Gesetzlicher Unfallschutz auf dem Arbeitsweg

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(verpd) Arbeitnehmer, die auf ihrem Weg zur Arbeit einen Umweg einlegen oder die Fahrt aus privaten Gründen unterbrechen, stehen in der Regel nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Unter bestimmten Voraussetzungen bleibt jedoch der gesetzliche Versicherungsschutz bestehen, beispielsweise wenn berufstätige Eltern ihre Kinder bei der Fahrt zur Arbeit zur Schule bringen und dafür einen notwendigen Umweg in Kauf nehmen müssen.

Die Voraussetzungen, wann ein Arbeitnehmer gesetzlich unfallversichert ist, während er von seinem Zuhause zur Arbeit fährt oder wieder zurück, sind streng geregelt. Laut Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), einem gesetzlichen Unfallversicherungs-Träger, steht in der Regel nur der direkte Weg zum Arbeitsplatz und zurück nach Hause unter dem gesetzlichen Unfallschutz.

Ein kurzer Umweg, beispielsweise um zum nächstgelegenen Einkaufszentrum zu gelangen, kann bereits den gesetzlichen Unfallschutz kosten, wie diverse Gerichtsurteile belegen. Auch längere Unterbrechungen während der Fahrt zur Arbeit wegen privater Aktivitäten können dazu führen, dass man für die restliche Strecke nach Hause nicht mehr gesetzlich unfallversichert ist.

Der direkte Weg

Grundsätzlich muss jedoch der direkte Weg zur oder von der Arbeit nicht immer der kürzeste Weg sein. Zum einen darf ein Arbeitnehmer den verkehrsgünstigsten Weg wählen, um beispielsweise Staus zu umfahren, auch wenn diese Ausweichroute etwas länger ist als eine andere Strecke.

Zum anderen ist je nach Verkehrsmittel, das der Arbeitnehmer für den Arbeitsweg wählt, die gefahrene Strecke eine andere, ohne dass der gesetzliche Unfallschutz eingeschränkt wird. Beispielsweise fahren öffentliche Verkehrsmittel wie Züge, Straßenbahnen oder Busse nur auf bestimmten Strecken. Ein Arbeitnehmer, der das Fahrrad für den Arbeitsweg nimmt, kann zum Beispiel Radwege benutzen, die er mit dem Auto nicht fahren darf.

Ausnahmeregelung für Eltern und Fahrgemeinschaften

Auch Umwege, die der Arbeitnehmer in Kauf nimmt, um auf dem Weg zur Arbeit sein eigenes Kind in den Kindergarten oder in die Schule zu fahren oder es von dort nach der Arbeit wieder abzuholen, stehen unter dem gesetzlichen Unfallschutz. Selbst wer mit anderen Personen eine Fahrgemeinschaft hat und vom direkten Weg zur Arbeit abweicht, um sie von zu Hause abzuholen und/oder zu ihrer Arbeitsstätte zu bringen, bleibt während der gesamten Fahrt gesetzlich unfallversichert.

Laut VBG ist es auch nicht notwendig, dass die Mitglieder einer Fahrgemeinschaft im gleichen Unternehmen arbeiten. Eine Voraussetzung, dass der Arbeitsweg bei einer Fahrgemeinschaft gesetzlich unfallversichert bleibt, ist jedoch, dass die Mitfahrer zum versicherten Personenkreis der gesetzlichen Unfallversicherung, wie dies zum Beispiel auf Arbeitnehmer oder Schüler zutrifft, gehören.

Gefährliche Unterbrechungen

Wer seinen Arbeitsweg aus privaten Gründen auch nur kurz unterbricht, um zum Beispiel in einem Supermarkt oder Kiosk, der direkt am Arbeitsweg liegt, eine Kleinigkeit einzukaufen oder kurz etwas zu essen, unterbricht für diese Zeit den gesetzlichen Versicherungsschutz. Nach Angaben des VBG gilt: „Biegt man vom Arbeitsweg ab, zum Beispiel auf einen Supermarktparkplatz, erlischt der Versicherungsschutz im Moment des Abbiegens. Sobald man sich jedoch wieder auf dem ursprünglichen Weg befindet, ist man wieder versichert.“

Dauert die Unterbrechung jedoch länger als zwei Stunden, besteht auch auf dem restlich zu fahrenden Arbeitsweg kein gesetzlicher Unfallschutz mehr. Doch auch hierzu gibt es Ausnahmen: Wer beispielsweise nach der Arbeit zu einem Freund fährt, dessen Wohnung nicht unwesentlich weiter entfernt ist als die eigene, um bei diesem zu übernachten, oder nach der Übernachtung wieder in die Arbeit fährt, hat normalerweise auch für diese Wege einen gesetzlichen Unfallschutz.

Kein gesetzlicher Schutz in der Freizeit und zu Hause

Zuständig für Wegeunfälle von Arbeitnehmern ist der gesetzliche Unfallversicherungs-Träger des jeweiligen Arbeitgebers, für Schüler, Studenten oder Kindergartenkinder sind es hingegen die Landesunfallkassen beziehungsweise der Gemeinde-Unfallversicherungs-Verband (GUVV).

Doch auch wenn in einigen Fällen ein Unfall unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht, gilt dies für die Mehrheit der Unfälle nicht. So sind nicht nur kurze Abweichungen und Unterbrechungen, beispielsweise um kurz einkaufen zu gehen, nicht mitversichert. Auch für Unfälle, die sich zu Hause und in der Freizeit ereignen – und das sind die meisten Unfälle – besteht grundsätzlich kein gesetzlicher Unfallschutz.

Nicht jeder ist gesetzlich unfallversichert

Außerdem zählen normalerweise Selbstständige, Hausfrauen und Kleinkinder, die nicht in den Kindergarten oder eine andere staatlich anerkannte Tageseinrichtung gehen, nicht zu den Versicherten in der gesetzlichen Unfallversicherung und bekommen daher auch keine Leistungen. Doch auch wenn Arbeitnehmer, Schüler und Studenten einen Anspruch auf gesetzliche Leistungen haben, sind diese Leistungen häufig nicht ausreichend, um unfallbedingte Zusatzkosten und/oder Einkommenslücken ausreichend abzusichern.

Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch zahlreiche, für den individuellen Bedarf passende Lösungen, damit man nach einem Unfall trotz eines möglichen fehlenden oder unzureichenden gesetzlichen Versicherungsschutzes nicht auch noch finanzielle Probleme bekommt. Beispielsweise lassen sich mit einer privaten Unfall-, Erwerbs-, Berufsunfähigkeits- und/oder Krankentagegeld-Versicherung unfallbedingte Einkommensausfälle und Zusatzkosten absichern.

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