Gesetzlicher Unfallschutz im Rahmen der Weiterbildung

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(verpd) Fachkräftemangel, Wandel der IT- und Produktionssysteme, gesetzliche Änderungen, die unter anderem den Arbeitsschutz und sonstige betriebliche Bereiche betreffen, es gibt diverse Motive, warum Betriebe ihren Mitarbeitern eine Weiterbildung anbieten. Für den Arbeitnehmer sind bessere Aufstiegschancen oder auch die Sicherung des Arbeitsplatzes wichtige Gründe, um an einer beruflichen Fort- oder Weiterbildung teilzunehmen. Wer während einer Weiterbildung einen Unfall erleidet, erhält Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung – aber nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Arbeitnehmer, die während einer Weiterbildungsmaßnahme in der Bildungseinrichtung sowie auf dem Hin- und Rückweg einen Unfall erleiden, stehen in vielen Fällen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – nicht jedoch in allen. Eine wichtige Voraussetzung, dass ein gesetzlicher Unfallschutz besteht, ist, dass bei der Weiterbildungsmaßnahme ein Bezug zur beruflichen Tätigkeit besteht, also die beruflichen Chancen verbessert werden beziehungsweise die Maßnahme im Interesse des Arbeitgebers ist.

Dies geht auch aus der kostenlos herunterladbaren Broschüre „Versicherungsschutz in privaten Bildungseinrichtungen“ der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), einem der gesetzlichen Unfallversicherungs-Träger, hervor. Der Ratgeber enthält im Frage-Antwort-Stil umfassende Informationen darüber, wann der gesetzliche Unfallschutz bei Weiterbildungsmaßnahmen besteht und wann nicht. Nicht gesetzlich unfallversichert ist ein Arbeitnehmer beispielsweise, wenn er einen Bildungsgang nur aus rein privatem, hobbymäßigem Interesse besucht.

Wann für Weiterbildungsmaßnahmen ein gesetzlicher Unfallschutz besteht

Gesetzlich unfallversichert sind demnach Arbeitnehmer, die auf Veranlassung des Arbeitgebers oder auch aus eigener Initiative an Seminaren oder Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, die einen beruflichen Bezug haben. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer die Kosten dafür trägt, oder ob das Weiterbildungsseminar vom Arbeitgeber selbst organisiert oder von einem externen Bildungsträger durchgeführt wird.

Auch ist der Ort, an dem die Weiterbildung stattfindet beziehungsweise der Sitz der Bildungseinrichtung, für die Gewährung des Versicherungsschutzes unerheblich. Arbeitslose, die eine von der Bundesagentur für Arbeit geförderte berufliche Weiterbildungsmaßnahme absolvieren, sowie Teilnehmer an Seminaren, die die Unfallversicherungs-Träger selbst ihren Mitgliedsunternehmen anbieten, stehen ebenfalls unter dem gesetzlichen Unfallschutz.

Passiert während der Zeit der Weiterbildungsmaßnahme sowie bei der An- und Abreise ein Unfall, ist diejenige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse, welcher der Arbeitgeber angehört, zuständig. Für Arbeitnehmer, die sich aus Eigeninitiative beruflich weiterbilden, sowie für Arbeitslose in beruflicher Weiterbildung ist bei einem Unfall während der Weiterbildung der Unfallversicherungs-Träger, der für die Bildungseinrichtung zuständig ist, der richtige Ansprechpartner.

Kein Rundumschutz

Die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung nach einem versicherten Unfall sind in SGB VII (Siebtes Sozialgesetzbuch) geregelt. Zum Beispiel werden die Kosten für notwendige medizinische Behandlungen und Reha-Maßnahmen übernommen. Auch Geldleistungen wie Leistungen für Hinterbliebene, ein Verletztengeld bei einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit sowie eine Rentenzahlung im Falle einer dauerhaften Erwerbsminderung sind möglich.

Insgesamt gesehen bietet die gesetzliche Unfallversicherung jedoch keinen Rundumschutz. Zum einen sind Unfälle in der Freizeit oder während Bildungsseminaren aus rein privaten Interessen nicht gesetzlich versichert. Zum anderen decken die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung in der Regel nicht die Einkommenseinbußen, die entstehen, wenn durch eine unfallbedingte Gesundheitsschädigung die Arbeitsfähigkeit lange Zeit oder sogar dauerhaft gemindert ist.

Der fehlende beziehungsweise unzureichende gesetzliche Versicherungsschutz lässt sich jedoch durch private Versicherungspolicen, beispielsweise in Form einer privaten Unfallversicherung sowie einer Erwerbs-/Berufsunfähigkeits-Versicherung, die weltweit und rund um die Uhr gelten, absichern.

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