Für einen unfallfreien Frühjahrsputz

 - 

(verpd) Besonders kurz vor Ostern ist bei vielen der jährliche Frühjahrsputz angesagt. Doch gerade bei Hausarbeiten wie beim Putzen ereignen sich zahlreiche Unfälle, wie Statistiken zeigen. Dabei ließen sich diese Unfälle mit relativ einfachen Maßnahmen vermeiden

Nach einer Statistik des Statistischen Bundesamts starben im Jahr 2014 9.044 Menschen bei häuslichen Unfällen – das ist die höchste Opferzahl seit 24 Jahren. Im Jahr 2013 waren es 369, 2012 886 und 2011 sogar 1.176 weniger Unfalltote als in 2014. Die Zahl der Unfälle im Bereich des eigenen Zuhauses, bei denen eine Person verletzt wurde, ist laut Statistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit 2,8 Millionen pro Jahr in 2011, 2012 und 2013 gleich hoch geblieben.

Insgesamt gesehen ist das eigene Zuhause damit einer der gefahrenträchtigsten Orte. Insbesondere das Putzen stellt dabei ein hohes Unfallrisiko dar. Die Hauptunfallursachen bei Haushaltsunfällen sind laut der gemeinnützigen Aktion Das sichere Haus e.V. (DSH), in der verschiedene Ministerien, Verbände und Institutionen zusammenarbeiten, besonders Stress, Hektik und das Gefühl, alles gleichzeitig machen zu müssen.

Die richtige Planung

Die Experten des DSH raten daher, den Frühjahrsputz strukturiert zu planen und ihn in überschaubare Stationen aufzuteilen, unter anderem um Stress zu vermeiden. Sie schlagen folgendes Vorgehen vor:

  • Arbeitsanalyse: Dazu sollte eine Liste erstellt werden, welche Arbeiten in jedem Raum, dazu gehören auch Keller, Flur, Treppen, Balkon, Terrasse und Garage, zu erledigen sind.

  • Zeitplan erstellen: Hier sollte großzügig eingeplant werden, mit welcher Arbeitszeit man für die einzelnen Arbeiten rechnet, beispielsweise 30 Minuten zum Putzen eines Fensters, 20 Minuten, um die Badewanne zu reinigen und/oder zwei Stunden zum Aussortieren von Kleidung. Laut DSH-Experten wird oftmals zu wenig Zeit eingeplant, was Stress zur Folge hat. Besser sei es, „die Dauer einer Arbeit realistisch einzuschätzen– und das Ganze dann mit 1,5 zu multiplizieren – als Zeitreserve für Unvorhergesehenes“.

  • Reihenfolge festlegen: Laut DSH-Experten empfiehlt es sich als Arbeitsreihenfolge zuerst zu entrümpeln, dann Fenster zu putzen, anschließend Regale und Schränke zu säubern und am Schluss zu wischen und/oder zu saugen.

  • Arbeiten aufteilen: Bei einer Familie sollte wenn möglich jeder am Frühjahrsputz beteiligt sein und bestimmte Aufgaben übernehmen. Auch Kinder können je nach Alter beispielsweise den Müll wegbringen und/oder ihr Spielzeug reinigen und sortieren.

Improvisieren kann gefährlich werden

Grundsätzlich ist es wichtig, dass man bei Arbeitsbeginn das passende und funktionierende Zubehör zum Putzen und Räumen wie Putzeimer, Lappen und vor allem Leiter zur Hand hat. Jeder fünfte Haushaltsunfall ist nämlich auf ungeeignete Steigmittel wie einen Tisch, Hocker oder Stuhl, aber auch auf defekte oder falsch aufgebaute Leitern zurückzuführen.

Die Arbeiten selbst sollte man umsichtig erledigen. Wer beispielsweise aus Bequemlichkeit Stolperfallen nicht beseitigt, wie ein quer durch den Raum liegendes Staubsaugerkabel, oder die Rutschgefahr, die von einem nassen Boden oder einer feuchten Holz- oder Steintreppe ausgeht, ignoriert, geht ein hohes Unfallrisiko ein. Um die Konzentration bei der Hausarbeit aufrechtzuerhalten, sollten auch regelmäßige Pausen eingeplant und eingehalten werden. Sie beugen zudem einer möglichen Überanstrengung vor, die zu körperlichen Problemen zum Beispiel an der Bandscheibe oder zu einer Kreislaufschwäche führen kann.

Das passende Outfit zum Putzen

Außerdem sollte man beim Putzen zweckmäßig gekleidet sein. Ein Pullover oder eine Jacke mit weiten Ärmeln oder Bändern, aber auch lange Halsketten und Ohrschmuck sowie lange Haare, die nicht zusammengebunden sind, können beispielsweise leicht irgendwo hängen bleiben und zum Stolpern führen. Besonders wichtig bei der Hausarbeit sind festsitzende Schuhe mit rutschfesten Sohlen, um ein Rutschen zu verhindern.

Weitere Tipps für einen unfallfreien und auch ökologischen Hausputz bietet der kostenlos herunterladbare Flyer „Sauber ist sicher besser: (Öko-)Tipps für den Hausputz“ des DSH und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Weitere News zum Thema

  • Wann eine SMS den gesetzlichen Unfallschutz kostet

    [] (verpd) Wer auf dem Weg von beziehungsweise zu seiner Arbeit mit seinem Fahrzeug in eine neben der Gegenfahrbahn befindliche Parkbucht abbiegen will, um eine SMS zu lesen, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn er dabei einen Unfall erleidet. Das hat das Sozialgericht Stuttgart mit einem Urteil entschieden (Az. S 1 U 6296/14). mehr

  • Rund 4.600 Schwerverletzte durch Alkohol am Steuer

    [] (verpd) Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, weil Kfz-, aber auch Radfahrer unter Alkoholeinfluss Fehler machen oder nicht schnell genug reagieren. Bei mehr als 3.700 Fahrzeugführern, die 2015 einen Unfall mit Personenschäden unter Alkoholeinfluss verursacht haben, wurde sogar einen Blutalkoholwert von zwei oder mehr Promille festgestellt. Dabei reicht schon ein Bruchteil davon aus, um für sich und andere ein hohes Unfallrisiko zu sein. mehr

  • Verhängnisvoller Arztbesuch

    [] (verpd) Wer auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg macht, um vor Arbeitsbeginn einen Arzttermin wahrzunehmen, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das hat das Bundessozialgericht vor Kurzem entschieden (Az. B 2 U 16/14 R). mehr

  • Verletzt beim Firmen-Fußballturnier

    [] (verpd) Veranstaltungen, die der Freizeitgestaltung der Beschäftigten eines Unternehmens dienen und keinen betrieblichen Zweck haben, stehen nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Deshalb hat es das Sozialgericht Koblenz in einem Urteil abgelehnt, einen Unfall während eines Fußballturniers unter Kollegen als Arbeitsunfall anzuerkennen (Az. S 2 U 54/13). mehr

  • Mehr Verkehrsunfälle, mehr Verkehrsopfer

    [] (verpd) Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) nahm die Zahl der bei der Polizei registrierten Verkehrsunfälle in den ersten sechs Monaten diesen Jahres im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 3,6 Prozent zu. Die Anzahl der Verletzten stieg zudem um fast ein Prozent. Positiv hingegen ist, dass die Zahl der Verkehrstoten im Vergleichszeitraum um neun Prozent gesunken ist. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.