine Arbeit für private Erledigungen unterbricht, ist er nicht mehr durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Dies gilt beispielsweise außerhalb des häuslichen Dienstbereichs, also in den übrigen Räumen der Wohnung, die nicht als Arbeitszimmer gelten. Hier ist der Heimarbeiter nicht mehr gesetzlich unfallversichert, wenn seine Tätigkeit in keinem sachlichen Zusammenhang mit der Arbeit steht, wie beispielsweise beim Gang zur Toilette.

Auch wenn der Heimarbeiter während der Fahrt zur Firma oder zu einem Kunden noch schnell einkaufen geht und dabei verunglückt, hat er keinen gesetzlichen Unfallschutz mehr. Generell reicht im Krankheitsfall die gesetzliche Absicherung in der Regel nicht aus, um die Einkommenseinbußen bei einer vorübergehenden Arbeits- oder einer bleibenden Berufsunfähigkeit auszugleichen.

Rundumschutz

Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch zahlreiche Lösungen, um sowohl einen fehlenden als auch unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutz und die infolge eines Unfalles oder einer Krankheit auftretenden Einkommenslücken abzusichern. Eine private Unfallversicherung hilft unter anderem, finanzielle Mehraufwendungen, die eine unfallbedingte Behinderung mit sich bringen kann, wie zum Beispiel durch einen behindertengerechten Wohnungsumbau, abzudecken.

Eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung zahlt beispielsweise eine vereinbarte Rente, wenn der Versicherte nach einem Unfall oder auch aufgrund einer Krankheit seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

Weitere News zum Thema

  • Tipps für eine unfallfreie Bergwanderung

    [] (verpd) Ist sonniges Wetter in den Bergen angesagt, entscheiden sich viele kurzentschlossen zu einer Bergwanderung. Doch ohne eine ausreichende Planung bezüglich der Ausrüstung sowie der Wahl der Wanderwege, und ohne der erforderlichen Vor- und Umsicht in den Bergen, kann der Ausflug schnell zum Drama werden. Experten erklären, worauf beim Bergwandern zu achten ist. mehr

  • Sicher mobil – auch im Alter

    [] (verpd) Jahrzehntelange Fahrerfahrung zahlt sich aus, dennoch gibt es immer wieder auch dramatische Unfälle durch ältere Autofahrer. Jeder Einzelne kann jedoch durch eine entsprechende Kontrolle und Präventionsmaßnahmen etwas dafür tun, um auch im Seniorenalter sicher Auto zu fahren. mehr

  • Der Tanzpartner als Unfallrisiko

    [] (verpd) Wer beim Tanzen das Gleichgewicht verliert und stürzt, kann für die Folgen des Sturzes in der Regel nicht seinen Tanzpartner zur Verantwortung ziehen. Das geht aus einem kürzlich vom Oberlandesgericht Frankfurt veröffentlichten Hinweisbeschluss hervor (Az. 13 U 222/16). mehr

  • Wenn der Arbeitnehmer im Homeoffice verunfallt

    [] (verpd) Wer als Angestellter nicht zum Arbeiten in die Firma seines Arbeitgebers geht, sondern seinen Arbeitsplatz zu Hause hat, ist normalerweise auch bei einem Arbeitsunfall gesetzlich unfallversichert. Doch die Abgrenzung, welcher Unfall im Homeoffice als Arbeitsunfall gilt, für den die gesetzliche Unfallversicherung Schutz bietet, und welcher Unfall als Freizeitunfall einzustufen ist, für den kein gesetzlicher Unfallschutz besteht, ist oft schwierig. mehr

  • Inwieweit Hunger den gesetzlichen Unfallschutz kosten kann

    [] (verpd) Unterbricht ein Beschäftigter seinen unmittelbaren Weg zu seiner Arbeit, um in einer Bäckerei sein Frühstück zu besorgen, und kommt auf dem Rückweg zu seinem Auto zu Schaden, so hat er keinen Anspruch auf Leistungen durch die Berufsgenossenschaft. Das hat das Bundessozialgericht vor Kurzem entschieden (Az. B 2 U 1/16 R). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.