Für eine unfallfreie Kindheit

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(verpd) Unfälle stellen in Deutschland die größte gesundheitliche Gefahr für Kinder dar. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden jährlich rund 175.500 Kinder so schwer verletzt, dass sie stationär versorgt werden müssen.

Rund 210 Kinder sterben jedes Jahr durch Verkehrs- oder Freizeitunfälle. Viele dieser Unfälle könnten durch Schutzmaßnahmen verhindert werden.

Nach Angaben der Bundesarbeits-Gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) verunglückt jährlich jedes siebte Kind bei einem Unfall so schwer, dass es ärztlich behandelt werden muss. Von den 175.500 Kindern unter 15 Jahren, die jedes Jahr wegen einer Unfallverletzung im Krankenhaus behandelt werden müssen, haben etwa 85.000 eine Kopfverletzung, circa 42.000 Brüche an den Extremitäten und 2.200 Verletzungen an der Wirbelsäule oder den Organen. 4.300 Kinder werden wegen Verbrennungen und 7.100 wegen einer Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

2012 starben 207 Kinder bis 14 Jahren durch einen Unfall. Davon verunglückten 86 im Straßenverkehr, je 33 erstickten oder ertranken, 17 stürzten tödlich und 16 kamen bei einem Brand ums Leben. Alleine 26 der 33 erstickten Kinder waren unter fünf Jahre alt. 83 der tödlichen Unfälle ereigneten sich im Straßenverkehr, 71 in der Freizeit und 51 in einem Haus. Ein Großteil der Kinderunfälle lässt sich laut BAG jedoch durch umsichtiges Verhalten, altersgerechte Sicherheitsmaßnahmen und eine gewissenhafte Aufsicht vermeiden.

Unterwegs und zu Hause

Im Auto ist beispielsweise die grundsätzliche Verwendung einer altersgerechten und geprüften Sitzsicherung wichtig: Je nach Alter, Größe und Gewicht darf das Kind nur in einer geeigneten Liegeschale oder einem Kindersitz mitgenommen werden – egal wie kurz die Strecke ist. Dies kann zwar in der Regel keine Unfälle verhindern, doch zumindest die Verletzungen so gering wie möglich halten. Das Gleiche gilt für den Fahrradhelm, den Kinder beim Fahrradfahren immer aufhaben sollten.

Sind die Kleinen zu Fuß unterwegs, sollten sie durch Reflektoren an der Kleidung und durch bunte Farben bei jeder Witterung für andere Verkehrsteilnehmer gut zu erkennen sein.

Kleine Kinder sollten wegen der Gefahr des Ertrinkens zudem niemals ohne Aufsicht in der Badewanne sitzen gelassen werden sowie auf einem Gelände mit Gartenteich oder sonstigem Gewässer sein. Heiße Speisen und Getränke oder auch am Herd stehende Töpfe mit heißem Inhalt sind immer außer Reichweite der Sprösslinge zu halten, um Verbrühungen zu vermeiden. Selbst eine Tischdecke kann zur Unfallfalle werden, wenn ein Kind versucht, sich daran festzuhalten, und dadurch die Decke samt daraufstehendem Geschirr mit Speisen vom Tisch zieht.

Gegen Stürze, die Gefahr des Erstickens und Stromunfälle

Treppenschutzgitter, spezielle Sicherheitsriegel an Fenstern sowie Schutzgitter an Etagenbetten verhindern gefährliche Stürze. Bei Säuglingen sollte man diesbezüglich beim Wickeln immer eine Hand am Kind halten. Kinder, die sich an Regalen und/oder Schränken hochziehen, können diese leicht zum Umfallen bringen. Daher sollten derartige Möbel gut an der Wand und/oder am Boden verankert sein.

Verschluckbare Kleingegenstände wie Knöpfe oder Ringe, sowie Medikamente, Zigaretten, Alkohol und Putzmittel müssen außer Reichweite von Kleinkindern sein, um Vergiftungen oder Ersticken vorzubeugen. Dies gilt auch für giftige Pflanzen in Wohnung und Garten.

Stromunfälle lassen sich durch Kindersicherungen in jeder Steckdose und das Wegräumen von elektrischen Geräten verhindern. Herumhängende Schnüre beispielsweise an Vorhängen oder an der Kleidung sowie in Reichweite liegende Kabel können schnell zur Strangulationsfalle für ein Kind werden und sind daher zu vermeiden.

Brandgefährlich

Brandverhütungsexperten empfehlen allen, die Kinder erziehen oder betreuen, so früh wie möglich auf eine richtige Feuer- beziehungsweise Brandschutzerziehung Wert zu legen, um ein Zündeln der Kinder zu verhindern. Es ist beispielsweise sinnvoll, im Zuge von Anlässen wie Geburtstagen oder Weihnachten, die eng mit Kerzenlicht verbunden sind, Kindern den sorgfältigen und bewussten Umgang mit Licht und Feuer näherzubringen.

Kinder sollten zudem nie ohne Aufsicht von Erwachsenen bei einem offenen Feuer wie einem Grill oder einem offenen Kamin sein. Auch andere Brandrisiken wie Halogenleuchten als Nachttisch- oder Kinderschreibtisch-Lampen gilt es zu vermeiden. Die genannten Leuchtmittel können nämlich eine Oberflächentemperatur von bis zu 400 Grad Celsius erreichen und Materialien wie Papier, Stoffe oder Bettzeug schnell in Brand setzen. Neben einem Feuerlöscher gehören Rauchwarnmelder im Flur, im Wohnzimmer und im Kinderzimmer zu den bedeutendsten Schutzmaßnahmen.

Detaillierte Informationen und Checklisten, wie sich Kinderunfälle zu Hause und unterwegs vermeiden lassen, gibt es kostenlos auf den Webseiten der BAG. Neben Erste-Hilfe-Tipps zu den verschiedensten Verletzungsarten gibt es auch eine Übersicht über Produkte, die ein hohes Unfallrisiko bergen, sowie Tipps zur Anschaffung von sicheren Produkten. Abgerundet wird das Portal durch diverse herunterladbare Bilderbücher, Flyer und Broschüren zum Thema Kindersicherheit.

Finanzielle Absicherung für den Ernstfall

Da trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer ein Unfallrisiko besteht, ist eine umfassende Absicherung vor den finanziellen Folgen und Mehrbelastungen durch unfallbedingte Gesundheitsschäden wichtig. Eine private Unfallversicherung bietet rund um die Uhr weltweiten Schutz, also sowohl bei Unfällen zu Hause und in der Schule als auch in der Freizeit.

Je nach Vereinbarung erhält man bei einer unfallbedingten Invalidität eine monatliche Rente und/oder eine Versicherungssumme ausgezahlt. Weitere Leistungen, also zum Beispiel ein Krankenhaustagegeld, Zuschüsse für kosmetische Operationen oder die Erstattung sonstiger anfallender Kosten nach einem Unfall, wie Heil-, Bergungs- und Rückholkosten, können meist optional vereinbart werden.

Eine Kinder-Invaliditäts-Versicherung leistet sogar, wenn das versicherte Kind nicht nur durch einen Unfall, sondern auch durch eine Krankheit bleibende Schäden davonträgt. Bei einer dauerhaften Invalidität wird je nach vertraglicher Vereinbarung eine Rente, eine Einmalsumme oder eine Kombination aus beidem ausbezahlt.

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